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Diabetesversorgung

Um Komplikationen zu verhindern, ist eine optimale Diabetesversorgung immens wichtig.

Ein schlecht eingestellter Diabetes ist bereits heute die häufigste Ursache für Erblindung sowie für Nierenversagen, mit der Notwendigkeit einer Blutwäschetherapie.
Weitere assoziierte Probleme sind Nervenstörungen, deren Folgen Kreislauf-, Verdauungs- und Potenzstörungen bedeuten bzw. an den Füßen zu Symptomen wie Kribbeln, Kältegefühl, Brennen, vor allem im Ruhezustand und nachts führen können. Im fortgeschrittenen Stadium kann es dabei zu einem Verlust der Schmerz- und Temperaturempfindung kommen. Menschen mit schlecht eingestelltem Diabetes erleiden häufiger Herzinfarkte, Verschlüsse der Beinarterien und Schlaganfälle.

366 Millionen Diabetiker

Weltweit sind rund 366 Millionen Menschen betroffen, laut WHO sind ca. 90-95% davon Typ-2-Diabetiker. In Österreich wird die Gruppe der Diabetiker derzeit auf rund 573.000 bis 645.000 Menschen geschätzt (rund 8 bis 9% der Bevölkerung). Es besteht beim Diabetes ein leichtes Ost – West Gefälle, in Vorarlberg sind es ca. 20.000 Betroffene.

Aufgrund der großen Anzahl an Betroffenen, der rasanten Zunahme an Typ-2, aber auch Typ-1-Diabetes, der bestehenden Dunkelziffer an noch nicht diagnostizierten Diabetikern und der dringenden Notwendigkeit einer suffizienten Blutzuckereinstellung, um die erwähnten Komplikationen zu verhindern, ist eine optimal funktionierende Abklärungs- und Versorgungsstruktur immens wichtig!

Die österreichische Diabetesgesellschaft (Externer LinkÖDG) empfiehlt dabei folgendes:
1. Es sollten 3 – monatliche Kontrollen des Langzeitblutzuckerwertes (HbA1c) durchgeführt werden, gegebenenfalls mit Adaptierung der Therapie.

2. Diabetisches Fußsyndrom:
Zur Verhinderung eines diabetischen Fußsyndroms ist in zumindest jährlichen Abständen – bei Auftreten einer Beschwerdesymptomatik und von Risikosituationen entsprechend früher – eine Vorsorgeuntersuchung erforderlich.

3. Diabetische Augenerkrankung:
Das Risiko des Auftretens bzw. des Verlaufs einer diabetischen Augenerkrankung kann durch die Verbesserung der Stoffwechseleinstellung und des Blutdrucks deutlich reduziert werden. Um die diabetische Augenerkrankung rechtzeitig erkennen zu können, sind jährliche augenärztliche Kontrollen empfohlen. Das Kontrollintervall kann sich je nach vorliegendem Befund verringern.

4. Diabetische Nierenerkrankung:
Harnkontrollen auf Eiweiß spielen bei der Erkennung eine große Rolle. Bei Typ-1-Diabetes: Beginn 5 Jahre nach Diagnosestellung. Bei Typ-2-Diabetes mit der Diagnosestellung. Die Entwicklung und der Verlauf der diabetischen Nierenerkrankung können durch Optimierung der Blutzucker- und Blutdruckeinstellung, durch Vermeidung von Zigarettenrauchen sowie Normalisierung erhöhter Eiweißzufuhr zumindest verlangsamt werden.

Ein Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten Ursachen bei über 65-jährigen Patienten den Hausarzt aufzusuchen. Die Grundversorgung, vor allem von Patienten mit Typ-2-Diabetes, sollte über den Hausarzt erfolgen. Einige Hausärzte in den Bundesländern machen dies bereits im Rahmen des Disease – Management Programms (DMP) „Therapie aktiv“, welches eine optimierte Versorgung gewährleisten soll. Art und Umfang der Erbringung dieser Leistungen variieren dabei in Abhängigkeit von regionalen Umständen, wie Länderregelungen, Honorierung, Verfügbarkeit anderer Versorgungsstrukturen, und von individuellen Voraussetzungen, wie Praxisgrößen, Mitarbeiterausbildung und beruflichem Selbstverständnis.

Des Weiteren gibt es österreichweit ca. 95 Diabetes-Ambulanzen. Auf jede Diabetes-Ambulanz entfallen dabei im Bundesdurchschnitt rund 4.500 potenziell zu versorgende Diabetes-Patienten.

Ein großes Verbesserungspotenzial wäre aus meiner Sicht vor allem ein Ausbau des Betreuungsangebots für Diabetiker im niedergelassenen Bereich. Dabei wären Diabetes Schwerpunktpraxen mit einer integrierten Fuß- und Wundambulanz und ganzheitlicher Versorgung der Stoffwechselstörung (Ernährungsberatung, Diabetesberatung, etc.), die in Deutschland bereits erfolgreich existieren, ein wünschenswertes Ziel für die Zukunft.

Literatur beim Verfasser

Foto: © privat

OA Dr. Alexander Vonbank, PhD, MBA
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Stoffwechsel,
LKH Feldkirch, Innere Medizin I
Carinagasse 47,
6800 Feldkirch

E-Mail: alexander.vonbank@lkhf.at
Web: Externer Linkwww.lkhf.at
Telefon: 05522 / 303-2170




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