Logo der Aktiven Diabetiker Austria

Mittersteig 4/21, A 1050 Wien
Telefon & Fax: 01/587 68 94


Artikelanfang:

HbA1c (Hämoglobin A1c)

Der HbA1c-Wert ist für Diabetiker so wichtig, weil große Studien bestätigt haben, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Höhe des HbA1c-Wertes und verschiedenen Diabetes-Folgekrankheiten gibt.

Je genauer der HbA1c-Wert sich also im Zielbereich befindet, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für Folgekrankheiten. Oftmals wird beim Typ-2-Diabetiker deshalb ein Wert von zirka 6,5 Prozent angestrebt. Im Einzelfall sollte der Zielwert jedoch mit dem Arzt festgelegt werden.

Glucose haftet am roten Blutfarbstoff

Der HbA1c-Wert kommt zustande durch das Verzuckern des roten Blutfarbstoffes mit Glucose. Je höher der durchschnittliche Blutzucker, desto mehr Hämoglobin ist mit Zucker beladen. Glucose hat die chemische Eigenschaft sich an Eiweiße anzulagern. Zunächst in einem schnellen, reversiblen Prozeß (zirka 4 Stunden), der nach einiger Zeit in einen irreversiblen Prozeß mündet.

Da sich die Blutkörperchen und das Hämoglobin etwa alle 90 bis 120 Tage erneuern, erlaubt der HbA1c-Wert eine Aussage über die durchschnittliche Blutzuckereinstellung der letzten acht bis zwölf Wochen.
Der Normbereich liegt zwischen 4,5 bis 6,5 %.
Die Normwerte können jedoch, je nach verwendeter Messmethode des Labors, Schwankungen unterliegen. Daher sollten zur Beurteilung des Einzelwertes immer die Referenzwerte des Labors für diese Messung herangezogen werden.

HbA1c-Werte unter 5 % sind mit Vorsicht zu betrachten, denn bei einem so niedrigem Durchschnitts-Blutzucker kann möglicherweise auch der Schwellenwert für die Hypo-Wahrnehmung (Unterzuckerung) sinken.
Wenn Sie selbst mit diesem Problem zu kämpfen haben, dann wäre es sicher nicht falsch, mit Ihrem behandelnden Arzt abzusprechen, ob man nicht für eine Zeitlang den Durchschnittswert anheben sollte, bis sich Ihre Hypo-Wahrnehmung wieder verbessert hat. Auch ein spezielles Hypo-Wahrnehmungstraining wäre in diesem Fall bestimmt eine gute Idee.

Blutzucker-Kontrollen auch auch bei gutem HbA1c wichtig

Ein schlechtes HbA1c zeigt eindeutig eine schlechte Diabetes-Einstellung, während ein normwertiges HbA1c noch kein endgültiger Beweis für eine gute Einstellung ist. Von einer guten Einstellung kann man nämlich nur dann sprechen, wenn keine größeren Blutzucker-Schwankungen aufgetreten sind. Blutzucker-Spitzen gelten als potentiell mitverantwortlich für Gefäßschädigungen und da diese Spitzen im Normalfall nicht allzu lange dauern, kann sich der Zucker nicht fest mit dem Hämoglobin verbinden. Diese Blutzucker-Spitzen hinterlassen also keine Spuren im HbA1c-Wert.

Um die individuell angepasste Kontrolle des Blutzuckers kommt man also selbst bei guten HbA1c-Werten nicht herum. Und selbstverständlich darf ein guter HbA1c-Wert nicht mit Hypos erkauft werden.

Zu niedriges HbA1c erhöht möglicherweise das Sterberisiko

Zu anspruchsvolle Ziele in der Blutzuckerkontrolle scheinen vor allem älteren Typ2-Diabetikern eher zu schaden.

Verschiedenen Analysen von Krankenakten und Studien, so auch die Externer LinkACCORD-Studie, die vorzeitig abgebrochen wurde, da die Sterblichkeit unter den Typ2-Diabetikern, deren HbA1c-Zielwert bei 6,4 % angesiedelt war, signifikant höher war als in der Vergleichgruppe, die den Wert von 7,5 % angestrebt hatten, brachten hervor, dass bei Patienten, die den HbA1c-Wert auf etwa 7,5 Prozent senkten die Sterblichkeitsrate am niedrigsten war.

Auch eine Analyse der Externer LinkGeneral Practice Research Database kam zu ähnlichen Ergebnissen:
Patienten mit einem nahezu idealen HbA1c-Wert von 6,5 % hatten eine gleich hohe Sterblichkeit wie Patienten mit einem aus diabetologischer Sicht katastrophalen HbA1c-Wert von über 10 Prozent.

Über die Ursachen der Ergebnisse wird nach wie vor spekuliert. Neben der Auswahl der Medikamente könnte eine erhöhte Zahl von Hypoglykämien für die Ergebnisse verantwortlich gemacht werden.

Fazit: Bei jungen Diabetikern kann das HbA1c durchaus streng in einen Bereich, der von Diabetologen als wünschenswert eingestuft wird, gebracht werden. Bei älteren Diabetikern sollte der HbA1c-Wert, nach Absprache mit dem behandelnden Arzt, jedoch nicht unter 7,5 % gesenkt werden.

Neue Messeinheit für HbA1c

Um die Messung weltweit zu standardisieren, hat eine Arbeitsgruppe der IFCC (International Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine) das HbA1c als das stabile Produkt einer Kopplung von Glukose an das N-terminale Valin der Beta-Kette des Hämoglobins definiert. Die im Auslaufen begriffene Einheit ist %. Die nach Empfehlung der IFCC eingeführte, internationale Einheit ist mmol/mol.



Weitere Artikel zu diesem Thema:




zurück zur Übersicht


ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 24.06.2011 - 10:03 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien