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Der diabetische Fuß und andere Wundheilungsstörungen

Wundmanagement

In offenen Wunden hat unser Immunsystem große Schlachten zu schlagen. Mit Vitaminen, Spurenelementen und Eiweißbausteinen bewaffnet, kann es diese gewinnen.

Mit zunehmender Diabetesdauer kommt es immer öfter zur Entstehung von schlecht heilenden Wunden und Geschwüren. Im Zusammenhang mit Gefühlsstörungen im Fuß (sog. Polyneuropathie) merken die Betroffenen erst sehr spät, wenn ein Schuh drückt oder wetzt, oder wenn aus anderen Gründen Wunden entstehen (z.B. Infektion im Nagelbett bei der Fußpflege, usw.). Die Polyneuropathie ist aber nur ein Grund, weitere Entstehungsursachen sind Durchblutungsstörungen im Hautareal oder Beinschwellung (Ödeme).
Bei Diabetikern kommt es grundsätzlich sehr leicht zur Entstehung von sog. Ulcera, also einem offenen Bein. Meist sind die Wunden an Stellen, die anatomisch von sich aus schon schlechter durchblutet sind, oder Stellen, die sehr knapp am Knochen aufliegen. Das sind eben der Knöchelbereich, die vordere Schienbeinkante oder der Fuß.

Vergebliche Wundheilung

Ist die Haut dann offen, kommt es sehr bald zu Infektionen, Schmerzen und Schwellungen im Wundbereich. Der Körper beginnt mit der Wundheilung, die aber immer wieder unterbrochen wird, weil entweder die Durchblutung nicht passt oder die Infektion den Heilungsprozess dauernd unterbricht. Trotzdem probiert der Organismus immer wieder von neuem, die Wunde zu schließen und vergeudet quasi dafür wertvolle Eiweißbestandteile (Proteine und Aminosäuren), die zur Wundheilung aber notwendig sind.
Der Körper produziert zwar diese Eiweißbestandteile immer wieder nach, trotzdem kommt es nach wochenlanger, nicht zustande kommender Wundheilung zu Mangelzuständen. Durch den dauernden vergeblichen Verbrauch dieser wertvollen Aminosäuren, aber auch von Vitaminen, entsteht ein Mangel, der durch die Nahrungsaufnahme meistens nicht ausreichend aufgefüllt wird.

Natürlich gehen die Patienten zum Arzt oder zum Wundmanager, und oft werden die Durchblutungsstörung durch Kompressionsverbände und die Infektion durch wochenlange Antibiotikaeinnahme gebessert. Dann wäre der Weg frei für eine ordentliche Wundheilung, aber dennoch passiert dann eben nichts oder der gewünschte Erfolg tritt nur sehr langsam ein. Meist stoppt der Heilungsprozess auch aus unerklärlichen Gründen.

Schlachtfeld offene Wunde

Heute wissen wir, auch aus einer Vielzahl von Studien, dass man während der Wundheilung immer dem erhöhten Nährstoffbedarf gerecht werden muss. Nahrungsbestandteile die fehlen, müssen ersetzt werden, sonst bricht die Wundheilung ab. Da aber die Infektabwehr, also die körpereigene Abwehr oder Immunreaktion, auch aus ähnlichen Aminosäuren und Proteinen aufgebaut wird wie zur Wundheilung benötigt, kommt es zu einer Konkurrenzsituation.

Die offene Wunde ist immer ein immunologisches Schlachtfeld, die körpereigene Abwehr ist dort im großen Stil „aufmarschiert“ und hat auch hohe Verluste. Immerhin ist der Körper ja offen, die Haut defekt, und Schadstoffe kommen direkt in den Körper. Dieser kann sich entscheiden, ob er die zur Verfügung stehenden Aminosäuren in die Abwehr oder in die Heilung verpulvert. So entsteht ein richtiger Teufelskreis, aus dem man nur durch gezielte Behandlung herauskommt.

Zusatznahrung kann helfen

Der bekannte Wundmanager Mario Arnhold war mit dieser Situation sehr unzufrieden und hat gemeinsam mit dem Ernährungsmediziner Dr. Heinz Gyaky aus Bad Tatzmannsdorf ein Produkt entwickelt, das genau den Bedarf eines Wundpatienten abdeckt. Zuerst nur für den kleinen Gebrauch für die eigenen Patienten gedacht, hat sich aber der Erfolg sehr schnell herumgesprochen. Auch andere Wundmanager, Ärzte und Kliniken wollten die „Wundnahrung“ haben, sodass man sich entschloss, dem Ganzen auch einen Namen zu geben, nämlich „ProWund“. Man kann ProWund jetzt in Apotheken oder beim niedergelassenen Wundmanager kaufen, auch viele Ärzte vertreiben es oder geben es an Patienten aus.

Wunderwaffe ProWund

Hauptbestandteil ist Eiweiß, aus dem der Körper die meisten „Ersatzteile“ wie elastische Fasern oder Haut und Funktionsteile wie Hormone oder Enzyme bilden kann. Diese Funktionsteile brauchen dann für eine volle Funktionsfähigkeit Spurenelemente und Vitamine, insbesondere die Vitamine C und B3 sowie Zink und Selen. Zusätzliche Eiweißbestandteile, die in Studien gezeigt haben, dass sie für die Wundheilung viel bringen, sind Arginin und Glutamin.

All das in einem funktionellen Nahrungsmittel zusammenzufassen war auch die Herausforderung, denn die Patienten sollten ja therapiebegleitend, also über ein paar Wochen oder Monate, diese Zusatznahrung zu sich nehmen. Wenn das also nicht gut schmeckt, werden es die Patienten ablehnen. Aber da sind die Entwickler von ProWund einen weiteren erfolgreichen Schritt gegangen und haben einen neuen Geschmack für Zusatznahrung entwickelt: Orange-Joghurt. Dadurch schmeckt es leicht süß, ist für Diabetiker aber perfekt geeignet (nur 0,8 BE) und fühlt sich im Mund weich an, wie ein Dessert.
Das war vor allem für viele Ärzte wichtig, die meinten, dass der Geschmack, neben der Zusammensetzung, das wichtigste Kriterium überhaupt ist. Aber es muss auch leistbar sein, da ja gerade ein Diabetiker für Spezialnahrung oft ohnehin schon viel Geld ausgibt.

Der chronische Wundpatient braucht nach längerem Wundbestand eine 6 Wochen dauernde Phase, in der die körpereigenen Reserven wieder aufgefüllt werden sollten. Erst dann wird die Nahrungsergänzung therapiebegleitend bis zum Wundverschluss eingenommen. Mehr Informationen zu ProWund können auch im Internet unter Externer Linkwww.prowund.at nachgelesen werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass für eine funktionierende Wundheilung folgende Kriterien zutreffen müssen:

  • Intakte Durchblutung
  • Keine Schwellung
  • Keine Infektion
  • Gesundes Gewebe rundherum (also kein bösartiger Tumor)
  • Keine Allergie auf Verbandsstoffe
  • Begleitende Ernährungsintervention

Foto: © Privat

Dr. Renate Moser
Ernährungsmedizin und Gewichtsmanagement
Schumanngasse 56/16, 1170 Wien

E-Mail: moser.renate@chello.at

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