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Die Risiken der Hyperlipidämie

Abnorme Blutfette

Sie sind maßgeblich verantwortlich für die Haupttodesursache in Österreich – aber zu hohe Blutfettwerte verursachen noch sehr viel mehr in unserem Körper.

Was sind Blutfette eigentlich? Werfen wir zunächst einen näheren Blick auf unsere Nahrung: Alle Fette und fettähnliche Substanzen gehören zur Gruppe der Lipide, auch die Blutfette. Allen Lipiden gemeinsam ist, dass sie nicht in Wasser gelöst werden können, sie bilden einen Öl- oder Fettfilm.
Die Fette gehören zu den Grundnahrungsmitteln, aus denen unser Körper Energie gewinnt. Fette liefern sehr viel mehr Energie, als z.B. Kohlenhydrate und Eiweiß. Diese Nährstoffe können außerdem bei einem Überangebot vom Körper ebenfalls in Fette umgewandelt und gespeichert werden.

Risiko: Blutfettwerte

Über die Nahrung gelangen Fette nach verschiedenen Umbau- und Spaltungsprozessen in das Blut. Jetzt werden sie als Blutfette bezeichnet.
Zu hohe Blutfette können durch Ablagerungen in den Gefäßwänden und damit verbundene Engstellen eine Koronare Herzkrankheit auslösen – die Todesursache Nummer Eins in unserer westlichen Welt.
Aber nicht nur das! Erhöhte Blutfette (Hyperlipidämie) können die unterschiedlichsten gesundheitlichen Probleme auslösen – im gesamten Körper. Im Folgenden nur einige von vielen Beispielen, was erhöhte Blutfette anrichten können:

1. Impotenz:
Bis zu 10 Prozent der Männer leiden an Impotenz. Sie ist damit eine sehr häufige Sexualstörung, Betroffen sind Patienten jeden Lebensalters, mit steigendem Alter tritt die Störung jedoch häufiger auf. Definiert ist die Impotenz als eine mangelhafte Erektion.
Auch bei Frauen treten vermehrt Potenzprobleme auf, die sich durch trockenes Scheidensekret bemerkbar machen können. Neben diversen urologischen Grunderkrankungen kann vor allem Gefäßverengung durch zu hohe Blutfettwerte die Ursache der Potenzproblematik sein.

2. Herz:
Allgemein bekannt ist, dass erhöhte Blutfette ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko nach sich ziehen. Erst vor kurzem wurden Studien publiziert, in denen nachgewiesen werden konnte, dass die Schädigung der Herzkranzgefäße schon 20 Jahre vorher beginnt.
Abnorme Blutlipide (Blutfette) sind eine Hauptursache der Koronaren Herzkrankheit, und die Senkung des LDL Cholesterins (schlechtes Cholesterin) reduziert deren Risiko deutlich.

Gefäßverengend

3. Schlaganfall (Insult):
Oberflächlich betrachtet passiert ein Schlaganfall aus heiterem Himmel. Tatsächlich jedoch bahnt sich ein Schlaganfall aber über viele Jahre hinweg an, da seine Ursachen meist chronisch sind und durch bestimmte Risikofaktoren begünstigt werden. Die Prävention ist also insofern möglich, als man durch eine bewusste Lebensführung sein persönliches Risiko in einem gewissen Maß verringern kann.
Bei zwei Drittel aller Patienten mit einem Schlaganfall liegt die Ursache in einer Arteriosklerose, die durch Ablagerungen von Blutfetten (Cholesterin) und Bindegewebe zu einer Verengung der Blutgefäße führt. Dadurch wird die Blutzufuhr beeinträchtigt und die Entstehung einer chronischen Mangeldurchblutung im Gehirn gefördert. Verschlechtert sich zusätzlich die Herz-Kreislauf-Tätigkeit, kann eine akute Sauerstoffnot des Gehirns – ein Schlaganfall – die Folge sein. Sämtliche Maßnahmen gegen Arteriosklerose sind demnach auch Präventionsmaßnahmen in Hinblick auf einen Schlaganfall.

4. Chronisches Nierenversagen:
Häufigste Ursachen eines chronischen Nierenversagens sind Diabetes und Bluthochdruck. Bluthochdruck ist in vielen Fällen durch eine Arteriosklerose bedingt oder verschlechtert. Auch diese Tatsache unterstreicht den hohen Stellenwert der Blutfettwerte.

Jeder kann etwas tun!

Gegenmaßnahmen: Es gibt so viele – und teilweise ganz einfache – Maßnahmen gegen zu hohe Blutfettwerte. Trotzdem ist rund die Hälfte unserer MitbürgerInnen betroffen.
Blutfettwerte können verringert werden, wenn Sie gesundes Essen zu sich nehmen, wenn Sie Übergewicht abbauen oder wenn Sie körperlich aktiv sind. Manchmal führen diese Maßnahmen alleine nicht zum gewünschten Ziel und es müssen zusätzlich Medikamente eingenommen werden. Aber auch das sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe „auf sich nehmen“!

Gutes und schlechtes…

Ziel muss es sein, vor allem die Cholesterinwerte im Blut stabil und im Rahmen zu halten: Der Cholesterinquotient ist ein guter Index dafür. Er ergibt sich, wenn man das Gesamtcholesterin durch das gute Cholesterin (HDL) dividiert und sollte unter 4,5 liegen.
LDL (schlechtes Cholesterin) sollte einen Wert unter 130 haben, bei Herzkranken oder DiabetikerInnen unter 100, bei bestimmten PatientInnen sogar unter 70.

Liebe Patienten, die Gesundheit ist sehr wichtig, schauen wir gemeinsam, dass sie uns erhalten bleibt.

Foto: © Privat

Dr. med. univ. Samir Tillawi
Arzt für Allgemeinmedizin
2431 Kleinneusiedl, Fischamenderstraße 2

Telefon: 02230 / 80 400




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 27.02.2012 - 17:15 Uhr

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