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Begleiterkrankungen bei Diabetes Mellitus

Zusammenfassung des Vortrages von Dr. Christoph Strehblow am Infotag der Aktiven Diabetiker Austria im Oktober 2017.

Dass die Anzahl an Patienten mit Diabetes Mellitus zunimmt ist weitgehend bekannt, dass dies jedoch in den ärmeren Regionen der Welt zu einem viel grösseren Ausmass als bei uns zutrifft, nicht unbedingt.
Dies hat vor allem damit zu tun, dass in diesen Regionen über viele Generationen Nahrungsmittelarmut herrschte und es daher notwendig war, dass der Stoffwechsel aus den knappen Nahrungsmittelmengen das meiste herausholt. Mit Änderung der Ernährungsgewohnheiten steigt nun dort auch zunehmend das Risiko für die Entwicklung eines Diabetes Mellitus.

Mit der dem Diabetes zugrunde liegenden Insulinresistenz steigt jedoch auch die Gefahr der Entwicklung anderer Erkrankungen, die zusammen als sogenanntes „metabolisches Syndrom“ zusammengefasst werden. Dazu zählen der Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Zuckerstoffwechselstörung, erhöhte Harnsäure bzw. Gicht, und weitere Veränderungen im Körper, die zu Verschlechterung des Gesamtgesundheitszustandes beitragen.

Häufige Begleiterkrankung: Gicht

Eine wesentliche Begleiterkrankung, der bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, stellt die Gicht dar. Während die Grundlage zur erhöhten Harnsäure eigentlich in einer vererbten Veränderung in den Nieren liegt, die die Harnsäure weniger gut ausscheidet, kommt dann oft ein entsprechender Lebensstil, weitere Nierenerkrankungen oder die Insulinresistenz dazu und führen zu Harnsäureablagerungen in der Gelenken aber auch vielen anderen Strukturen im Körper.

Die Gicht verläuft in verschiedenen Phasen, beginnend mit der erhöhten Harnsäure im Blut, bis zu den akuten sehr schmerzhaften Gichtanfällen und Ablagerung der Harnsäurekristalle im Körper.
Wenn in dieser Phase nichts gegen die erhöhte Harnsäure unternommen wird, häufen sich die Anfälle und weitere Komplikationen wie Nierenschäden oder Herzkreislauferkrankungen werden zunehmen.

Im Unterschied zu anderen rheumatischen Erkrankungen wäre die Gicht an sich einfach zu behandeln, es setzt allerdings eine gemeinsames Vorgehen im Sinne einer konsequenten Lebensstilveränderung und medikamentöser Therapie voraus. Die akuten Anfälle werden entzündungshemmend/schmerzstillend sowie durch Kühlung und Ruhigstellung behandelt. Nach Abklingen des Anfalls beginnt jedoch erst die eigentliche Harnsäuresenkung und damit die Verhinderung weiterer Anfälle.
Hier bedarf es einiger Geduld, die Ansammlung der Kristalle im Körper ist über einen langen Zeitraum passiert, und so dauert auch die Auflösung in der Regel eine Weile. Im wesentlichen besteht die Behandlung darin, die Harnsäure im Blut ausreichend zu senken (Ernährungsumstellung, körperliche Aktivität und Medikamente), wodurch die Harnsäure wieder ins Blut zurückwandert um über die Nieren ausgeschieden zu werden.

Neben der Meidung von Nahrungs- und/oder Genussmitteln von denen bekannt ist, dass sie zu einer starken Harnsäuresteigerung führen (Meeresfrüchte, Fleischprodukte, Alkoholhältige Getränke uvm.) gibt es allerdings auch Möglichkeiten die Harnsäure zusätzlich zu senken. So weiss man, dass Vitamin-C und Koffein die Harnsäureausscheidung fördern und somit die restliche Therapie unterstützen können.

Foto: © S. Burger

Dr. Christoph Strehblow
Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie und Endokrinologie

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