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Gemeinsam Lösungen erarbeiten!

Psychologische Unterstützung sollte fester Bestandteil bei chronischen Erkrankungen sein.

Liebe Leserinnen und Leser!
Nach wie vor wird der psychischen Gesundheit von Patienten mit chronischen Erkrankungen, insbesondere Diabetes, zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Mit einer chronischen Erkrankung zu leben bedeutet für viele Betroffene eine komplette Veränderung ihres Lebensstils und diverse Einschränkungen im Alltag. Dies hat wiederum einen Einfluss auf unser Befinden.

Körper und Geist müssen versorgt werden!

Frustration, Niedergeschlagenheit, Verbitterung, Ängste und Depressionen können die Folge sein. Körper und Geist hängen so stark zusammen, dass wir uns um beide Anteile gleich gut kümmern müssen um vollständige Gesundheit und damit eine verbesserte Lebensqualität zu erreichen. Als Klinische- und Gesundheitspsychologin erachte ich es als sehr wichtig, dass Betroffene die Möglichkeit haben diese Unterstützung zu bekommen. Die psychologische und psychotherapeutische Begleitung von Patienten mit einer chronischen
Erkrankung sollte ein fester Bestandteil des multidisziplinären Behandlungs-
angebotes sein.

Viele Menschen, die noch keine Erfahrung mit dieser Berufsgruppe gemacht haben, können sich wenig unter meiner Arbeit vorstellen. Deswegen lassen Sie mich versuchen, die psychologische und psychotherapeutische Begleitung in diesem Beitrag etwas näher zu beschreiben.

Nachdem ich demnächst in Schladming die Gelegenheit habe, bei einer Fortbildungsveranstaltung für Gruppenleiter von Diabetes-Selbsthilfegruppen über die vielseitigen Möglichkeiten der psychologischen Unterstützung zu referieren, nehmen wir doch die schöne Berglandschaft zum Anlass um meine Tätigkeit mit folgender Geschichte näher zu beschreiben:
Stellen Sie sich vor, Sie wollen eine Wanderung machen. Sie suchen sich einen Berg aus, dessen Gipfelkreuz eine unglaublich schöne Aussicht verspricht. Sie starten in der Früh bei strahlend blauem Himmel, ausgestattet mit Energie und Zuversicht, am Ende des Tages das atemberaubende Panorama oben am Berggipfel zu genießen. So wie Sie es von anderen Wanderungen kennen, gibt es angenehme Wegstücke, unangenehme Wegstücke, teilweise müssen Sie sogar klettern oder sich an Felsvorsprüngen festhalten um besonders steile Strecken zu bewältigen. Einige Zeit spazieren Sie durch eine schöne, ebene Landschaft, ein Bach begleitet Sie und plätschert vor sich hin, unendliche Wiesen mit bunten Blumen soweit das Auge reicht.
Wanderwege führen auch manchmal durch den Wald. Auch hier gibt es einladende Wegstücke, mit Moos bedeckte Steine und besondere verwunschene Örtchen die zum Träumen einladen. Und dann gibt es unangenehme steile Stücke wo man froh und erleichtert ist wenn man sie hinter sich hat.

