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Mein Zucker und ich...

300 Stück Maden - meine neuen Freunde - Mein Zucker und ich...

Arpad Toth, Typ-2 Diabetiker und Pensionist aus Wien, lernte die kleinen Tierchen schätzen. Im Rahmen der Therapie haben sie sich als umgänglich und äußerst hilfreich erwiesen.

Begonnen hat es Ende Juni 2016, da kam ich in einem sehr schlechten Gesamtzustand in die Rudolfstiftung. Rotlauf war die Diagnose. Vom rechten Knie abwärts hatte ich rote Bläschen, Anfangs Fieber, mein Blutzucker – sonst 80-130 – stieg auf über 300. Die Entzündungswerte waren jenseits von Gut und Böse. Als Diabetiker war das für mich besonders schockierend.
Die Besserung trat allmählich, sehr langsam ein. Die Haut konnte man in Streifen von Bein abziehen. Nur die Ferse machte mir große Schwierigkeiten. Die offene Wunde heilte sehr langsam zu, von den Infusionen (3x täglich) begünstigt konnte ich nach 36 Tagen das Spital verlassen.

Zu Hause war volle Schonung angesagt, ja nicht zu viel Bewegung, ja nicht Anstrengen, dann wieder viel Bewegung, ich wusste nicht mehr was ich tun soll. Langsam fing ich wieder an mich mehr zu bewegen, die Beinmuskeln waren ziemlich verkümmert.

Im September kam dann leider wieder ein enormer Rückfall. Wieder mit Entzündung, die Wunde vergrößerte sich, das abgestorbene Gewebe begann ganz übel zu riechen. Von heute auf morgen landete ich wieder in der Rudolfstiftung. Wurde schon wie ein „alter Bekannter“ begrüßt. Wieder Infusionen, 3x täglich.



Bei einer Visite meinte ein Oberarzt: „da werden wir Maden bestellen“.
Ich war geschockt. MADEN KLETTERN AUF DIE WUNDE – ins Bett, das ist ja furchtbar! Ich konnte mir nicht so recht vorstellen, wie das funktionieren soll.



Dann – ganz aufgeregt betrachtete ich meine neuen Freunde, 300 Stück gleichzeitig. Winzig klein, zirka 1 mm groß, in einem sterilen Sack ähnlich einem Tee-Beutel verpackt. Die Maden fressen durch den Sack, und scheiden ihr Sekret auch wieder durch den Sack aus. Alles in einem sehr sterilen Rahmen, meine Angst war völlig unbegründet.

Nach 6 Tagen wurden sie entsorgt, sie haben eine gute Arbeit geleistet. Eine zweite Garnitur wurde mir auferlegt, die nach weiteren 6 Tagen entfernt werden konnten, da sie laut den Ärzten und dem Pflegepersonal eine wirklich tolle Arbeit geleistet haben.

Diese Behandlung ist absolut schmerzfrei, man spürt nur ein zartes Kribbeln an der betroffenen Stelle. Als Alternative wäre eine Operation notwendig geworden mit einem möglicherweise ungewissen Ausgang.

Nach 23 Tagen konnte ich nach Hause. Werde von der Derma Ambulanz, von einer mobilen Schwester und meiner Hausärztin bestens betreut. Ich muss betonen, dass alle Ärzte und das Pflegepersonal trotz enormer Überlastung tolle Arbeit geleistet haben.

Arpad Toth





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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 29.12.2016 - 13:11 Uhr

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