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Ärztliches Gespräch einmal anders

Sagen Sie dem Arzt, wie es Ihnen geht

Eine Erkrankung bedeutet in der Regel wesentlich mehr als nur „Diagnose – Behandlung“. Zahlreiche Lebensbereiche kommen beim Arzt oft nicht ausreichend zur Sprache, sagt der Coach.

Das herkömmliche Arzt-Patienten- Gespräch, sei es im Spital oder in der Praxis, beschränkt sich aufgrund der knappen Zeit in der Regel auf medizinische Belange. Der Arzt erkundigt sich nach den (körperlichen) Beschwerden, stellt die Diagnose und verordnet die geeignete Therapie / ein Medikament. Es gibt auf der einen Seite den „Experten“, der dem Patienten sagt, was er zu tun hat, und auf der anderen Seite den „Kranken“ als Empfänger dieser Anordnungen.

Besser als der Arzt hat naturgemäß der Patient / Klient wesentlich mehr Detail- und Hintergrundwissen über seine Situation als der Mediziner jemals haben kann. Diese umfassen z. B. körperliche Erschöpfung / Ermüdung; Einschränkung des bisherigen Lebens; Furcht vor Verschlechterung; Abhängigkeit von fremder Hilfe; finanzielle Abhängigkeit oder auch Reaktionen der Umwelt auf Erkrankung.
In dieser Situation kann ärztliches Coaching oft viel hilfreicher sein als noch so gut gemeinte Ratschläge. Coaching ist eine ziel- und lösungsorientierte Form der Beratung, in der beide Gesprächspartner als Experten am Tisch sitzen. Aufgabe des Coaches ist es vor allem, durch viele Fragen sein Gegenüber zum Nachdenken zu bringen und neue Sichtweisen zu ermöglichen. So können gemeinsam Lösungen entwickelt werden. z. B.: Wie gut kommen Sie derzeit mit Ihrer Erkrankung zurecht – auf einer Skala von eins bis zehn?

Schritt für Schritt zur Lösung

Als Coach gebe ich mich nicht damit zufrieden, wenn mir mein Kunde sagt „Ich möchte mich besser fühlen.“ Ich frage gleich nach: „Woran werden Sie das merken? Was ist dann genau anders? Was machen Sie anders?“ Und mir genügen auch keine negativen Formulierungen wie: „Ich möchte keine Angst mehr haben.“ Hier frage ich nach: „Was ist dann anders? Was ist dann stattdessen?“.
So kann ich meinen KundInnen oder PatientInnen Schritt für Schritt statt eines problemorientierten Zugangs – den wir alle gut kennen und können – in einen lösungsorientierten Zustand begleiten. Das bedeutet auch für mein Gegenüber viel Arbeit und Nachdenken und kann ganz schön anstrengend sein – aber die Betonung liegt hier auf dem Wort „schön“!

Foto: © Martina Draper

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Lalouschek
Medical Coach





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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 26.03.2011 - 11:14 Uhr

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