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Wir müssen unser Leben verbessern – und verlängern!

Gegen die Stolpersteine

Es wird Zeit, dass wir handeln! Die Aktiven Diabetiker Austria sind deshalb dabei, Vorschläge zu diskutieren und zu formulieren. Schließen Sie sich uns an!

Die Aktiven Diabetiker Austria diskutieren derzeit einen Vorschlag, der sich positiv auf uns auswirken soll. Ich möchte Ihnen diesen Vorschlag – eigentlich sind es ja mehrere Vorschläge – kurz vorstellen, und werde dann in den nächsten Ausgaben des ADA JOURNAL weiter darüber berichten.

Ich bitte um Diskussionsbeiträge! Entweder per Post oder bei unseren Diskussionen auf Externer Linkwww.sweetfriends.at

Da wir an der Alten Donau erstmals darüber diskutiert haben, habe ich den Vorschlag so benannt:

Vorschlag Alte Donau

Vorwort

Jeder Diabetiker hat das Recht, eine Behandlung zu erhalten, welche seinen jeweiligen Zustand verbessert. Denn unterbleibt dies, drohen bis zu zehn Jahre Lebenszeitverlust.

Vorschlag 1

Jeder diabeteskundige Arzt muss die Möglichkeit erhalten, diese seine besondere Fähigkeit (mit verstärktem Insulinwissen / ohne dieses Wissen) werbewirksam bekannt zu geben (Tafel an der Ordinationstüre), wobei es gleichgültig ist, welche Fachrichtung der Arzt hat.

Vorschlag 2

Die Krankenkassen müssen ihren Mitgliedern den Besuch solcher diabeteskundiger Ärzte ermöglichen, wobei sie jedoch gleichzeitig auch bei ihren althergebrachten Hausärzten verbleiben können sollen.

Vorschlag 3

Die Krankenkassen sollen solche Ärzte vom Limit bei der Abrechnung befreien, denn es werden sich Ordinationen mit sehr viel Arbeitsaufwand entwickeln, oft mit Einsatz verschiedenster Ärzte, Berater, etc.

Vorschlag 4

Es soll als ärztlicher Fehler gelten, wenn seitens eines behandelnden Arztes keine Schritte in Richtung Therapieverbesserung gemacht werden.

Zum Vorwort:
Die Studienzusammenfassung aus dem Jahr 1987 zeigt uns, dass wir mit der Gefahr leben, bis zu zehn Lebensjahre zu verlieren, wenn im Alter von 40 bis 50 Jahren Diabetes Typ 2 diagnostiziert wird. Dies ist für uns bedrohlich und verursacht enorme Kosten – kann jedoch durch sehr gute Diabetesführung abgewendet werden.

Und es gibt noch ein Bild, welches die Bedeutung dieser Aussage unterstreicht: Die Grafik zur gestörten Glukosetoleranz.

In dieser Studie wird festgestellt, dass fast die Hälfte der österreichischen Bevölkerung im Alter von 50 Jahren oder mehr von gestörter Glukosetoleranz, dem Vorläufer von Diabetes, betroffen ist. Und wenn wir durch die Straßen gehen, sehen wir ja die wachsenden Bäuche (geforderter Bauchumfang: < 82 cm bei den Damen, < 102 cm bei den Männern). Ich habe oft Gelegenheit, einige Worte vor Jungärzten knapp vor Abschluss ihres Studiums zu sprechen, und da behaupte ich immer, dass in den Wartezimmern dieser kommenden Wahlärzte die Hälfte aller Patienten einen diabetesfitten Arzt benötigen wird, denn jünger als 50 Jahre ist dort fast kein Patient.

Im Jahr 2008 wurde außerdem zum ersten Mal der Euro Consumer Diabetes Index erhoben – dieser zeigt an, wie die Diabetesbehandlung in den einzelnen Ländern aus Konsumentensicht zu beurteilen ist. Österreich landete dabei auf dem beschämenden 12. Platz!

Was die tatsächlichen Ergebnisse der Diabetesbehandlung betrifft, ist die Lage sogar noch katastrophaler: Ausgewertet wurden dazu Todesfälle, Fußamputationen, Fälle von Niereninsuffizienz und die Zahl der Patienten mit einem HbA1c über 7 % – Österreich teilt sich hier mit Zypern und Malta den letzten Platz!!!

Auch bei Adipositas-Prävention und der Refinanzierung der Medikamente und medizinischen Geräte kann man nur von einer Blamage sprechen! Immerhin schneidet Österreich beim Zugang zu medizinischer Behandlung im Vergleich mit anderen Ländern sehr gut ab – aber was nützt das, wenn diese Behandlung dann offensichtlich dermaßen ineffizient und wirkungslos ist?!

Soviel zum Vorwort und zu dem Grund, warum unser Vorschlag notwendig wird. Im nächsten ADA JOURNAL schreibe ich weiter darüber.

Foto: © Kassin

Dr. Erich Wolfrum
Obmann der „Aktiven Diabetiker Austria“

E-Mail: erich.wolfrum@aktive-diabetiker.at
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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 01.11.2012 - 12:16 Uhr

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