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Psychologische Unterstützung bei Diabetes mellitus

Sprechen wir drüber!

Diabetes muss medikamentös behandelt werden, da sind sich wohl alle einig. Doch eine chronische Krankheit ist ebenso eine psychische Belastung.

Laut der Österreichischen Gesundheitsbefragung 2006/07 leiden ca. 390.000 Personen österreichweit an Diabetes mellitus. Die Anzahl der Betroffenen steigt und die Risikopopulation wird immer jünger.
Viele Begleit- und Folgeerkrankungen machen den Betroffenen das Leben schwer – neben Nahrungsumstellung, Einnahme von Medikamenten oder Verabreichung von Insulin gibt es noch körperliche Folgen wie Bluthochdruck, Neuropathie, arterielle Verschlusskrankheiten, Wundheilungsstörungen und auch Amputationen. Diese körperlichen Begleiterkrankungen können in den meisten Fachzeitschriften nachgelesen werden, bzw. informiert der betreuende Arzt darüber.

Körper UND Geist!

Was ist aber mit den psychischen Folgen einer chronischen Krankheit wie Diabetes mellitus? Viele Patienten sind in ihrem Alltag sehr eingeschränkt und fühlen sich so in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Werden die ersten Anzeichen des psychischen Unwohlseins nicht ernst genommen und fachgemäß behandelt, sind Angst und Depression nicht weit.
Manchmal kommen wir Menschen in Situationen, in denen wir verzweifeln. Sorgen und Ängste quälen uns und hindern uns abends am Einschlafen. Kommen solche Tage hin und wieder vor, können wir oft noch alleine damit fertig werden.

Aber was, wenn die Sorgen größer, die Angstgefühle unüberschaubarer werden? Verlieren Sie Ihre Interessen oder ziehen sich zurück in Ihre eigenen vier Wände? Empfinden sie kaum mehr Freude an Tätigkeiten, die Sie früher sehr gerne gemacht haben, und fühlen Sie sich über einen längeren Zeitraum niedergeschlagen?

Cremeschnitte? – Nein danke!

Die Tatsache, eine chronische Krankheit wie Diabetes mellitus zu haben, ist für viele Menschen nicht leicht zu verarbeiten. Im Rahmen einer psychologischen Beratung werden individuell angepasst folgende Themen behandelt: Akzeptanz der chronischen Erkrankung und Aufrechterhaltung der Lebensqualität, darauf aufbauend aktives Gesundheits- und Körperbewusstsein, um unangenehme Begleiterkrankungen zu vermeiden, sowie auch die Überwindung von Krisensituationen.
Wichtig ist es, die Erkrankung in sein Leben zu integrieren. Hierzu gehört zum einen das Verstehen des Krankheitsmodells. Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen Auskunft geben über folgende Themen: Wie kann Diabetes mellitus entstehen? Welche Folgeerkrankungen gibt es und wie vermeide ich sie? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Zum anderen ist es wichtig zu verstehen, welche psychischen Auswirkungen eine chronische Erkrankung haben kann, wie zum Beispiel Ängste, Sorgen, Traurigkeit und Ärger. Wie gehe ich mit Einschränkungen im Alltag um, ohne meine Lebensqualität zu verlieren? Im Rahmen von psychologischer Beratung werden unter anderem Ihre Ressourcen und Ihre Selbstwirksamkeitserwartung gestärkt – Ressourcen sind hilfreiche Eigenschaften, die wir Menschen brauchen, um Hürden des Lebens zu überstehen und gut zu überwinden, das bedeutet auch Vertrauen in die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten zu haben, jene schwierigen Situationen zu meistern.

Ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität ist die altersentsprechende körperliche Fitness. Denn Bewegung trägt nicht nur zu körperlichem Wohlbefinden bei, sondern auch zu geistigem! Ärztliche Kontrolltermine müssen unbedingt eingehalten werden. Die regelmäßige Untersuchung der Blutwerte und gegebenenfalls neue medikamentöse Einstellung ist wichtig, um lästige Folgeerkrankungen des Diabetes zu vermeiden. Vielen Patienten fällt es schwer, Kontrolltermine und Empfehlungen des Arztes einzuhalten – und das ist nur verständlich: Die Käsekrainer an der Würstelbude und die Sachertorte zum Kaffee bringen uns oft zum Verzweifeln. Psychologische Beratung stärkt und unterstützt Sie dabei.

In Krisensituationen ist es wichtig, mit Belastungen und Stress umzugehen. Gibt es eine Belastungssituation, die nicht ausreichend verarbeitet wird, kann sich das psychisch auswirken, beispielsweise als Schlafstörung, Depression oder Angst. Stressbewältigungstraining und Entspannungstraining als wichtige Bestandteile der psychologischen Beratung können helfen, mit Krisensituationen adäquat umzugehen.

Nehmen Sie Hilfe an!

Durch viele kleine psychologische Interventionen und sowohl stützende als auch entlastende Gespräche wird es Ihnen viel leichter fallen, die Cremeschnitte beim Kaffee abzulehnen und sich trotzdem gut dabei zu fühlen.

Aus klinisch-psychologischer Sicht ist es erforderlich, das Behandlungsangebot von Patienten mit Diabetes mellitus zu erweitern und zu optimieren. Die psychologische Betreuung zusätzlich zu einer medizinischen Versorgung ist absolut notwendig.
Es profitiert nicht nur der einzelne Patient von einem multiprofessionellen Behandlungsangebot, sondern in weiterer Folge auch das Gesundheitssystem Österreichs. Psychoedukation und klinisch-psychologische Behandlung bei Diabetikern und vor allem Präventionsmaßnahmen führen zu einer Verbesserung der Lebensqualität und dem verantwortungsvollen Umgang mit einer chronischen Krankheit.

Foto: © Privat

Mag. Katharina Strasser
Klinische und Gesundheitspsychologin

1130 Wien, Sommerergasse 14

Telefon: 0676 / 34 25 810
E-Mail: office@psychologie-strasser.at
Web: Externer Linkwww.psychologie-strasser.at




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 31.08.2012 - 10:13 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien