Logo der Aktiven Diabetiker Austria

Mittersteig 4/21, A 1050 Wien
Telefon & Fax: 01/587 68 94


Artikelanfang:

Leben ohne Plastik!

Helene Schierl, Mutter von 2 Kindern, wohnhaft im Bezirk Baden versucht seit 4 Jahren plastikfrei zu leben. Sie hat mittlerweile das Buch „ÖKO-logisch und (fast) plastikfrei Haushalten“ geschrieben – Wir haben Sie zum Interview gebeten.

ADA: Wie ist die Umstellung von statten gegangen? War es leicht?

Helene Schierl: Also „leicht“ war es auf keinen Fall! Ich habe ja jedes Produkt im Internet einzeln recherchieren müssen, was oft Stunden erforderte. Zuerst musste man suchen, was es alles an Möglichkeiten gibt und danach weiters herausfinden, wo man es überhaupt bekommt!

Mittelweile muss ich aber sagen, dass sich auf dem Sektor immens etwas getan hat! Vor 4 Jahren gab es genau 1 Holzbahnbürste, heute gibt es 5 verschiedene Marken (aus Holz oder wahlweise Bambus, mit Naturborsten vom Schwein).

Inzwischen wird es ja Gott sei Dank immer mehr zum Trend und immer mehr Leute interessieren sich dafür, sehen einfach, dass es so nicht weitergehen kann auf unserer Welt und wollen etwas an ihrem Lebensstil ändern.

Aber anhand meines Buches ist es ganz einfach. Es ist meiner Meinung nach einzigartig auf dem Markt, da es ein einfaches Nachschlagwerk ist. Das heißt, man muss es nicht von vorne bis hinten durchlesen, sondern kann ganz gezielt, wenn z.B. die Shampoo-Flasche leer wird und man wissen möchte, was es alles an Optionen gibt, unter das Kapital „Kosmetik“ gehen und in der rechten Spalte stehen dann immer mehrere Wahlmöglichkeiten. Also man muss nicht alles selbst anrühren (als Mama ist die Zeit ohnehin begrenzt).

ADA: Wie ist es so zu leben?

Helene Schierl: Also ich fand es von Anfang an befreiend! Man hat nicht so viele Produkte zu Hause stehen (viele Artikel kann man für ganz viele Sachen verwenden, wie zB Waschsoda, Kokosöl, Lavaerde).
Und mit der Zeit wächst man immer mehr hinein.
Ich weiß ja mittlerweile, wo ich was bekomme und mein Einkaufszettel wird nach Geschäften sortiert. Man glaubt gar nicht, wie schnell es von statten geht:
Ich kann mich erinnern, wir fingen ganz frisch damit an – es war gerade mal 2 Wochen her -, als ich meinen Mann bat, er soll den Gelben Sack hinausgeben. Er kam zurück und meinte, dass dies nicht notwendig sei, da er nur zu 2/3 voll sei. Ich konnte es kaum glauben, da wir ja noch Unmengen an Restbeständen aufzubrauchen hatten.
Das motiviert einen natürlich gewaltig!

Hierzu fällt mir der Satz von Niko Paech (Umweltökonom) ein: „Ich verzichte nicht, ich befreie mich vom Überfluss.“, der ein ganz tolles Buch hierüber geschrieben hat. Hierin geht es um den Konsum an sich. Dass wir so wie bis jetzt, allein schon aufgrund der begrenzten Ressourcen unseres Planeten, nicht weiter leben können, liegt auf der Hand. Also unser System beruht ja auf Wachstum, aber wohin wachsen? Immer mehr, immer schneller?
Also der Trend muss wieder zurückgehen… Ziel ist es, so zu leben wie die Menschen früher.

ADA: Was wünscht du dir denn von der Zukunft?

Helene Schierl: Naja natürlich, dass es mir so viele Leute wie möglich gleich tun. Dass ich sie motivieren kann, etwas an ihrer Lebensweise zu ändern, und sei es auch noch so eine winzige Kleinigkeit, selbst dann habe ich etwas bewirkt.

Wie Heinrich Staudinger (Geschäftsführer von GEA) so schön sagte: „Jedes globale Problem, kann nur lokal gelöst werden!“.

Also WIR haben es in der Hand, wie unsere Zukunft aussehen soll. Und ich sehe das so, dass jede Ideologie einmal klein begonnen hat und dann zu etwas ganz Großem geworden ist. Man muss es sich wie einen Domino-Effekt vorstellen: Jemand fängt damit an und andere machen es ihm nach. Sie geben es wieder an die nächste Generation weiter usw.

ADA: Vielen Dank, und alles Gute!




zurück zur Übersicht


ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 28.02.2017 - 17:10 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien