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Mein Zucker und ich. Berichte aus dem Leben.

Kein Schmäh!

Markus Hauptmann, Kabarettist aus Wien, kann seinem Diabetes durchaus auch positive Seiten abgewinnen!

Hallo Gruppe! Ich bin der Markus, und ich bin Diabetiker. (Jetzt müsstet ihr extrem betroffen erwidern: „ Hallo Markus – aaaarm! – ei ei!“ ) Blödsinn! Diabetiker zu sein, ist kein Weltuntergang. Zugegeben, jetzt kann ich gut stinken mit voller Hose, aber am Anfang war es auch für mich ein heftiger Schlag ins Gesicht.

Als ich die Diagnose gestellt bekam. An diesem Abend, an dem ich direkt von der Kabarettbühne ins Spital gebracht wurde. Ich saß nichtsahnend noch fix und fertig von meinem Auftritt in der Notaufnahme, dachte, ich hätte vielleicht eine Lungenentzündung oder dergleichen, und eine halbe Stunde später lag ich im Bett mit der Diagnose: Metabolisches Syndrom inklusive Typ 2 Diabetes. Oh, welch Wunder, mit 123 kg. Ich sah aus wie Elvis an seinem letzten Tag auf Erden. Schwitzend, dick, ungesund.

Im Spital wurde ich sehr gut eingestellt, verlor gleich einmal 4 kg in einer Woche, und 2 Wochen später strampelte ich auf Reha in Bad Aussee die nächsten Kilos herunter. Nach geschlagenen 5 Wochen musste ich nicht einmal mehr Tabletten nehmen und verlor insgesamt 12 kg. So weit, so gut, so schlecht. Es dauerte naturgemäß nicht lange, da meldete sich der Schlendrian zurück: „Servus Markus, ich wär jetzt wieder da!“
Kein Zuckermessen mehr. Schoki und Kohlenhydrate wurden langsam aber doch wieder meine Freunde, die Marlboros zündeten sich quasi von alleine an. Tja, und schon war ich wieder mitten drin im Syndrom, im metabolischen. Nicht mehr ganz so schlimm wie Elvis sah ich aus, aber beim Joggen fühlte ich mich, als ob ich zu zweit wär. In einem Körper. Zack. Am iPod schmetterte Peter Kraus herrlich gelaunt sein „Sugar Baby“.

Im vergangenen Herbst war alles wieder beim Alten. Die Werte waren eine Katastrophe, ich stopfte wieder Tabletten ohne Ende in mich hinein. Bis ich sagte: „Stopp! Bis hierher und keinen Millimeter weiter!“
Mir wurde neuerlich eine Reha bewilligt. Wieder habe ich abgespeckt, mittlerweile 20 kg. Ich habe das Rauchen aufgegeben. Ich habe meine Ernährung komplett umgestellt: Kein Fleisch, kein Alkohol, und selbstredende Wachsamkeit gegenüber meiner Bauchspeicheldrüse. Mindestens 4 Stunden Sport in der Woche.
Vor einem halben Jahr hätte ich mir wahrscheinlich in der Badewanne mit aufgeschnittenen Pulsadern eine Kugel in den Kopf gejagt und danach Gift getrunken, wenn mir jemand gesagt hätte, dass das fortan mein Leben ist. Ganz ganz ganz falsch! Es ist herrlich! Man lebt viel bewusster. Viel offener. Der Geist ist wach. Der Körper ist topfit. Und das Beste: Keine Tabletten und NULL Probleme mit dem Diabetes inklusive Syndrom.

Und seither brauche ich auch auf der Bühne nur noch ein Hemd pro Abend, da ich so gut wie nicht schwitze. (früher waren es 2 Handtücher und 2 Hemden)

Fazit: Der Diabetes und seine Mitbringsel haben mir ziemlich sicher das Leben gerettet. Da ich nun „gezwungen“ bin, auf meinen Körper zu achten. Weil mir bewusst wurde, dass Gesundheit keine Selbstverständlichkeit ist, bin ich fitter als je zuvor.
Und das alles sagt ein ehemals vielfressender Faulsack wie ich!

Meine Süßen, ich sage euch eines: Wenn ich das schaffe, dann schafft das wirklich jeder! Kein Schmäh!

Alles Liebe euch!
Markus

PS: Besucht mich doch unter Externer Linkwww.markushauptmann.com! Würd mich sehr freuen!





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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 03.03.2013 - 10:45 Uhr

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