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Ticken im Rhythmus des Diabetes

Sag mir, wo die klugen Diabetiker sind

Ihre historische Uhr mit dem komponierenden Gioachino Rossini ist das Lieblingsstück von Uhrmachermeisterin und Selbsthilfegruppenleiterin Ruth Stimmeder. Sie ist immer am Puls der Zeit.

Dreihundert DiabetikerInnen soll es in Heidenreichstein, einer Gemeinde im nördlichen Waldviertel mit viereinhalbtausend Einwohnern, geben. Junge und Alte sind darunter. Jeder fünfzehnte Bewohner schlägt sich also mit der mühsamen und unter Umständen lebensgefährlichen Krankheit allein herum.

Selbsthilfegruppe

Man sollte glauben, Betroffene würden jeden Strohhalm ergreifen, um sich vor den beängstigenden Spätfolgen zu schützen. Ruth Stimmeder, Uhrmachermeisterin in der Schremser Straße und seit Jahrzehnten selbst Typ-1-Diabetikern, macht sich die Mühe, gratis und selbstlos eine Selbsthilfegruppe der Aktiven Diabetiker zu führen. Einmal monatlich trifft sie sich im Gasthof am Stadtplatz oder in der Café-Konditorei in der Schremser Straße mit „fünf bis 15“ (Ruth Stimmeder) DiabetikerInnen und deren Angehörigen und Freunden, um das Leben mit der Zuckerkrankheit lebenswerter zu machen und neueste Erkenntnisse weiter zu geben. Bei den Gruppentreffen halten viele hervorragende Fachleute spannende Vorträge.

„Wo sind die vielen anderen Betroffenen? Es ist doch viel zu gefährlich, die Krankheit nicht Ernst zu nehmen“, fragt sich Selbsthilfegruppenleiterin Stimmeder. Doch: „Manche wollen nicht zugeben, dass sie DiabetikerInnen sind, obwohl sie 400 Zucker haben.“

Privatchauffeur

Walter Baumgärtel zögert nicht, seine Dienste anzubieten: „Es macht mir nichts aus, Interessierte aus Heidenreichstein und der engeren Umgebung auf meine Kosten mit dem Auto zu den Gruppenabenden abzuholen und wieder heimzubringen.“ So selbstlos sind sie, die engagierten DiabetikerInnen.
Ruth Stimnmeder hat ihren Lebenswandel mit häufigem Zuckermessen, sorgfältig dosierten Insulingaben und wohlüberlegten Mahlzeiten recht gut im Griff, weiß aber auch, dass der Diabetes immer gut für Überraschungen ist. Man kann also nicht genug wissen und nicht genug Erfahrungen austauschen, um ziemlich heil durchzukommen.

Wissen übersetzen

Stimmeder: „Selbsthilfegruppen wollen beileibe keine Arztbesuche ersetzen. Aber sie eignen sich beispielsweise sehr gut, um Medizinersprache in Durchschnittsmenschensprache zu übersetzen.“ Der Gemeindearzt gehört sogar zur Gruppe der „Therapie-aktiv-Ärzte“.
Weil sie weiß, dass sie was G‘scheites macht, können wir auf Ruth Stimmeder auch in Zukunft zählen.

Richard Andraschko

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