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Mein Zucker und ich. Berichte aus dem Leben.

40 Jahre Diabetes!

…zugegeben: Das ist nicht wirklich ein Grund zum Feiern. Aber Traude Nemeth fühlt sich trotz 4 Jahrzehnten Typ 1 Diabetes wohl – dank Hilfe!

Mit 33 Jahren am 31. Oktober 1972 mit über 700 Blutzucker kam ich ins Krankenhaus Lainz. Die erste Insulininjektion erfolgte umgehend, also: Typ 1. Ich wurde sofort in eine Studie aufgenommen für Insulin Hoechst Klar. Einmal im Monat wurde mein Blutzucker gemessen und ich bekam meine Insulinration für jeweils einen Monat mit.
Pro Tag war ich auf 36 I.E. eingestellt bei 12 BE. Alle 3 Stunden musste gegessen werden, sonst drohte eine Hypo.

Im Vergleich zu heute mit FIT Therapie und fast normaler Ernährung war mein Diabetes-Beginn wie in der Steinzeit. Seit 1990 bin ich Patientin bei Fr. Prof. Howorka. Die FIT-Schulung war die Fahrschule mit Prüfung für mein weiteres Leben mit Diabetes.
Wie sinnvoll man Insulin und Ernährung einsetzen kann, um mit Beruf und Familie, Sport und Hobbys zufrieden zu leben und bei Problemen Rat und Hilfe zu finden, habe ich auch in “Diabetiker-Selbsthilfegruppen“ gelernt. Mein Problem nach 20 Jahren Diabetes war die beginnende Retinopathie, die im fortgeschrittenen Zustand zu Blindheit führen kann. Hier hat mir Prof. Howorka den Weg gezeigt, der mich wieder zu einem glücklichen Menschen gemacht hat. Wenn sich trotz aller Bemühungen um einen guten HbA1c-Wert die Augenschäden verstärken, ist eine gute Blutdruckeinstellung wichtig.
Um diese zu erreichen, habe ich die RR-Schulung besucht. Wenn der Hochdruck nicht genetisch bedingt ist, kann er besonders durch Diabetes und Übergewicht verstärkt werden.
1972 hatte ich 62 kg
1990 hatte ich 65 kg
2000 hatte ich 80 kg
Jetzt war der Schlankkurs dran!!!!!
Dort wird man gewogen und gemessen (Bauchumfang) und über verschiedene Wege zur Gewichtsabnahme beraten und geschult.

Bewegung bringt so viel!!

Nichts wird angeordnet, sondern man soll sich selbst mit Überlegung ein Ziel setzen und dieses langsam und ausdauernd zu erreichen versuchen. Dazu ist unbedingt möglichst regelmäßige Bewegung, die Freude macht, wichtig – Spazieren gehen ist ok, aber für den Muskelaufbau, der das Abnehmen fördert, gehört einfach mehr Intensität. Und vorher eine ärztliche Untersuchung!
Die anstrengende Muskelarbeit bringt gar nichts, wenn man gleich nachher ein kräftiges Mittagessen oder eine Jause zu sich nimmt. Im Gegenteil: Man kann dadurch sogar weiter zunehmen.
Ich besuche seit 3 Jahren bei der Sport-union Trainingskurse für Diabetiker und trainiere meine Muskeln außerdem regelmäßig beim wöchentlichen Walken. Rad-ausflüge im Sommer oder ganztägige Wanderungen in den kühleren Jahreszeiten machen – vor allem in der Gruppe – viel Spaß. Ich fühle mich dadurch gesünder und arbeite mich an mein Ziel – endlich unter 70 kg zu kommen – heran.
Meine Insulinpumpe hilft mir dabei, auch weil ich meinen gesamten Insulinbedarf bereits erheblich senken konnte.

Ich glaube, ich bin mit Hilfe der tollen Unterstützung von Fr. Prof. Howorka und den netten Aktivitäten in den Selbsthilfegruppen auf dem besten Weg.

Traude Nemeth





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