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Aufruf zum Nachdenken

Liebe Diabetikerfamilie!

Glauben Sie nicht an die Heilkraft ominöser Wundermittelchen, glauben Sie lieber an Bewegung, Vitamine und Mineralstoffe!

Genauso wie schlechte politische Verhältnisse die aktiven und verantwortungsbewussten Teile eines Volkes zusammenschweißen, um sie politisch, oder wenn es sein muss, gewaltsam zu ändern, so schweißt auch eine schlechte körperliche Ausgangslage kluge und verantwortungsbewusste Patienten zusammen, um ihre Lage emsig zu verbessern – was ihnen meist gelingt, weil sie in einer Gruppe kämpfen. Ist es deshalb Blasphemie, Ihrer Krankheit ein sinnstiftendes Element zu unterlegen? Wenn Sie aber mit Gemeinschaftsgeist ehrlich und bemüht kämpfen, so sollten Sie nicht ausgenutzt werden. Mir kommt oft das Frühstück hoch, wenn ich groß aufgemachte Werbung für wieder eine neue, sauteure Superpflanze lese, die mit einem Schlag Ihre, alle Stoffwechselwege umfassende Störung heilen, oder zumindest beträchtlich bessern soll, ohne dass große Mühen in Kauf genommen werden müssen. Außer selbstverständlich der Mühe, den Beutel des verbrecherischen Scharlatans zu füllen, der Ihnen Ihre allein Heil bringenden Bewegungsmühen zur egoistischen Aufstockung seiner Finanzen ausreden möchte.

Magnesium & Vitamin D

Es gibt sehr wenige Mittel, die ich Ihnen außer Bewegung, Bewegung und nochmals Bewegung empfehlen kann. Eines davon, das Magnesium, propagiere ich mit bestem Gewissen. Einerseits verlieren Sie es durch Ihre Stoffwechselstörung in höherem Maß als Gesunde und andererseits mildert eine gute Magnesiumversorgung ganz beträchtlich Stoffwechseldefizite und damit das Auftreten von Folgeschäden, deren Voraussetzungen ja lange vor ihrem endgültigen Auftreten geschaffen worden sind. Gerade wird eine Arbeit von uns publiziert, die eine nachweisliche Verbesserung von Stoffwechselvorgängen als Richtschnur für gelungene Magnesiumtherapie nimmt. Nur soviel dazu: Die dauert viele Wochen.
Eine zweite Interventionsmöglichkeit scheint Vitamin D zu sein. Ich habe im Herbst bei einem Kongress in Deutschland länger mit Herrn Uwe Gröber gesprochen, der nicht zu Unrecht etwa unsere geografische Lage auf der Nordhalbkugel, den immer mehr abnehmenden Aufenthalt in Sonne und frischer Luft als Ursachen für Vitamin D Mangel sieht, eines Vitamins, das seit Neuestem immer mehr mit Insulineffektivität und Entzündungshemmung in Zusammenhang gebracht wird.
Und zu guter Letzt wird es geheimnisvoll: Wir schreiben das Jahr anno domini 1629. Im sächsischen Oschatz verstirbt der
große Dr. Blockwitz.

So ein Holler!

Er hat – überlegen Sie einmal, wie „modern“ – alchemistische, mythische Vorstellungen über die Wirkung des Holunderstrauches mit damals neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammengeführt, und so das Werk „Die Anatomie des Holunders“ (Anatomia sambuci) geschaffen, das trotz der schrecklichen Wirren des dreißigjährigen Krieges in ganz Europa, von Bern bis Königsberg, von Leipzig bis London, noch fast fünfzig Jahre nach seinem Tod verlegt wurde.
Heute wissen wir um die außerordentlichen Fähigkeiten der Katechine, Flavonoide und anderer Biopolyphenole als entzündungshemmende, antiarteriosklerotische Radikalfänger viel besser Bescheid. Der Holundersaft ist gerade für Diabetiker – im richtigen Maß genossen – sehr zu empfehlen, weil nahezu sämtliche Spätwirkungen auf langjähriges Radikalbombardement zurückzuführen sind. Aber: Achtung auf den Zuckergehalt!

Diese Ihnen vorgelegte Auswahl kommt nicht von ungefähr. Am 8. Mai findet an der Theresianischen Militärakademie in Wr. Neustadt ein Symposium über Magnesiumtherapie statt, an dem Herr Kisters als Chef des Centers of Excellence für Hypertonie im deutschen Herne teilnimmt, der auch Präsident der Magnesium-Forschungsgesellschaft ist. Herr Vormann, der ehemalige Präsident der Gordon Research Conference für Magnesium, wird auch da sein und schließlich auch Herr Gröber, der sich gerade einen guten Namen mit neuen Metaanalysen über Vitamin D macht, wie Sie hörten. Ich lade Sie, meine lieben Damen und Herren, herzlich zum Besuch dieses Symposiums ein.

Es wird kein ausgesprochener Diabetes Kongress, Sie können aber dort jeden dieser Herren ausführlich befragen – es gibt dazu nachmittags eine Podiumsdiskussion. Es sind zwar lauter Preußen, aber durch die Bank nette, anständige und zugängliche Leute und keineswegs hochgestochen – meine Freunde eben.

Literaturtipps zum Thema

Vitamin D – Die Heilkraft des Sonnenvitamins
Uwe Gröber, Michael E. Holick
Hirzel Verlag Stuttgart
ISBN 978-3-8047-3037-3

The Anatomy of the Elder
Dr. Martin Blochwich
London, 1677
Revised Edition 2010
Re-edited by A. Jacobs,F. Stipps
ISBN 978-3-9523693-0-2

Evidence of successful Mg substitution by correlating Mg dynamics and metabolic parameters
S. Porta, H .Gell, J. Porta, B. v. Ehrlich,
E. Rinner, J. Nievoll, K. Kisters
Trace Elem. and Electr.,
in Druck

Holunder Wunderwelt
S. Porta, M. Hlatky, J. Christandl
Verlagshaus der Ärzte
ISBN 978-3-99052-014-7

Foto: © Privat

Univ.-Prof. Dr. Sepp Porta
Leiter des Instituts für angewandte Stressforschung

8111 Judendorf-Straßengel, Gratweiner Straße 21
E-Mail: stresscenter@netway.at
Web: Externer Linkwww.csa-online.at




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