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Cholesterinsenkung wichtiger als Blutzuckersenkung

ÖDG Frühjahrstagung 2013

Am ersten März-Wochenende tagten die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) und die Schweizerische Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie (SGED-SSED).

Namhafte österreichische und schweizer Diabetes-Experten und Endokrinologen diskutierten neben wichtigen Themen aus der Diabetologie auch endokrinologische und osteologische Fragestellungen. „Diese binationale Tagung bot für die Diabetes-Gesellschaften beider Länder eine optimale Plattform für einen intensiven Erfahrungsaustausch und half, unsere Forderungen an die Gesundheitspolitik beider Länder zu bekräftigen“, zeigten sich der Präsident der ÖDG, Prim. o. Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Heinz Drexel und Chefarzt Prof. Dr. Michael Brändle, Kantonsspital St. Gallen, Vertreter der SGED-SSED, zufrieden.

Diskutiert wurden unter anderem die Auswirkungen moderner Diabetesmedikamente auf den Herz-Kreislauf. „Die Blutzuckersenkung und die Behandlung von Bluthochdruck bei Diabetes sind zur Verhinderung von Diabetes-Komplikationen sehr wichtig. Früher glaubte man, dass eine ganz aggressive Blutzuckersenkung zur Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen sinnvoll sei, neuere Studien deuten allerdings darauf hin, dass sich eine allzu radikale Senkung des Blutzuckers mitunter sogar ungünstig auf den Herz-Kreislauf auswirkt“, erklärte Priv.-Doz. Dr. Christoph Säly vom LKH Feldkirch. Nicht angeraten ist auch eine allzu aggressive Senkung des Bluthochdrucks. Dieser soll gut eingestellt sein, aber nicht unter den normalen Bereich gesenkt werden. Beim Cholesterin hingegen zeigen Studienergebnisse: je niedriger das LDL-Cholesterin, desto besser bei Typ 2 Diabetes. Deshalb sollten heute fast alle Diabetiker ein Cholesterin senkendes Medikament erhalten.

Auch neue Therapieansätze bei Diabetes wurden besprochen. So ist es mit SGLT2-Inhibitoren möglich, eine vermehrte Zuckerausscheidung über den Harn herbeizuführen. Damit kann der Blutzucker gesenkt und auch das Körpergewicht ein wenig reduziert werden. „Moderne Medikamente sind jedoch teurer als ältere Präparate und werden von den Kostenträgern nicht immer problemlos zur Verfügung gestellt. Hier besteht eindeutig Handlungsbedarf bei der Erstattung moderner Medikamente“, unterstrich Dr. Drexel.

Ein weiteres Thema des Kongresses waren besondere Diabetesformen, etwa jene, die in Folge einer Bauchspeicheldrüsenentzündung auftreten können, oder die durch Medikamente hervorgerufen werden – vor allem Kortisonpräparate. Und auch der Schwangerschaftsdiabetes: Dieser ist vor allem für das Kind gefährlich, weshalb Schwangere auf das Vorliegen einer Zuckerstoffwechselstörung untersucht werden müssen.

Bei der diabetischen Fußerkrankung betonten die Experten, wie wichtig die regelmäßige Untersuchung für Diabetiker ist. Bedingt durch Durchblutungsstörungen und durch eine Schädigung der Nerven kann es bei Patienten mit Diabetes zu offenen Stellen an den Füßen kommen, welche sich infizieren können und dann oft eine Amputation notwendig machen. Bei offenen Stellen an den Füßen muss dringend ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Was die Ernährung bei Diabetes betrifft, waren sich die Experten einig, dass eine strenge Diät seitens der Patienten nicht mehr erforderlich ist. Vielmehr sei es maßgeblich, die individuellen Gegebenheiten bei der Ernährung zu berücksichtigen. Wichtig ist vor allem kalorienbewusste Ernährung bei Übergewicht, um das Körpergewicht zu reduzieren.

Text mit freundlicher Genehmigung von Peter P. HopfingerExterner Linkdiabetes-austria.com




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