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Generalversammlung 2008 Tagesordnung in Einzelheiten

Generalversammlung am Samstag, den 11. Oktober 2008
in unserem Büro / Versammlungssaal SPÖ Wien 9
1090 Wien, Marktgasse 2, um 13:30 Uhr – Fortsetzung ab 14 Uhr

Anwesend 43 Teilnehmer, davon 42 plus 5 Vertretungen stimmberechtigt.

1. Vortrag von Eleonore Benedek: Unsere neue Homepage.
2. Genehmigung der Tagesordnung Annahme erfolgte einstimmig.
Zur Schriftführerin wird bestellt: Ingrid Cemper.
3. Bericht über die allgemeine Lage
4. Bericht über unsere Tätigkeit
(Beide Berichte sind zusammengefasst und weiter unten nachzulesen).
5. Kassabericht
Verlesung durch Peter Leeb, die Daten stehen in unserer Homepage.
6. Verlesung des Kontrollberichtes durch Günter Dangl
7. Entlastung des Vorstandes und des Kassiers
Antrag Günter Dangl, er wurde einstimmig angenommen.
8. Meldung der Veränderung bei den Aktiven Mitgliedern und Genehmigung derselben
Es gab keine Aktiven Mitglieder, die vom Vorstand gebeten wurden, ihren Status auf normale Mitglieder hinunterzusetzen.
9. Neuwahl des Vorstandes

  • Aus dem Vorstand ausgeschieden: Franz Glösmann
  • Vorschlag zur Neuwahl: Aufnahme von Eleonore Benedek
    Der Wahlvorschlag wurde einstimmig angenommen, der Vorstand besteht aus:
  • Obmann: Doktor Erich Wolfrum
  • Stellvertretende Obfrau: Lisi Reichart
  • Kassier: Peter Leeb
  • Außen: Gottfried Bitiste
  • Homepage, Webkontakte: Eleonore Benedek
  • Sport: Arthur Walter
  • Bewegung: Kurt Welz
  • Mütterlichkeit: Ruth Stimmeder
  • Administration im Vorstand: Gerta Thums

10. Diskussion: wie gestalten wir unsere Schulungstreffen?

  • Wollen wir überhaupt ein Schulungswochenende? Antwort: Ja
  • Wie lange soll es dauern? Uneinig ob 3 oder 4 Tage (Fensterwochenende suchen).
  • Auf welcher finanziellen Ebene? Auf mittlerer Ebene.
  • Mit welchem Inhalt? Es wird Schulung für zupackendere Diabetesberatung an Beispielen der besseren Führung einiger Teilnehmer geplant.
  • Die finanzielle Seite wurde aufgezeigt.

11. Sonstige Anträge
Auf Bitte von Grillmayr und Wolfrum wurde das Thema Rechtslage bei Artikeln in der Homepage, die aus den ADA Nachrichten stammen, andiskutiert und einer Denkrunde mit Magister Stimmeder zum Erarbeiten der Lage und Erstellung von Vorschlägen weitergegeben.

12. Vorschau auf die Aktivitäten des kommenden Jahres
Ergab rege Diskussion vieler einzelner Punkte.

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Bericht über Lage und Tätigkeit im Jahr 2007 / 2008

Da ich persönlich ‘gesundheitspolitische Auftritte’, das ‘Trompeten nach aussen’ nicht besonders liebe, werde ich diesen Jahresbericht dazu verwenden, die bemerkenswertesten Diskussionspunkte in Einzelheiten darzustellen. Wenn es Euch interessiert, können wir darüber heute ausführlich sprechen, da jedoch alles in die Homepage gestellt wird – das Spendengütesiegel verlangt dies von uns – können wir auch an Hand dieser schriftlichen Unterlagen ausführlich weiterdiskutieren.

Vorerst ist es mir eine Freude, als Aktive Mitglieder neu zu begrüßen:
Frau Christine MARTINEK 1100 Wien
Frau Maria KUDERNATSCH Baden

Unsere Homepage wurde endlich neu geboren, wir haben darüber den Bericht schon gehört, und ich bedanke mich für die hervorragende Arbeit, besonders von Uwe Kassin und Günter Dangl

Gleichbleibende Mitgliedszahlen können wir auch für das Berichtsjahr melden – wir streichen jedoch jene Mitglieder, die uns soweit ignorieren, dass sie seit 5 Jahren keinen Unkostenbeitrag gezahlt haben, obwohl wir jährlich eine Mahnung senden.
Die Alterssituation, die viele Mitglieder in Heime ziehen oder versterben lässt, ist immer noch drückend.

Immer mehr Gruppen werden jedoch aktiv, wobei sich das Spektrum der Tätigkeit ausweitet. Von Ping-Pong bis Zusammensitzen beim Essen, von Wanderungen bis Volleyball reicht das Programm, die ‘Vortragsabende mit anschliessender Diskussion’ werden allerdings seltener. Trotzdem ist es beachtlich, dass bei Telefonkontakten in Wien darauf hingewiesen werden kann, dass man fast jeden Tag in der Woche bei uns Gesprächspartner findet und an Aktivitäten teilnehmen kann.

Unsere Aktiven sind fleissig. Sie sind der Kern aller Tätigkeiten, cirka 50 Personen bemühen sich, Ihre Ideen im Rahmen unserer Ziele umzusetzen. Das Schulungswochenende für diese Personengruppe am Traunsee war ein Erfolg, besonders im Hinblick auf das ‘Einander kennen lernen, gemeinsame Wege überlegen’. Darüber folgt noch ein eigener Programmpunkt.

Das Büro im 9. Wiener Bezirk wird immer mehr benützt, wir haben mit dem eigenen Internetanschluss, der eigentlich nicht benützt wird, uns auch vollkommen von allen Anschlüssen an die Hausherren (SPÖ) abgekoppelt. Günter Gruber ist meiner Bitte gefolgt, mehr Leben hineinzubringen, verwendet es für seine Arbeiten und ist uns allen – soweit wir ihn darum bitten – unersätzlich mit seinen EDV-Kenntnissen.

Das Büro von Gottfried Bitiste im zehnten Bezirk entwickelt sich immer mehr zur Anlaufstelle für gesprächshungrige Mitglieder und als Zentrum seiner Arbeit in diesem Bezirk und im südl. Niederösterreich.

Die Verwaltung des Vereines läuft weiterhin in ruhigen, möglichst unkomplizierten Bahnen. Buchhaltung, Schriftverkehr (= Mailverkehr), obliegt mir, unterstützt von Kurt Welz und Traude Fida beim Eintragen der Einzelzahlungen. Das Drucken von Beitrittskarten, von Plakaten, Flyer, etc. bereitet immer noch viel Zeitaufwand, Andy Radostits ist eine große Hilfe. Unser Kassier Peter Leeb wacht genau darauf, dass kein Euro unkontrollierte Wege geht – ich möchte den österreichischen Verein sehen, der auch eine so genaue Dokumentation seiner Geldbewegungen hat, inklusive Spendengütesiegel.

Immer wieder werden wir aufgefordert, als Patientensprachrohr aufzutreten. Bei Gesundheitsbehörden, Krankenkassen, Rundfunkdiskussionen wird oft um Teilnahme von einem Vertreter unserer Gruppe gebeten – meist von mir und Herrn Bitiste übernommen. Immer achte ich darauf, dass auch die örtlichen Aktiven dabei teilnehmen können.

Gesundheitsveranstaltungen mit unserer Teilnahme nehmen überhand – es ist meist nicht leicht, genug Mannschaft zur Besetzung der verschiedensten Infotische, der Blutzuckermessorgien zu finden. Unverständnis gibt es oft bei verschiedensten Messeveranstaltern, die zusätzlich zu unserer Gratisarbeit und Gratisanreise auch noch Standgebühren von uns wollen (aber nicht bekommen).

Interesse finden die Seminare, die uns von den Landes-Dachverbänden geboten werden – es ist mir ein Anliegen, möglichst vielen Aktiven Teilnahmen anzubieten.

Das Sommerlager unserer Jugend war so erfolgreich, dass ich hoffe, dass Lisi Reichart schon wieder eifrig ein weiteres plant.

Von unseren aktiven Mitgliedern verabschieden sich von Ihrer Arbeit und ich bitte um Applaus und Dank für die bisherige erfolgreiche Mitwirkung:
Franz Glösmann als Mitglied des Vorstandes
Ute Fetz von der Arbeit mit ihrer Kindergruppe
Magistra Barbara Wagner und Johanna Rautmann von der ständigen Gruppenarbeit in Wiener Neustadt
Dr. Herbert Schaller von der Arbeit in Laxenburg, er übergibt vollständig an Editha Beier
Bernhard Wiltsche und seine Arbeit mit Volleyball.