Nun sind Sie bereits ein paar Stunden unterwegs und Sie merken, dass die Wanderung anstrengend wird. Der Weg wird steiler und schmäler, und ist sehr uneben, Sie müssen viel klettern und spüren die stechenden Muskelschmerzen in ihren Oberschenkeln. Und plötzlich wird es dunkel, Sie spüren den ersten Regentropfen, ein Unwetter bahnt sich an. Damit haben Sie jetzt wirklich nicht gerechnet und eigentlich sind Sie dafür auch nicht ausgerüstet. Sie haben bereits die Hälfte des Weges hinter sich, was sollen Sie nun machen? Keine Hütte weit und breit, keine Menschen weit und breit, das Handy für den Notfall haben Sie zu Hause vergessen. Ein Sturm zieht auf, der Regen geht in Hagel über und es wird eisig kalt. Ihr Gewand und Ihre Schuhe sind mittlerweile durchnässt und Sie frieren. Nachdem der Sturm so stark ist, biegen sich die Bäume im Wald und dicke Äste brechen ab und knallen vor Ihnen und hinter Ihnen zu Boden.
Sie rufen um Hilfe, Sie schreien, Sie brüllen sich die Seele aus dem Leib es möge irgendjemand kommen und Ihnen helfen oder zumindest sagen was Sie tun sollen denn inzwischen sind Sie so verzweifelt und haben große Angst ob Sie diese Wanderung überhaupt überleben werden…
Aber es kommt niemand…
Sie fühlen sich alleine, einsam, hilflos…

An dieser Stelle möchte ich einige Parallelen zum alltäglichen Leben ziehen und anhand einzelner Beispiele erläutern:

Ab und zu befindet man sich im Leben in einem Ausnahmezustand – ich glaube das kennt jeder von uns – es passieren unvorhersehbare Dinge die uns aus der Bahn werfen: Tod einer nahestehenden Person, Jobverlust, Schmerzen, schwere Krankheiten, Ängste, und vieles mehr. Wir sind unglücklich, erschöpft, deprimiert, irritiert, traurig, das Leben erscheint uns vielleicht nicht mehr sinnvoll, wir haben Angst und wissen nicht mehr weiter.
Ganz oft schaffen wir Menschen es, mit Krisen alleine umzugehen. Wir reden mit unseren Familien und Freunden, wir suchen Ablenkung, wir reden uns gut zu, versuchen uns selbst zu motivieren. Aber es gibt auch manchmal Situationen oder sogar längere Lebensphasen, in denen es uns trotz aller Bewältigungsversuche immer noch schlecht geht. Einschneidende Lebensereignisse die wir nicht ändern können und die unser Leben durch und durch beeinflussen und einschränken, Veränderungen die wir für immer akzeptieren müssen. Wir sind gereizt, streiten uns mit unseren Familien und Freunden, stopfen Berge von Schokolade in uns, um das Leid und den Schmerz zu vergessen, ziehen uns zurück, alles Versuche um uns nicht mit unangenehmen Themen und schmerzhaften Gefühlen auseinanderzusetzen, doch es wird nicht besser. Wir haben den Eindruck es geht nicht mehr weiter. So wie in der Geschichte auf dem Berg.

Und hier komme ich ins Spiel. In dem Moment wo Sie glauben es ist alles aus und vorbei, bin ich da und ich lasse Sie nicht im Stich. In der Geschichte bin ich so etwas wie ein Bergführer für Ausnahmesituationen mit speziellen Kenntnissen. Ich gehe mit Ihnen durch Dick und Dünn, bleibe an Ihrer Seite, spreche Ihnen gut zu und kenne gute Tipps und Tricks um zum Ziel zu gelangen. Wir suchen gemeinsam nach Lösungen um mit den kritischen Situationen bestmöglich umzugehen, um am Ende des Tages die langersehnte Aussicht am Gipfelkreuz zu genießen bzw. um auf schwierige Phasen unseres Lebens mit Stolz zurückzublicken.

Meine Aufgabe ist es, Menschen dabei zu unterstützen, Tatsachen zu akzeptieren die sie nicht ändern können, und den Mut zu haben, andere Tatsachen zu ändern, die sie ändern können um wieder ein zufriedenes und ausgeglichenes Leben zu führen.

Foto: © Privat

Mag. Katharina Fischer
Klinische & Gesundheitspsychologin,
Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision,
Arbeitspsychologin & Supervisorin

1130 Wien, Sommerergasse 14

Mobil: 0676 / 34 25 810

E-Mail: office@katharinafischer.at
Web: Externer Linkwww.katharinafischer.at




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 26.04.2018 - 11:23 Uhr

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