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Stoffwechseloptimierung durch Magnesium

Wie der Mineralstoffexperte eins auf’s Dach bekam, oder, akute Wirkungen, wo eigentlich keine sein sollten.

Liebe Freunde!
Wir haben uns schon mindestens einmal über die wenig bekannte Tatsache unterhalten, dass nicht nur Typ-1-Diabetiker, sondern auch Diabetiker vom Typ-2 Schwierigkeiten mit Mineralstoffen haben, die sie durch erhöhte Blutsäuren gerne einmal verlieren.
Besonders liegt mir immer wieder das Magnesium am Herzen, nicht nur weil es gerade für solche Verluste sehr anfällig ist, sondern auch deshalb, weil es quasi den Stoffwechsel schmiert, der dann lockerer und leichtläufiger von Statten geht. Natürlich ist das beim Diabetiker ganz besonders wichtig, weil ja Diabetes eine Krankheit des gesamten Stoffwechsels und nicht nur des Zuckerhaushaltes ist, was ebenfalls gerne vergessen wird.

Bewegung ruft willkommene Gegenreaktionen hervor!

Nun ist meine gebetsmühlenartig vorgetragene Bitte, man möge sich als Diabetikerin oder Diabetiker, besonders wenn man unter die Sorte Typ-2 einzuordnen ist, bewegen, bewegen und nochmals bewegen. Allerdings belasten wir bei sportlicher Betätigung unseren Stoffwechsel zusätzlich. Das ist nicht nur nicht weiter schlimm, weil wir dadurch ausgesprochen willkommene Gegenreaktionen hervorrufen, wie zum Beispiel verminderte Milchsäure ganz im Allgemeinen, die dann ja auch bei alltäglichem Herumwuseln viel weniger drastisch steigt, was wiederum zu weniger Mineralstoffverlusten führt.

Noch besser ist es natürlich, wenn wir geeignete Massnahmen schon vor dem Sport ergreifen, die unseren Stoffwechsel möglichst gut aufstellen, so dass er über die ihm zugemuteten Belastungen nur verächtlich lächelt. Dazu gehört, neben Training, das man nicht übertreiben soll, um nicht die Lustkomponente zu killen, gute Mineralstoffversorgung und da – erwähnte ich es schon? – ganz besonders mit Magnesium.
Nun haben mich einige meiner alten kriminellen Kumpels, unter denen sich auch ein gerütteltes Maß an Altersdiabetikern befindet, schon die längste Zeit damit gelöchert, dass ein Magnesiumbrausetablettchen vor dem Sport, um genau zu sein handelt es sich meistens um Bergsteigen, die Anstrengung ganz beträchtlich vermindere, alles gehe „leichter von der Hand“. Nach dem bekannten österreichischen Motto: “Bevor ich mich so wunder, glaub ich es lieber nicht!“ habe ich diese Einlassungen „gor net ignoriert“ und die von mir als solche angesehenen Schleimer höchstens gefragt, was sie denn trinken wollten.
Als mich aber immer mehr Leute mit demselben, mittlerweile abgeschmackten, Spruch belästigten, erzürnte ich und ölte quasi meine Messgeräte, um den Nebochanten zu beweisen, dass sie halluzinierten.
Ich nahm also eine Gruppe gesunder Jungens – Typ-2-Diabetiker hatte ich nicht so viele – und fütterte sie mit einem Magnesiumbrausetablettchen, ließ sie eine Stunde zappeln und schickte sie dann auf einen standardisierten 2400m Lauf. Natürlich nahmen wir auch ein Kontrollkollektiv ohne Magnesiumtablette mit.

Was stellte sich heraus?
Es gab nicht die geringsten Unterschiede in den Gruppendurchschnittswerten von behandelten und unbehandelten Personen. Auch die Laufzeiten der Magnesiumbehandelten waren nicht signifikant schneller. Ein washout, wie meine geschätzten Amerikaner sagen würden.
Allerdings waren meine Leute und ich durch ähnliche Untersuchungen gewitzt. Wir trauten den Resultaten insoferne, als keine illusorischen Ergebnisse herauskamen, wie etwa, dass Magnesiumbehandelte plötzlich wie die Maseratis abzischen würden, alles Unbehandelte dazu verdammend, am Auspuff zu schnüffeln.
Wir schauten uns etwas näher das Verhältnis zwischen den von uns gemessenen Stresseffekten an und sahen Eigenartiges:
In der unbehandelten Gruppe veränderten sich Stresseffekte durch das Laufen immer in genau proportionaler Weise. Wenn etwa Laktat, also Milchsäure um eine Einheit anstieg, stieg Sauerstoff ebenfalls um eine genau definierte Einheit mit. Es entstand eine Situation, wie sie im Auto bei durgetretenem Gaspedal vorkommt. Die Anzahl der zurückgelegten Kilometer pro Stunde ist immer dieselbe. Keine Steigerung ist möglich.

Ganz anders bei den mit Magnesium behandelten. Da war keine Rede von einheitlicher Reaktion, jeder nutzte die Stresseffekte nach eigenem Gutdünken, abhängig von seiner Belastbarkeit, vom Trainingszustand und vom Magnesiumspiegel.

Nachdem aber da wie dort keine Änderung des Magnesiumgehaltes im Blut nachweisbar war, erkannten wir plötzlich Folgendes:
Wir maßen nur den Anteil von Magnesium im Blut, der frei herumhüpfte und so auch Zellwände passieren konnte. Den anderen Teil, nämlich etwa an Eiweiße gebundenes Magnesium konnte wir nicht bestimmen. Es musste also so sein, dass das zugeführte Magnesium aus der Brausetablette ins Blut ging, wo es dann sofort in die gebundene Fraktion überwechselte, von der es je nach Bedarf herausgezuzelt werden konnte. Durch die eine Magnesiumtablette vor dem Sport wurde also eine Reserve geschaffen, die je nach Stoffwechselbedarf, den geforderten Energieumsatz nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage organisieren kann.

Der Schluss aus dieser Untersuchung, die wir soeben in „Trace Elements and Electrolytes“ veröffentlichen, ist also ein zweifacher:
1. kann auch eine limitierte Menge von akut verabreichtem Magnesium sehr wesentlich zur Stoffwechseloptimierung beitragen. Magnesium hat also nicht nur chronische, sondern auch akute Effekte, wobei man realistischerweise mit einer baldigen Erschöpfung der positiven Wirkung rechnen muss, wenn man nicht nachbehandelt und

2. die vielen Untersuchungen anderer Autoren, aber auch unsere eigenen werden wiederum bestätigt, dass anständige Magnesiumspiegel beim sportlich belasteten Gesunden die Anstrengung bei gleicher Leistung geringer halten und – was nun ganz wichtig für Euch, meine Freunde, ist – die Ergebnisse zeigen, dass der Erholungsbedarf nach Belastung deutlich kürzer sein muss, die Ermüdung ist signifikant geringer.

Ermüdung und Erholungsbedarf, Anstrengung pro Leistung und so weiter, das alles spielt natürlich bei Diabetikern eine wesentlichere Rolle als bei Gesunden, oder besser gesagt, bei an anderen Krankheiten Leidenden. Denn wer ab einem gewissen Alter aufwacht und keine Wehwehchen hat, der ist entweder tot oder er lügt.

Also, liebe Freunde: Wenn einmal zu viel „Action“ im Busch ist, wenn man von den Kindern besportelt zu werden droht, wenn die Tante Griesgram mit dem Onkel Widerlingus sauertöpfisch an der lieben Frau bestem Kuchen nagt – ein Magnesiumtablettchen ist zwar kein Valium, aber der Wiederherstellungseffekt ist gewaltig.

Foto: © Privat

Univ.-Prof. Dr. Sepp Porta
Leiter des Instituts für angewandte Stressforschung

8410 Dillach, Johannisweg 13
E-Mail: stresscenter@outlook.de
Web: Externer Linkwww.csa-online.at




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 29.06.2017 - 09:45 Uhr

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