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Gesunde Haut trotz Diabetes

Gesunde Haut ist glatt und geschmeidig und zeigt keine sichtbare Schuppung. Veränderungen an der Haut sind oft erste Anzeichen einer inneren Erkrankung. Hier eine Zusammenfassung des Vortrages von Dr. med.univ. Martin Steinhart am Infotag der Aktiven Diabetiker 2016.

Plötzlich wird die Haut fühlbar trocken und fettarm, spannt und zieht, quälender Juckreiz stört das Wohlbefinden. Sie verliert ihre frische Farbe, wird matt, rau und faltig. Rötungen treten auf, bei starker Beanspruchung können kleine Risse entstehen.
Zu all dem beginnt die Haut an manchen Stellen zu schuppen. Erst nur leicht mit kleinen Schüppchen, wenn man sie reibt. Nach und nach verstärkt sich dieser Prozess, und – wenn man nichts dagegen tut – beginnt es richtig zu „schuppen“, wenn zum Beispiel die Kleidung scheuert oder die Strümpfe ausgezogen werden. In dieser Haut fühlt sich keiner mehr wohl.

Drei von Vier Diabetikern bekommen es irgendwann im Laufe ihres Diabetikerlebens mit Veränderungen der Haut zu tun. Die “Trockene Haut” kommt dabei am häufigsten vor.

Doch es gibt Hoffnung.
Regelmäßige Pflege gibt der Haut die nötige Feuchtigkeit und gibt ihr die Widerstandsfähigkeit zurück.

Gesunde Haut schützt

Pflege dient der Gesundheit – die Haut wird nicht nur wieder schön, sie kann auch ihre Schutzfunktion wieder ausüben. Denn die gesunde Haut schützt uns vor vielem – vor dem Austrocknen, vor Schadstoffen und Krankheitserregern, und somit auch vor Infektionen.
Am besten pflegt man die Haut mit dem was ihr die Krankheit genommen hat. Mit natürlichen Fetten, wie z.B. Lanolin, die sich wie körpereigene Fette in die Haut einlagern und reichlich Wasser binden. In ausgewogener Zusammensetzung ziehen diese rasch ein und vermitteln zusätzlich zu ihrer Wirkung ein wohliges, angenehmes Gefühl.
Gesunde Haut bildet also einen Schutzwall nach außen und ist reich an bestimmten, spezifischen Fetten, die ihr Elastizität verleihen und ausreichend Wasser binden.

Hautveränderungen durch Diabetes

Bei Diabetes produziert der Organismus zunächst zu viel Zucker. Da der Körper den Zucker loswerden will, schwemmt er diesen mit reichlich Harn aus – die Haut wird allmählich trocken, aber der Zucker wird nicht weniger.
Zucker und Fett lagern sich den Wänden der Blutgefäße an, sie beginnen zunehmend zu „verkalken“, lassen immer weniger Blut und Nährstoffe zur Haut durch. Die Haut wird nicht ausreichend durchblutet, bekommt nicht genügend Sauerstoff und Nährstoffe, und wird dadurch trocken.
Auch in den Schichten der Haut selbst werden mehr und mehr Zucker und schädliche Stoffwechselprodukte abgelagert, die Nervenendungen werden stillgelegt, die Haut drosselt ihre Fettproduktion drastisch – und die Schutzmauer zerfällt. Flüssigkeit geht verloren, Schadstoffe dringen ein. Vor allem an den Füßen wird die Haut besonders trocken und dünn, es bilden sich Risse, und an Druckstellen treten dicke Schwielen auf. Schrunden und Wunden heilen nur schlecht, und Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze können leicht durch die Haut eindringen und sich ausbreiten.

