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Schutzengel auf 4 Pfoten

Diabetikerwarnhund

Drohende Hypos, akut benötigter Traubenzucker oder dringende Hilfe: Ausgebildete Diabetikerwarnhunde sind mehr als nur „der beste Freund des Menschen.“

Der 12-jährige Bernhard lebt mit seiner Familie und dem Golden Retriever „Lenny“ in Oberösterreich. Seit 4½ Jahren leidet Bernhard an Typ 1 Diabetes, der mit Insulin behandelt werden muss. Wie bei sehr vielen Kindern und manchen Erwachsenen mit Diabetes ist auch Bernhards Blutzucker sehr schwer einzustellen und oft starken Schwankungen ausgesetzt. Um Bernhard in Zukunft vor lebensbedrohlichen Unterzuckerungen zu schützen, hat sich die Familie entschlossen, einen Hund anzuschaffen und diesen selbst zum Diabetikerwarnhund auszubilden.

Ein Diabetikerwarnhund hilft seinem Diabetiker, Unterzuckerungen zu erkennen, indem er diese durch ein erlerntes Verhalten wie z.B. Bellen oder Anstupsen rechtzeitig anzeigt. Im Notfall kann er auch Blutzuckermessgerät und Traubenzucker bringen oder Hilfe holen.
Diabetikerwarnhunde eignen sich vor allem für insulinpflichtige Typ 1 Diabetiker, die häufiger der Gefahr von Unterzuckerungen ausgesetzt sind. Sowohl für Diabetiker mit Hypo-Wahrnehmungsstörungen, für Kinder und deren Eltern, die aus Angst kaum noch eine Nacht durchschlafen können, als auch für allein lebende Diabetiker, können diese speziellen Hunde sehr viel Sicherheit im Alltag geben.
Eine wissenschaftliche Studie ergab, dass es keinerlei Unterschiede bezüglich der Eignung zum Erkennen von Unterzuckerungen hinsichtlich Rasse, Reinrassigkeit, Alter oder Geschlecht gab. Trotzdem eignet sich nicht jeder Hund für diese Spezialaufgabe, denn Diabetikerwarnhunde müssen im Bedarfsfall auch Hilfe holen. Vor einem großen, schwarzen Hund haben beispielsweise viele Menschen Angst. Damit andere, fremde Personen sich aber von einem Hund animieren lassen, ihm zu folgen, sollte er ein Erscheinungsbild haben, zu dem Leute Vertrauen fassen können. Wichtig ist auch, dass ein Diabetikerwarnhund eine sehr geruchsempfindliche Nase hat, lernfreudig, gut sozialisiert und menschenfreundlich ist.
„Lenny“ ist mittlerweile 10 Monate alt und warnt Bernhard schon sehr häufig bei Hypoglykämien. Das Training begann letztes Jahr im Herbst, ist jedoch noch nicht abgeschlossen, denn „Lenny“ ist nach wie vor sehr jung und muss noch einiges lernen.

Die Ausbildung bei DIWA mit Trainerin Dr. Veronika Größl aus Niederösterreich, die selbst seit 29 Jahren Diabetes hat, umfasst durchschnittlich 120-150 Trainingsstunden und beinhaltet sowohl praktische Übungen (Grundgehorsam, Apportieren, Nasenarbeit, etc.) als auch Theorie (Hundeverhalten, Ernährung, Stress, etc.). Die Ausbildungsdauer beträgt meist zwischen 1 und 1,5 Jahre, je nach Alter, Rasse, Charakter und Fähigkeiten des Hundes.
Wichtig ist, dass das Training in jeglicher Hinsicht absolut gewaltfrei erfolgt, denn eine vertrauensvolle und besonders gute, intensive Bindung zwischen Mensch und Hund stellt die wichtigste Grundvoraussetzung dar.

Die Hunde müssen auch erst mental ausgereift und erwachsen werden, bis sie wirklich zuverlässig sind, d.h. es ist wichtig ihnen Zeit zu geben und Geduld zu haben. Denn auch Diabetikerwarnhunde sind Lebewesen und keine Wunderhunde, Computer oder Roboter. Sie können dem Diabetiker weder das Blutzuckermessen, die medizinische Versorgung noch die Eigenverantwortung abnehmen. Für hundeliebende Diabetiker können Diabetikerwarnhunde aber in jedem Fall eine große Unterstützung und höchst wertvolle Bereicherung im Leben sein!

Foto: © privat

Dr. med. vet. Veronika Größl

Tierärztin
A-2372 Gießhübl, Hauptstraße 7/1

Telefon: 0664 / 45 54 694
Web: Externer Linkwww.diabetikerwarnhund.at




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 03.07.2012 - 13:15 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien