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FTO-Gen: Forscher entdecken die Mutation, die uns fett macht.

„Ich kann machen, was ich will, Herr Doktor, ich nehme einfach nicht ab.“
Sätze wie diesen haben Generationen von Ärzten und Diabetesberaterinnen
millionenfach gehört und mit müdem Lächeln als „Noncompliant“ durchgewunken.
Doch jetzt gibt die Wissenschaft den vermeintlich unfolgsamen Patienten recht.

Einer einzelnen Punktmutation im „FTO-Gen“ verdankt fast die Hälfte aller Europäer eine Neigung zur Adipositas. Die Genvariante begünstigt im Körper die Entwicklung von
weißen Fettzellen, die im Gegensatz zu beigen Fettzellen Fett speichern, statt es in Wärme zu verwandeln. Dies berichteten US-Forscher im New England Journal of Medicine. Sie konnten einen kompletten Stoffwechselweg entschlüsseln, der Ansatzpunkte zur Entwicklung neuer Medikamente
liefern könnte.

Das vor elf Jahren entdeckte „FTO-Gen“ ist kein Gen im klassischen Sinn. Es handelt sich vielmehr um eine Strecke von 47.000 Nukleotiden auf dem Chromosom 16. Dort wurden 87 Genvarianten entdeckt, die zusammen bei etwa 44 Prozent aller Europäer nachweisbar sind und bei diesen das Risiko auf eine Adipositas erhöhen (wobei das Gen niemals der einzige Grund für die Fettleibigkeit ist).

Auf welche Weise das Gen die Zunahme des Fettgewebes begünstigt, war bislang nicht gekannt. Auf dem „FTO-Gen“ wurde kein „FTO-Protein“ gefunden. Es werden dort deshalb eines oder mehrere Steuer-Gene vermutet, die über die Einwirkung auf andere Gene die Gewichtszunahme begünstigen. Bislang wurde vermutet, dass diese Steuer-Gene im Gehirn auf das Appetitzentrum einwirken und dadurch die Kalorienzufuhr steigern.



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