Logo der Aktiven Diabetiker Austria

Mittersteig 4/21, A 1050 Wien
Telefon & Fax: 01/587 68 94


Artikelanfang:

Offener Brief der AKTIVEN DIABETIKER AUSTRIA zum WELTDIABETESTAG 2017

Offener Brief des Präsidenten der Aktiven Diabetiker Austria Dr. Adalbert Strasser anlässlich des Weltdiabetestages 2017.

Sehr verehrte Damen und Herren!

Als Präsident der Aktiven Diabetiker Austria möchte ich den Weltdiabetestag 2017 zum Anlass nehmen, Ihnen, unsere Gedanken näher zu bringen.

IDF, ÖDG (Quellen aus 2017 für Österreich) zeigen einen Istzustand von 600 000 Diabetikern in Österreich.
2030 werden 800 000 Diabetiker prognostiziert. Summiert man die Dunkelziffern, werden es noch viel mehr sein.

Nicht zu vergessen sind dabei auch die Angehörigen der Betroffenen, die das engere Umfeld der Diabetiker bilden.

Als „chronische Erkrankung“ ist der Diabetes mellitus unmittelbar einzustufen.
4,8 Mrd. €, das sind die jährlich verursachten Kosten, die durch Diabetes mellitus hervorgerufen werden.

7 Amputationen, im Schnitt, werden pro Tag an Diabetikern durchgeführt.

Diese, von IDF und ÖDG veröffentlichten Zahlen, sind bedrückend und besorgniserregend, ebenso wie die von der WHO publizierten Studien über die Ernährungsgewohnheiten unserer Kinder und Jugendlichen und das sich daraus ergebende Übergewicht, mit der logischen Konsequenz des Übergewichts, Bewegungsmangel und Metabolischen Syndroms, mit all den sich daraus ergebenden Folgen.

Das bedeutet, dass der Diabetes mellitus Typ II nun nicht mehr nur als Erkrankung des fortgeschrittenen Lebensalter angesehen werden kann, nicht der Typ I Diabetes im Kindesalter im Vordergrund steht, sondern der juvenile Typ II Diabetiker in das Rampenlicht treten wird.

Das wird die Herausforderung der nächsten Jahre sein.
Eine Herausforderung welche uns alle betreffen und beschäftigen wird.
Schon jetzt belaufen sich die Kosten in der Diabetestherapie auf 4,8 Mrd. €.
Auch diese Kosten werden, prognostiziert und unbestritten, explodieren.

7 Amputationen, pro Tag, im Schnitt – das bedeutet, dass nach wie vor eine Amputationsrate von 20 %, bezogen auf das diabetische Fußsyndrom, besteht.

So kommt es in Folge auch zu einer Zunahme der Komplikationen des diabetischen Formenkreises, der Augen, der Nieren und der Wundheilungsstörungen.

All diese krankhaften Veränderungen, alleine und in Summe gesehen, führen zu einer zunehmenden psychischen Belastung der Betroffenen und deren Umfeld.

Auch die psychologische Betreuung wird somit, neben der ohnehin ständig geforderten Aufklärung und Schulung, ein Schwerpunktthema werden.

Zahlreiche Initiativen werden getätigt, um eine Gegensteuerung zu erzielen.

Die „Österreichische Diabetes Strategie“ steht dabei an erster Stelle.
Das Bundesministerium für Gesundheit hat dabei, unter Beiziehung namhafter Experten aller diabetesrelevanter Gruppierungen, Strategien entworfen, um ein einheitliches Konzept in der Therapie des Diabetes mellitus umzusetzen.
Es ist ein Auftrag an die Gesellschaft, repräsentiert durch die Bundesregierung und aller nachgeschaltenen Institutionen, diese Umsetzung zu unterstützen und zu forcieren.

Wir Selbsthilfegruppen werden unseren Teil dazu beitragen.
Selbsthilfegruppen sehen sich als Vertreter der Betroffenen, Selbsthilfegruppen werden Tag für Tag mit deren Problemen konfrontiert.
Diese Probleme sind praxisrelevant, aus dem täglichem Leben gegriffen, ungeschönt und realitätsbezogen.

„Hinweise aus der Bevölkerung“, bezogen auf Diabetes mellitus, das können wir anbieten und das wollen wir anbieten.

Wir werden versuchen, unsere Mitarbeiter weiterhin zu motivieren und zu schulen, dass auch sie, in ihren Aufgabenbereichen, bereit sind, einen Beitrag zur Verbesserung der Betroffenen zu leisten.

Die Selbsthilfegruppen für Diabetiker bitten somit um Gehör und um Unterstützung in ihrer täglichen Arbeit.

Der jährlich stattfindende Weltdiabetestag soll für alle, nicht nur für den Diabetiker, ein besonderer Tag sein. Dieser Tag soll aufrütteln und eine Botschaft hinterlassen, ein Bekenntnis zur gemeinsamen Bewältigung des Istzustandes und zur Definition des Sollzustandes und dessen Umsetzung.

Dr. Adalbert Strasser

Präsident der Aktiven Diabetiker Austria



Der offene Brief als PDF-Datei (380 kb) zum Herunterladen.





zurück zur Übersicht


ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 13.11.2017 - 16:04 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien