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Was die Elektronische Gesundheitsakte bringt

ELGA ist da!

Die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) ist fixiert. Nach jahrelangen Debatten haben Regierung und Parlament die Umsetzung beschlossen.

Martin Schriebl-Rümmele, Redakteur bei healtheconomy, diskutierte mit der Geschäftsführerin der für die Umsetzung zuständigen ELGA GmbH, Susanne Herbek, und ADA-Obmann Erich Wolfrum über Inhalte und offene Fragen.
Der Nachdruck dieses Interviews erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Externer LinkMedianet.

healtheconomy: ELGA wurde nun beschlossen; was kommt jetzt genau auf uns zu?

Susanne Herbek: Wir freuen uns über das Gesetz, weil es die Grundlage für die Fertigstellung der technischen Infrastruktur von ELGA bedeutet. Wir brauchen nun vor allem ein ELGA-Bürgerportal sowie ein Berechtigungssystem und Protokollierungssystem.

healtheconomy: Was kann man sich darunter vorstellen?

Herbek: Als erstes kommt in etwa einem Jahr das ELGA-Bürgerportal. Da können die Menschen in Folge ihre Dokumente einsehen, Zugriffsberechtigungen steuern – also bestimmen, wer was einsehen können soll. Das Protokollsystem dokumentiert, wer wann auf was zugegriffen hat. Gleich zu Beginn kann man die Möglichkeit nutzen, aus ELGA hinaus zu optieren. Oder auch aus Teilbereichen – etwa der E-Medikation.

Erich Wolfrum: Wie kann man da dann zugreifen und wie sicher ist das? Muss ich mir da neue Passworte merken?
Herbek: Aus Sicherheitsgründen wird man um Passwortsysteme wie beim e-Banking nicht herum kommen. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, die e-card zur Bürgerkarte aufrüsten zu lassen und dann mit einem eigenen Lesegerät einzusteigen. Die Information dazu wird im kommenden Jahr über Kampagnen auch breit gestreut werden, damit die Menschen Bescheid wissen.

healtheconomy: Werden auf der e-card Daten gespeichert?

Herbek: Nein. Die e-card wird nur – unabhängig von einander – zwei Dinge anstoßen: Wie jetzt die Identifikation und die Zuständigkeit der Krankenversicherung und dann das Öffnen der Gesundheitsakte. Damit hat aber die Krankenversicherung nichts zu tun.

Wolfrum: Wie funktioniert das dann beim Arzt bzw. im Spital?

Herbek: Am einfachsten über das Stecken der e-card. Da kommt es darauf an, welche Berechtigungen der Arzt hat bzw. was Sie als Patient ihm auch erlauben. Im Krankenhaus erfolgt der Zugang vor allem über das Krankenhausinformationssystem bei der Aufnahme. Alle, die dort einsteigen, müssen sich in diesem System ja jetzt auch schon identifizieren. Das wird ebenfalls protokolliert.

healtheconomy: Müssen Ärzte dann die IT in ihrer Praxis komplett umstellen? Und wie hoch sind die Kosten dafür?

Herbek: Die Softwarehersteller werden Updates liefern. Das gilt auch für die e-Medikation. Für die Integrationskosten in die bestehende Software gibt es eine Förderungszusage des Gesundheitsministeriums für niedergelassene Arztpraxen, Apotheken und private Krankenanstalten.

Wolfrum: Wie verhindert man dann bei der E-Medikation Wechselwirkungen – sprich, wer macht da eine Liste, welche Produkte mit welchen unerwünschte Wirkungen haben? Die Industrie?

Herbek: Es gibt bereits Wechselwirkungsverzeichnisse, die in der Software der meisten Ärzte integriert sind. Viele haben das bisher nur nicht genutzt. Wir werden keine neue Liste für ELGA machen. Es liegt laut Gesetz im Ermessen des Nutzers, also des Arztes, ob er Wechselwirkungsdatenbanken bei der Verschreibung nutzen will oder auf sein eigenes Wissen vertraut. Wichtig ist vor allem, dass er weiß, was ein Patient für Medikamente nimmt.

INFO

Spätestens am 31. Dezember 2013 wird das ELGA-Bürgerportal eingerichtet. Ein Jahr lang haben Sie dann Zeit, zu bestimmen, wer welche Ihrer Gesundheitsdaten einsehen darf.

Ab 2015 wird ELGA dann von allen Gesundheitsdienstleistern verpflichtend verwendet.
Unter Externer Linkwww.elga.gv.at finden Sie alle wichtigen Informationen zum Thema.




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