Wir sind nur bei vier anderen Gruppierungen Mitglied, bzw. Kooperationspartner
ÖAG Österreichische Adipositas-Gesellschaft einer ärztlichen Gesellschaft zur Erstellung von Leitlinien und Diskutieren der so dringenden Probleme
ARGE Selbsthilfe Österreich, dem Zusammenschluss von themenübergreifenden Selbsthilfedachverbänden in Österreich, als Kooperationspartner als themenspezifischer österreichweit tätiger Selbsthilfe Verein der ARGE DIABETIKER, dem Zusammenschluss aller österreichischen Selbsthilfe Gruppen auf dem Gebiet Diabetes zur Mitwirkung innerhalb der Plattform ÖDG (österreichische Diabetes Gesellschaft, Vereinigung der ‘Diabetologen’) – Diabetesberater – Selbsthilfe Gruppen.
Lobby for Kids, einem Verein mit vorzüglicher Kinderarbeit.

Die Entwicklung einer zufrieden stellenden Therapie für Typ 2 Patienten liegt immer noch sehr im Argen. Zum Glück wurde Therapie aktiv nun wirklich in das Programm der Krankenkassen aufgenommen – es wird ja auch Hauptthema am Infotag sein – und hat die politischen Unebenheiten gerade noch zeitlich vermieden, die Akzeptanz bei den Patienten ist jedoch beschämend. Der stellvertretende Obmann des Hauptverbandes, Herr Doktor Probst sagte vorige Woche, er hätte nur 11.000 Teilnehmer in diesem Programm österreichweit. Unsere Reaktion war, dass die Krankenkassen ja auch noch keine Werbung dafür machen, es stellt sich die Frage, woher soll der Patient überhaupt etwas davon wissen.

Und nun zu den einzelnen ‘politischen’ Stellungnahmen, Projekten, etc., um die ich mir als Obmann hauptsächlich Sorgen machen muss. Die einzelnen Positionen werden in die Internseite gestellt, so dass Ihr sie genau durchlesen könnt, es liegen auch je 3 Exemplare hier auf, und wir können während der Generalversammlung, nachher, oder am besten über Mails darüber diskutieren, wenn der Bedarf dazu besteht.

ARGE Selbsthilfe Österreich: Mindeststandards für Selbsthilfe Gruppen. Es soll der Wildwuchs an pharma gegründeten, von Pharmafirmen lebenden Selbsthilfe Gruppen vermieden werden. Die Bedingungen, die an jede Einzelheit geknüpft werden sollen, sind jedoch derart kompliziert, bedürfen so viel Erklärung, Abgrenzung und Offenlegung, dass ein normales Arbeiten fast unmöglich wird. Ist zum Beispiel der Apfelsaft für alle Teilnehmer eines Gruppenabends, an dem auch eine Pharmafirma über ihr Produkt referiert, eine unerlaubte Bestechung? Ist die Benützung eines Saales im Gebäude einer Pharmafirma erlaubt oder verboten? Sind wir hier von einer österreichischen Partei abhängig und daher nicht mehr eine dem Standard entsprechende Selbsthilfe Gruppe? Viele dieser Fragen stammen aus der deutschen Diskussion, sind aber auch verbunden mit einer Unterstützung der Selbsthilfe Gruppen durch die Krankenkassen. Bei uns wird die Frage spruchreif, wenn Spenden an (dem Mindeststandard entsprechende) Selbsthilfe Gruppen steuerlich absetzbar werden.
Die uns in diesen Tagen vorgeschlagenen Mindeststandards sind jedoch derart weich und niemanden verletzend, dass wir selbstverständlich zustimmen.
Mein Vorschlag war, die Mindeststandards mit dem Spendengütesiegel zu verknüpfen.

Health Consumer Powerhouse zeigt einen Vergleich aus der Sicht der Patienten, bei welchem die österreichische Typ 2 Therapie am letzten Platz, gleichauf mit Malta und Zypern, aufscheint, wenn man die Ergebnisse dieser Therapie, also Tod durch Diabetes, Nierenversagen, Fußamputationen und % der Patienten mit Hba1c kleiner 7% vergleicht.
Ich habe diese Bewertung dem Chef der Patientenanwälte zur Unterstützung seiner guten Arbeit gesandt und bin auf eine Antwort gespannt.

Die Änderungen im Sozialversicherungsgesetz, mit welchem die Krankenkassen saniert werden sollten, kamen ebenfalls zur Begutachtung. Einen Satz daraus sah ich als für die Diabetes-Versorgung besonders gefährlich an, und zwar zur Prüfung des Rechtsanspruches auf Verlängerung des Vertrages zwischen Arzt und Krankenkasse soll in einer Evaluierung unter anderem geprüft werden:
’5. Einhaltung festgelegter Behandlungsleitlinien und Behandlungsrichtlinien’
Da in unseren Behandlungsleitlinien die ersten 3 Monate ohne Medikamente, jedoch mit Schulung, Hinweis auf Ernährung und mit Bewegungstherapie festgeschrieben sind, auch die Weitergabe bei Erfolglosigkeit an übergeordnete Ärzte, und da kein Arzt sich an diese Weisungen hält, auch nicht wissen kann, an wen die Weitergabe zu erfolgen hat, ohne Spitalseinweisungen oder in Wien überlange Wartezeiten hervorzurufen, müsste diese Gesetzesformulierung dazu führen, dass kein Arzt mehr Diabetiker in seine Behandlung aufnimmt. Es ist mir daher gelungen, diesen Standpunkt an die Gesundheitsverantwortlichen von SPÖ und ÖVP und im Ministerium weiterzugeben.

Fonds Gesundes Österreich: Gesundheitsförderung fürs Herz: eine Einladung zu einem 2 tägigen Kongress am 13. u. 14. November in Wien liegt vor, wer sich den Zirkus anhören will, ist eingeladen hinzugehen.

Fonds gesundes Österreich – keine Unterstützung: bei einer Veranstaltung der ARGE Selbsthilfe hat der Chef des Fonds Gesundes Österreich, Magister Hörhan, ausdrücklich ausgeschlossen, dass entsprechend den Richtlinien dieser Gesellschaft die Arbeit von gesundheitsbezogenen Selbsthilfe Gruppen gefördert werden kann. Gefördert werden sehr wohl die Bemühungen von Dachverbänden, die uns beibringen sollen, wie wir unsere Arbeit besser gestalten können, jedoch keine Tätigkeiten, die sich auf eine bestimmte Krankheit beziehen. Daher habe ich persönlich – trotz mehrfacher Aufforderung – es auch abgelehnt, am Kongress ‘Gemeinsam gesund’ teilzunehmen.

Der Dachverband der Niederösterreichischen Selbsthilfegruppen ladet für den 23. Oktober zu einer 1. Niederösterreichischen Selbsthilfe Landeskonferenz nach Sankt Pölten ein, um darzulegen, wie Zusammenarbeit mit der Niederösterreichischen Gebiets Krankenkasse stattfindet, bzw. um über Kuraufenthalte zu sprechen. Wer interessiert ist, wird gebeten teilzunehmen.

Die IG-Med ist eine Gruppe von Ärzten mit eigener politischer Meinung und ist über Umwege an uns herangetreten, ob wir ihre Bemühungen nicht unterstützen wollen.
Meine Antwort: unser Verein hält gegenüber jeder Gruppe die gleiche Distanz, wir dürfen daher keine Gruppe bevorzugt unterstützen.
Meine persönliche Meinung dazu habe ich aber auch weitergegeben.
‘Die IG-Med ist allen Gruppierungen gegenüber aufgeschlossen, welche die Punkte unseres Positionspapieres unterstützen’… dies der erste Satz der Internetseite dieser Gruppe. Daher habe ich mir das Positionspapier geholt und meine Auffassung dazu aufgeschrieben. Dies habe ich dieser Gruppe auch mitgeteilt, jedoch kam bis heute keine Reaktion.

Unsere Bemühungen, neue aktive Mitglieder zu finden und an unserer Arbeit teilnehmen zu lassen, sind mit Ausnahme von zwei Anmeldungen erfolglos verlaufen. Dies stimmt mich traurig.

Wien, im Oktober 2008
Dr. Erich Wolfrum

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Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien