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Diagnose: Diabetes mellitus Typ 1

Keine Frage der Schuld!

Kinder und Jugendliche mit Diabetes sind wie alle anderen Kinder und Jugendlichen – sie haben nur eine zusätzliche Lebensaufgabe.

Bei Ausbruch der chronischen Erkrankung Diabetes mellitus Typ 1 treten bei vielen Eltern Fragen nach Ursachen und nach möglicher Schuld auf:
„Was habe ICH falsch gemacht?“
„Was hast DU falsch gemacht?“
„Haben WIR etwas Falsches getan?“

Festgehalten werden kann, dass keiner der beiden Elternteile auf irgendeine Weise Schuld an der Erkrankung des Kindes hat. Im psychologischen Gespräch mit den Eltern wird versucht, die Botschaft der Ursachenforschung und der Schuldfrage zu artikulieren und zu diskutieren. Schuldzuweisungen, die an sich selbst oder an andere Menschen im persönlichen Umfeld gerichtet sind, sind völlig unberechtigt. Schuldzuschreibungen kosten nur viel Energie und Kraft, die in anderen Lebensbereichen effektiver eingesetzt werden können.

Selbstwertgefühl

Das Gefühl der Trauer über die Tatsache, dass das Kind an Diabetes erkrankt ist, ist eine normale und natürliche Reaktion. Die Trauer ermöglicht es, die neue Situation der täglichen multiplen Blutzuckerkontrollen und der Insulininjektionen zu meistern.
Kinder und Jugendliche mit Diabetes fühlen sich oft durch die Veränderungen und die Neuorientierung im Alltag, die der Diabetes mit sich bringt, gegenüber Gleichaltrigen (Schulfreunde, Peers) unterlegen und minderwertig.

Die Aufrechterhaltung eines stabilen Selbstwertgefühls gelingt nur dann, wenn Kinder und Jugendliche mit Diabetes auf Verständnis, Offenheit und Akzeptanz ihres Umfeldes bauen können.

Eltern sollten Schuldzuweisungen von Dritten nachdrücklich zurückweisen; Ehepaare sollten nicht den Fehler begehen, den Partner für die chronische Erkrankung des Kindes verantwortlich zu machen.
Für Eltern und das soziale Umfeld ist es nicht leicht, die chronische Erkrankung des Kindes, Diabetes mellitus, anzunehmen und zu akzeptieren. Eine gute und erfolgreiche Diabetestherapie und ein normales Heranwachsen des Kindes gelingen dann, wenn die Erkrankung partnerschaftlich und familiär getragen wird.

Das Umfeld ist gefragt

Die psychologische Beratung richtet ihr Augenmerk auf Themenkomplexe, die alle Lebensbereiche betreffen: altersgemäße Selbständigkeit, Aufbau und Aufrechterhaltung der Therapiemotivation, Stärkung des Selbstvertrauens, Therapiemitarbeit der Kinder, selbstbewusster Umgang mit Diabetes, Rivalität zwischen den Geschwistern, Freundschaften, Kindergarten und Schulbesuch.
In diesem Zusammenhang können auch belastende Ängste, Sorgen und Schuldgefühle der Eltern auftreten. Das Kind und auch die Stoffwechseleinstellung können aus dem Gleichgewicht geraten, wenn andere Gründe wie z.B. Trennung der Eltern, berufliche Sorgen der Eltern, körperliche und seelische Erkrankungen im Vordergrund stehen.

Mag. Dr. Birgit Maria Harb Foto: © privat

Mag. Dr. Birgit Maria Harb
Psychotherapeutin

8010 Graz, Rebengasse 26

E-Mail: office@psychotherapie-harb.at
Web: Externer Linkwww.psychotherapie-harb.at/
Telefon: 0664 / 2008588




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 30.04.2012 - 10:08 Uhr

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