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Hormone – Osteoporose

Vortrag von Gynäkologen Dr. Günter Gmoser am 3. Februar 09 bei der ADA-Gruppe Oberwart

Hormone

Die Steuerung der weiblichen Hormone erfolgt vom Gehirn ausgehend.
Im Gehirn werden die Vorstufen vieler Hormone, auch der weiblichen Hormone produziert. Gesteuert durch diese Vorstufen erfolgt die tatsächliche Hormonproduktion der weibl. Hormone im Eierstock. Ausgangspunkt der Hormonproduktion ist das Cholesterin. Aus Cholesterin entsteht über Zwischenstufen einerseits das Testosteron (männl. Hormone), anderseits Progesteron und Östradiol. Progesteron und Östradiol sind die weiblichen Hormone. Auch aus Testosteron kann Östradiol gebildet werden. Die weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen (=Progesteron) steuern den weiblichen Zyklus. Unter Östrogeneinfluss wächst monatlich die Schleimhaut in der Gebärmutter. Unter Gestageneinfluss wird diese Schleimhaut in der Gebärmutter gelockert und umgewandelt. Der Hormonabfall zu Zyklusende löst dann die Menstruationsblutung aus.

Dieser hormonelle Zyklus wiederholt sich monatlich (bei regelmäßigem Zyklus) bis zur Prä-Menopause. Prä-Menopause ist der Lebensabschnitt vor der tatsächlichen Menopause. In der Prä-Menopause wird der Zyklus unregelmäßig. Durch die Ermüdung der Eierstöcke fallen die weiblichen Hormone im Blut ab, die männlichen Hormone (Testosteron) steigen im Blut an. Anstieg der männl. Hormone führt zum kosmetischen Problem wie Haarwuchs an Körperstellen, wo dies nicht erwünscht ist (Damenbart). Es kann auch zur Aknebildung kommen. Durch den ABFALL der weibl. Hormone (Östrogen u. Gestagen) kommt es zu den typischen klimakterischen Beschwerden wie Reizbarkeit, Schlafstörungen, Antriebsschwäche, Depressionen und Hitzewallungen. Wie ausgeprägt diese Symptome sind und wie lange diese Symptome dauern, kann man im vorhinein nicht sagen. Pflanzliche Produkte wie Salbei, Rotklee oder Silbertraubenkerzen können diese Symptome mildern oder erträglicher gestalten.

Manchmal sind jedoch die klimakt. Beschwerden so ausgeprägt, sodass die fehlenden weibl. Hormone zugeführt werden müssen, um eine Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen. Die Hormondosierung sollte aber so niedrig als möglich und die Verabreichungsdauer so kurz als nötig gewählt werden. Eine Hormonzufuhr länger als 5 Jahre ist auf Grund der bekannten Nebenwirkungen der Hormone nicht zu empfehlen. Das weibliche Hormon ÖSTROGEN schützt jedoch das Skelettsystem vor der sogenannten Osteoporose.

Osteoporose

Die Osteoporose ist eine Entkalkung der Knochen mit verstärkter Hohlraumbildung. Durch die Osteoklasten wird der Knochen abgebaut, die Osteoblasten bauen wiederum neuen Knochen auf. Bei der Osteoporose verliert der Knochen an Elastizität und wird spröder.

Durch die verstärkte Hohlraumbildung im Inneren des Knochens verliert dieser die Stabilität. Der Knochen kann dann auch ohne Belastung brechen. Typisch sind Hüftbrüche älterer Menschen. Auch Wirbelkörpereinbrüche sind nicht so selten. Knochenbrüche, hervorgerufen durch die Osteoporose, können dann durch die Veränderungen an den Gelenksflächen sehr schmerzhaft sein. Die Vorstufe der Osteoporose, die Osteopenie, verläuft oft symptomlos und ohne Schmerzen. Daher sind die Prophylaxe und vorzeitige Therapie sehr wichtig.

Als prophylaktische Maßnahmen werden empfohlen:

  • Sportliche AKTIVITÄT
  • NICHT Rauchen
  • KALZIUM-Zufuhr 500 – 1000 mg/Tag
  • VITAMIN D

Die Diagnose „Osteoporose“ wird durch die Knochendichtemessung (DEXA-Messung) gestellt.

Zur Behandlung der Osteoporose werden folgende Substanzen verwendet:

  • Substanzen die den KNOCHENABBAU HEMMEN (diese werden entweder 1x wöchentlich, alle 3 Monate oder 1x jährlich verabreicht)
  • Substanzen die den KNOCHENAUFBAU FÖRDERN

Die zusätzliche Einnahme von Vitamin D und Kalzium, in Abhängigkeit vom Kalziumstoffwechsel, wird empfohlen. Durch diese Therapie kommt es tatsächlich zur Verbesserung der Knochendichte. Aber über die Qualität des neu entstandenen Knochens wird jedoch noch diskutiert. Eine ganz wesentliche Maßnahme bei älteren Menschen ist die Sturzprophylaxe. Zum Beispiel sollten Teppiche aus dem unmittelbaren Bewegungsumfeld älterer Menschen entfernt werden.

Text von Dr. Gmoser

Die Gruppe ADA-Oberwart bedankt sich bei Herrn Dr. Gmoser ganz herzlichst für den hervorragenden Vortrag und für die anschließende Diskussion. Die Leute waren ganz begeistert davon und freuen sich immer wieder, wenn uns so kompetente Vortragende zur Verfügung stehen.

Ella Benedek

MR. Dr. Günter Moser

7400 Oberwart, Beethofengasse 13

Telefon: 033 52 – 32 20 60




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