Regelmäßige Kontrolle und Pflege sind wichtig

Pflege hilft nur dann, wenn sie auch regelmäßig durchgeführt wird – tägliche Pflege, tägliche Inspektion der Füße!
Keine Phasen der Trockenheit zulassen – dann regeneriert die Haut und die Schutzbarriere wird wieder aufgebaut.
Die Hornhaut der Schwielen wird weich und kann mechanisch entfernt werden. Bitte keine Selbstbehandlung mit ätzenden Tinkturen und Pflastern! Und Vorsicht auch beim Nagelschneiden – unter Umständen spüren Sie die Verletzung nicht.
Waschen Sie Ihre Füße – aber nicht zu lang und nicht zu heiß – lauwarm ist gerade recht. Nach dem Bad abtrocknen, aber nicht stark reiben, eher klopfen und tupfen.Besonders gut abtrocknen dort, wo Haut an Haut zu liegen kommt – zwischen den Zehen, unter den Brüsten, in Bauchfalten. Danach aber die Pflegecreme! Aber keine reine Fettcreme, sondern fettreiche Cremen mit natürlichen, ungesättigten Fettsäuren, die in die Haut eindringen, ohne dabei lästig zu fetten. Und natürlich nur dermatologisch getestete Zubereitungen verwenden.

Achten Sie auf passendes Schuhwerk

Schuhe, die drücken oder reiben, können verheerende
Prozesse auslösen. Druckschäden und Schwielen entwickeln sich zu Geschwüren, Krankheitserreger finden offene Pforten und können die Haut besiedeln.
Jeder Schuh muss innen ganz glatt sein, man darf keine Nähte oder Unebenheiten spüren. Tasten Sie den Schuh innen mit der Hand ab. Die Zehen brauchen genügend Raum und dürfen nicht zusammengepresst werden. Keine hohen Absätze, sonst wächst der Druck auf den Vorfuß, weiche Einlagen sind gut, aber nicht zu dick.

Ganz wesentlich sind gute Materialien – Oberleder weich und flexibel, scheuerfester Futterstoff.
Und was Strümpfe und Socken betrifft – verwenden Sie keine synthetischen Materialien, am besten Baumwolle. So lange die Schuhe noch neu sind, achten Sie auf eine besonders gründliche Untersuchung der Füße nach dem Ausziehen.

An welchen Körperstellen ist die Haut am stärksten gefährdet?

Die Einlagerung von Zucker und Stoffwechselprodukten kann grundsätzlich überall in der Haut erfolgen.
Besonders trockene Gegenden des Körpers findet man an den Ellbogen, Knien, Füßen. Dort, wo von Haus aus wenig Unterhautfett vorhanden ist, dünnt die Haut besonders leicht aus und wird sehr verletzlich: an Knöcheln und Unterschenkeln wird sie oftmals dünn wie Papier und schuppt meist besonders stark.
Aufgrund der mechanischen Belastung zeigen Hände, Nägel, Nagelhaut und Nagelfalz besonders starke Veränderungen.Nicht nur Infektionen, auch andere Krankheiten können vermehrt auftreten, die Haut ist äußeren Reizen gegenüber sehr anfällig.

Regelmäßige Pflege hilft. Die Haut selbst kann ihren Fett- und Flüssigkeitshaushalt nicht mehr regulieren, da sie nicht mehr ordentlich von innen her versorgt wird. Wir können aber ihre Funktion wiederherstellen, indem wir sie von außen gebührend pflegen. Wir substituieren und schaffen die nötigen Voraussetzungen.

Wo soll speziell gepflegt werden? – Grundsätzlich überall. Aber es gibt besondere Stellen, die besonderer Pflege bedürfen. Hände, Knie, Unterschenkel, Füße…

Pflege hilft aber nur, wenn sie regelmäßig erfolgt. Hie und Da ist vielleicht besser als gar nicht, aber es ist auf jeden Fall zu wenig!

Wie lässt sich diese Regelmäßigkeit fördern? Pflege ist der Weg zum Wohlbefinden – sie soll auch selbst schon Freude bereiten! Machen Sie aus Inspektion und Pflege ein Ritual, das ein integraler Teil Ihres Tagesablaufes ist.

Verwenden Sie vertrauenswürdige Substanzen, die angenehm riechen, die rasch einziehen und die Ihnen ein wohliges Gefühl auf der Haut erzeugen.
Denn nur die Pflege die man auch regelmäßig verwendet hilft.

Foto: © Privat

Dr. Martin Steinhart
Medizinischer Berater AINA GmbH

2392 Sulz im Wienerwald, Friedhofgasse 139

Telefon: 0664 / 243 8006
E-Mail: martin.steinhart@aina.at
Web: Externer Linkwww.aina.at




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 28.12.2016 - 18:18 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien