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Restl-Essen für bessere Zuckerwerte?

Stichwort: resistente Stärke – bei Nudeln, Reis und Kartoffeln funktioniert es.

Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, kennen dieses Problem.
Nach Nudel-, Kartoffel- oder Reisgerichten schnalzen die Blutzuckerwerte oft in ungeahnte Höhen. Schuld dran ist der Kochvorgang, der die Stärke bzw. Kohlenhydrate erst aufbricht und verfügbar macht.
Weder Nudeln noch Reis oder Kartoffeln können roh gegessen werden, sie sind für uns weitgehend unverdaulich. Grund dafür ist die „resistente Stärke“, die sich nicht so leicht in ihre Bestandteile zerlegen lässt. Erst durchs Kochen wird die komplexe Struktur der Stärke aufgebrochen.
Lässt man die gekochten Speisen aber wieder abkühlen, wird ein Teil der Stärke in „resistente Stärke“ zurückverwandelt. Die Folgen für den Stoffwechsel sind bemerkenswert: die abgekühlte Beilage enthält nun wieder Unverdauliches, von Ernährungswissenschaftlern auch Ballaststoffe genannt.

“Tatsächlich kann verdauliche – und somit den Blutzucker beeinflussende – Stärke durch Erhitzen und anschließendes Abkühlen zu einem unverdaulichen Ballaststoff werden. Dieser Effekt bewirkt, dass z.B. Erdäpfel, Reis oder Nudeln nach dem Erhitzen und anschließenden Abkühlen den Blutzucker weniger stark erhöhen als die warmen Speisen,“ bestätigt die Diätologin Anna Moor.
„Im Alltag ist diese Methode zwar nicht immer anwendbar, aber bei Speisen wie Nudel- oder Erdäpfelsalat oder wieder aufgewärmten Reisgerichten sollten Sie bei Bedarf Ihre Insulinmenge anpassen bzw. sich über flachere Blutzuckerverläufe freuen.“

Nudelsalat, aber auch abgekühlte und dann wieder aufgewärmte Reis- oder Nudelgerichte haben deutlich weniger Blutzuckeranstieg zur Folge. Das hat vor Kurzem die britische Ernährungswissenschaftlerin Denise Robertson in einem praktischen Versuch bewiesen. Nach einem von ihr veranstalteten Restl-Essen hatten die Teilnehmer nur halb so viel Zucker im Blut, wie die Vergleichsgruppe, die frisch gekochte Nudeln gegessen hatten.

Restl-Esser: nur halb so viel Zucker im Blut

Für viele Menschen mit Typ-2-Diabetes kann diese Erkenntnis nützlich sein. Denn je mehr Ballaststoffe eine Nahrung enthält, desto weniger wahrscheinlich ist eine Gewichtszunahme.
Insulinpflichtige Typ-1-Patienten sollten aber in jedem Fall testen. Denn wer mit den üblichen Parametern für sein abgekühltes oder auch wieder aufgewärmtes Restl-Essen Insulin spritzt, kann sich leicht mit einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) wiederfinden.

Anna Moor, BEd MSc nutr. med.
Diätologin, Diabetesberatung, Pädagogin
Externer Linkwww.ernaehrungskonzept.eu

Quelle: Externer LinkDiabetes Austria – Initiative Soforthilfe für Menschen mit Diabetes




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 27.02.2018 - 11:58 Uhr

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