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Sehr agile Selbsthilfegruppe in Vorau

Gut bei Diabetes

Robert Riegler leitet die Selbsthilfegruppe Vorau der „Aktiven
Diabetiker Austria“ und hat auch sonst viel drauf.

Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen, und Robert Riegler zum Bahnhof Friedberg, um mich an diesem lauen Frühsommerabend zum Kutscherhof in Vorau zu kutschieren. Seine DiabetikerInnenrunde hatte, wie auch sonst alle zwei Monate, den Seminarraum prall gefüllt. 25, vielleicht sogar 30 waren es, eine gut gelaunte Runde, die mich, den angereisten Wiener, von Anfang an mit steirisch-gemütlicher Herzlichkeit empfing.

Robert Riegler ist gelernter Zuckerbäcker. Gerade hatte er „ein paar Torten“ fertiggemacht, die das Festl einer Freundin versüßen sollten. Durchgebissen hat er sich in seinem Leben schon durch Vieles: Als Kranführer in luftiger Höhe, die mich schon beim Hinaufschauen schwindlig macht, als Kraftfahrer auf Asphalt in ganz Europa. Und mit zwei Händen, denen man ansieht, dass sie fest zupacken können.

Das müssen sie auch, denn als alleinverdienender Häuslbauer musste schon eine Menge Geld herangeschafft werden, um seine Familie versorgen zu können. Seine broteinheitenfirme Gattin und gelernte Köchin Hilde hilft ihm, mit seinem Diabetes gut zurecht zu kommen.

Neues Leben mit „ADAs“

Er kann auch zupacken, wenn er Holz aus dem Wald holt, das ihm der Förster zugeteilt hat. Frühmorgens trifft man ihn beim Wandern, Radfahren gehört zu seinen liebsten Hobbys. Und künstlerisch Töpfern – um seine gut gelungenen Produkte reißt man sich nah und fern.

„Ich hab schon mehr vom Sterben als vom Leben geredet“, gesteht Peter Lasa. Heute ist er zum ersten Mal in Robert Rieglers Runde. Ein Freund hat ihn mitgenommen. Lasa, Vater dreier Kinder, kannte aus seiner Diabetiker-Laufbahn nur Verbote, die ihn am Leben verzweifeln ließen. „Nie wurde mir eine Schulung angeboten“, erzählt Lasa, der seine Karriere mit der Zuckerkrankheit bei stolzen 710 mg/dl begonnen hat und fast daran gescheitert wäre. In Rieglers Runde hat er sich sofort wohl gefühlt – und ist spontan den „Aktiven Diabetikern Austria“ beigetreten.

Sie war erst zehn, als sie mit der Diagnose Diabetes konfrontiert wurde. Inzwischen lebt sie 54 Jahre damit und hat schon die dritte Insulinpumpe: Helgard Haas weiß gut, was diabetische Spätfolgen sind. Die Polyneuropathie hat sich in ihrem Körper breit gemacht, und Muskelkrämpfe quälen sie Tag und Nacht. Die relativ neue Hochtontherapie tut ihr Gutes, wenn auch nicht gerade um einen Pappenstiel – aus eigener Tasche.

Spannende Vorträge

Die Themen gehen Robert Riegler nicht aus. Im Zweimonats-Abstand lädt er gern Gäste ein. Diesmal ist es Dr. Petra Kremnitzer, „die Petra“, wie sie alle kennen und schätzen (einen Beitrag von ihr lesen Sie demnächst im ADA Journal). Sie berichtet von den vermehrten Zahnproblemen der DiabetikerInnen mit Zahnfleischbluten und Parodontose. Auch Karies macht sich hinter den Lippen der Zuckerkranken breit. Der regelmäßige Weg zu ZahnärztInnen ist also kein Luxus.

Dann sitzen sie noch eine Weile zusammen, die Leute von Rieglers Diabetiker-Innenrunde. Und freuen sich, dass die Gemeinschaft gut gegen Diabetes ist.

Richard Andraschko





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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 30.08.2011 - 16:34 Uhr

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