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Typ 1 Diabetes

In Österreich sind ca. 5 bis 10 Prozent aller Diabetes-Patienten Typ 1 Diabetiker, das entspricht laut ÖDG aktuell ca. 50000 Personen.

Typ 1 Diabetes ist wesentlich seltener als Typ 2 Diabetes und betrifft vorwiegend junge Menschen.

Entstehung und Ursachen:

Heute geht man davon aus, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zur Entstehung des Typ 1 Diabetes beiträgt.

Bei einer entsprechenden genetischen Veranlagung könnte eine Virusinfektion wie Mumps, Masern oder ein Grippevirus der Auslöser sein, indem dieser Virus eine Autoimmunerkrankung nach sich zieht, die zur Produktion von Abwehrstoffen gegen den eigenen Körper führt (Antikörper).
Diese Antikörper wenden sich gegen die sogenannten “Inselzellen” (Betazellen) in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die das Hormon Insulin produzieren.

Insulin spielt im Kohlehydrat-,Eiweiss- und Fetthaushalt des Körpers eine zentrale Rolle.
Das Insulin sorgt dafür, dass der Körper den über die Nahrung zugeführten Zucker, oder die Energie aus den Körperreserven, aufnehmen und weiterverarbeiten kann, um damit sowohl Energie in die Muskelzellen, als auch in die Organe zu transportieren.
Im Verlauf der Erkrankung werden immer mehr Inselzellen angegriffen, bis zur vollständigen Zerstörung dieser insulinbildenden Zellen (Inselzell-Antikörper= ICA).

Da nur noch wenig und irgendwann kein Insulin mehr produziert wird (absoluter Insulinmangel), kann der Körper und seine Zellen die Energie, die er über das Blut zugeführt bekommt, nicht mehr abbauen und den Muskeln und Organen als Energie zur Verfügung stellen – der Zucker bleibt somit im Blut und der Blutzuckerspiegel erhöht sich (Hyperglykämie).

Der absolute Insulinmangel kann bis zur Ketoazidose (lebensgefährliche Stoffwechselentgleisung) führen.

Die Schädigung der Blutgefässe durch den hohen Blutzucker kann zu lebensbedrohlichen Folgen wie diabetischem Koma und schweren Folgeerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenfunktionsstörungen (Dialyse), Nervenschädigungen, Netzhautveränderungen und sexuellen Funktionsstörungen führen (Spätschäden).

Symptome:

Ab einer Zerstörung von ca. 80 % der Inselzellen macht sich die Erkrankung häufig mit folgenden, typischen Symptomen bemerkbar:

  • starker, quälender Durst
  • häufiger Harndrang
  • Erschöpfung, Müdigkeit
  • Heisshunger oder Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
  • Sehstörungen
  • höhere Anfälligkeit für Infekte, schlechte Wundheilung
  • sexuelle Funktionsstörungen, Libidoverlust

Diabetes Typ 1 muss sofort mit Insulin behandelt werden, da die Produktion von Eigeninsulin nicht mehr besteht – die Behandlung besteht also im Insulinersatz.

Deshalb werden Typ 1 Diabetiker gleich nach der Diagnose auf Insulin eingestellt und in der eigenständigen, selbstverantwortlichen Verabreichung geschult.

Typ 1 Diabetiker können nach der ersten Einstellung auf Insulin in eine sogenannte “Remissionsphase” (Erholungsphase) kommen. Dabei scheint sich der Körper wieder zu erholen und selbst Insulin zu produzieren. Dies ist aber nicht von Dauer, der Krankheitsprozess mit der Zerstörung der Inselzellen schreitet fort und die Gabe von Insulin wird nach der Remissionsphase, manchmal auch “Honeymoon” genannt, zwingend lebenserhaltend notwendig.

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Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien