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Spannende Zeiten

Viele Akteure suchen derzeit nach Lösungen, denn es gilt, die Zahl an Diabetikern einzudämmen und die Lebensqualität der bereits Erkrankten zu verbessern.

Von vielen Seiten wird derzeit versucht, Verbesserungen für uns betroffene Diabetiker zu finden. Diese spannenden Entwicklungen möchten wir Ihnen, liebe Leser, nicht vorenthalten.

Die Österreichische Diabetes-Strategie, sie wurde von unserem Gesundheitsministerium erarbeitet, setzt sich für die Zukunft folgende übergeordnete Ziele:

Ziel 1:
Für alle in Österreich lebenden Menschen soll die Wahrscheinlichkeit an Diabetes zu erkranken, verringert werden.

Ziel 2:
Alle in Österreich lebenden und an Diabetes erkrankten Menschen sollen möglichst lange mit hoher Lebensqualität leben können.

Externer LinkDie Österreichische Diabetes-Strategie herunterladen

Auf meine Frage nach Gesprächen über Finanzierungen wurde allerdings erwidert, dass finanzielle Fragen nicht im Bereich dieses Arbeitskreises bearbeitet wurden.

In einem Arbeitskreis „SOKO Diabetes“ hat die Externer LinkÖDG unsere Diabetologen, uns große Selbsthilfegruppen Externer LinkÖDV und ADA sowie die Bereiche DIÖ und Externer LinkDiabetes Austria zur Zusammenarbeit aufgefordert, auch der Verband der
Diabetesberater/innen soll eingeladen werden, und es wurden zweimal im Jahr Treffen vereinbart.
Es wird eine enge, dafür konkret arbeitende Gruppe gebildet und dort sollen Großprojekte besprochen und in die Wege geleitet werden. Das Ziel ist es, Fernsehen, Radio, Zeitungen und sonstige Meinungsbildner im Sinne der Verbesserung für uns Betroffene anzusprechen.

Als Hauptproblem definiere ich, dass von den österreichischen Betroffenen mehr als die Hälfte ungeschult ist. Wie schon oft betont, bedeutet ungeschult sein, in die Gefahr zu gelangen, entweder 5 Jahre zu früh zu sterben oder in den letzten 5 Lebensjahren die oben geforderte, möglichst lang anhaltende und hohe Lebensqualität zu verlieren und so verursachen diese 5 Jahre unserem System extrem hohe Kosten.

Dies wird meist dadurch bewirkt, dass eine Schulung oder auch nur der Beginn einer Therapie vom Betroffenen nicht angenommen wird, nicht verstanden wird, das Leben ohne Akzeptanz der geforderten Schutzmaßnahmen weitergelebt wird. Positiv sehe ich, dass bei allen Gesprächen anerkennendes, zustimmendes Nicken aller Teilnehmer kommt, so dass ich hoffe, dass endlich einmal dieses Thema auch aufgegriffen und zielführende Maßnahmen ergriffen werden.

Zielführend sehe ich eine neue Definition des Begriffes „Schulung“ durch unsere Ärzte und im Bereich der Krankenkassen die Finanzierung derartiger Schulungen, die eine Akzeptanz bei uns Betroffenen mit sich führen.

In unserer österreichischen Demokratie, in der Machtverteilung zwischen Bund und Beitragszahlern einerseits und Bundesländern andererseits, liegt meiner Ansicht nach der Hauptgrund dafür, dass die angesprochenen Schwierigkeiten fast nicht zu lösen sind.
Wenn Krankenkassenchefs einerseits Therapie aktiv als besonders gut und zielführend loben, dann aber feststellen, dass Schulung nur im Spitals- oder Kurbereich wirklich richtig stattfindet, liegt dies daran, dass keine Krankenkasse die korrekte Schulung finanzieren
will oder kann. Im Spitals- oder Kurbereich fällt so ein Ausgabenposten unter die allgemeinen Kosten und wird dort mitgetragen, bei den vielen niedergelassenen Hausärzten müsste ein eigener Ausgabenposten geschaffen werden, der sehr stark ins Geld geht.

Gute Schulung spart langfristig viel Geld!

Obwohl gute Schulung im Lauf der Jahre wesentlich billigere Betroffene ergibt, ist dies kurzfristig nicht zu realisieren, und ein Denken, wie es die Forderung nach einer „Finanzierung aus einer Hand“ bedeutet, wird von vielen als politischer Selbstmord
betrachtet.
Warum sonst rechnen die Krankenkassen die Schulung mit ihren Vertragsärzten nur auf einer Basis von ca. 10 geschulten Betroffenen (ohne Insulin) oder 4 Betroffenen (mit Insulin) ab, so dass ein neu dazu kommender Schulungswilliger immer abgewiesen
werden muss, weil dieser als Einzelner nicht abrechnungsfähig ist, und eine Überweisung zum Kollegen, der gerade schult, nicht stattfinden kann?

Durch zwei Vereinbarungen nach § 15a versucht ebenfalls das Gesundheitsministerium, eine gute Versorgung im Gesundheitsbereich aufzubauen und die überlaufenen Spitäler zu entlasten. Primärversorgungseinrichtungen sollen
aufgebaut werden, umfassend und mit ausreichender Öffnungszeit.

Verschiedene Entwicklungslinien – Großeinheiten mit Angestellten, oder Arbeitskreise mit Selbständigen

Dabei zeichnen sich zwei Entwicklungslinien ab: Großeinheiten, wo mehrere Ärzte, Krankenschwestern, sonstige Gesundheitsberufe unter einer Firma zusammenarbeiten, Ärzte und Krankenschwestern also Angestellte sind, einerseits, und Arbeitskreise von selbständigen Ärzten, die in ihren Ordinationen verbleiben, zusammen mit selbständig arbeitenden Krankenschwestern und Gesundheitsberufen andererseits.

Die Forderung, wohnortnahe zu arbeiten, dem Patienten den Kontakt zu seinem vertrauten Hausarzt weiterhin zu ermöglichen, wird durch die zweite Entwicklungslinie besser erfüllt. Das Bild des Arztes als selbständig arbeitende Persönlichkeit entspricht unserem Denken, Krankenschwestern müssen sich allerdings erst an selbständiges Arbeiten mit eigenem Gewerbeschein (ähnlich den vielen Kräften in der Altenpflege) gewöhnen.

Negativ für die Selbsthilfearbeit ist das Versagen der Politik und der in der ARGE Selbsthilfe arbeitenden Persönlichkeiten in Fragen der Finanzierung von österreichweit arbeitenden Selbsthilfeorganisationen. Lediglich Projektfinanzierungen sind möglich und die ARGE Selbsthilfe musste ihre Arbeit einstellen, da die Finanzierung dadurch unmöglich wurde.

In unserem Bereich, bei unserer Selbsthilfegruppe Aktive Diabetiker Austria, ist es derzeit auch äusserst spannend. Aus Altersgründen meinerseits muss ein neuer Obmann gefunden werden und die Arbeit unseres gesamten Vorstandes sollte modernisiert und aktiviert werden.

Zuerst das Negative: wir verlieren den schönen Versammlungsraum und das Büro im 9. Wiener Bezirk, denn das Haus wird abgerissen und umgebaut.

Sehr erfreuliche Zukunftsaussichten!

Da wir unsere Aufgaben nur dann zufriedenstellend leisten können, wenn wir moderne Internetlösungen verwenden und anbieten können, haben wir eine junge österreichische Firma in Vorarlberg gefunden, die die Arbeit für uns und für alle unsere Mitglieder
modern, kostengünstig und effizient erledigen kann. Der VereinsAssistant 6.0 Cloud wird unsere Mitgliederverwaltung und Buchhaltung zuerst probeweise übernehmen und dann als Arbeitswerkzeug für uns Betroffene auf den meisten Gebieten Fortschritte ermöglichen. Dadurch hoffe ich auf eine Entlastung der Vorstandsmitglieder und auf die Möglichkeit, sich noch mehr auf unsere speziellen Kontaktaufgaben zu konzentrieren.

Auch ein neuer Obmann scheint bereit zu sein, die Verantwortung auf sich zu nehmen. Es wird nicht mehr lange dauern und dann – so hoffe ich – können wir eine passende Persönlichkeit begrüssen, die noch dazu enorme Erfahrung in unserem Bereich hat.

Foto: © WA Kassin

Dr. Erich Wolfrum
Obmann der „Aktiven Diabetiker Austria“

E-Mail: erich.wolfrum@aktive-diabetiker.at
Telefon: 01/587 68 94




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 28.06.2017 - 15:50 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien