Logo der Aktiven Diabetiker Austria

Mittersteig 4/21, A 1050 Wien
Telefon & Fax: 01/587 68 94


Artikelanfang:

Gastroenterologie – Prävention

Gesunder Lebensstil und Darmspiegelung verhindern Krebs! Zu diesem wichtigen Thema hielt Univ.Prof. Dr. Heinz Hammer am 12. April einen Vortrag bei der ADA Gruppe Vorau.

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sind Leiden, die immer mehr Menschen betreffen. Dabei könnten sie zahlreichen Studien zufolge durchaus mit einem gesunden Lebensstil positiv beeinflusst oder auch verhindert werden: Wichtige Themen sind Rauchen und Alkohol. So stellt etwa bei Morbus Crohn das Nichtrauchen die beste Maßnahme zur Verhinderung eines Rückfalls der Krankheitsaktivität dar. Bei der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ist wiederum Alkoholkarenz die wirksamste Therapiemaßnahme.

Aber auch das Darmkrebsrisiko kann durch einen gesunden Lebensstil gesenkt werden. Eine Reduktion des Übergewichts kann das Risiko für Darmkrebs um 20 % senken, Rauchstopp und körperliche Aktivität jeweils um 16 %. Seitens der Ernährung erhöht der Konsum von rotem Fleisch oder von Wurstwaren das Risiko um jeweils 20 %, Alkoholmissbrauch sogar um 50 %. Kein nachweisbarer positiver Effekt auf das Darmkrebsrisiko konnte hingegen bei regelmäßigem Konsum von Obst und Gemüse nachgewiesen werden.

Im Rahmen der Gesundenuntersuchung wird eine Darmkrebsvorsorge mit Darmspiegelung (Koloskopie) ab dem 50. Lebensjahr alle 7 bis 10 Jahre empfohlen. Eine Ausnahme stellen Patienten mit Krebserkrankungen in der Familie dar: In der Regel gilt, bei erstgradig Verwandten bereits 10 Jahre vor dem diagnostizierten Auftreten des Karzinoms eine Koloskopie durchzuführen. Wurde etwa bei der Mutter mit 50 Jahren ein Kolonkarzinom diagnostiziert, sollte bei ihren Kindern im Alter von 40 Jahren eine Koloskopie stattfinden, weil angenommen wird, dass auch bereits die Mutter in diesem Alter einen auffälligen Befund – einen Polypen – hatte.

Mit Lebensstilmodifikationen können 20 bis 30 % der Kolonkarzinome verhindert werden, hingegen mit einer hochqualitativen Koloskopie – und hierbei gibt es zum Teil große Qualitätsunterschiede – können 75 bis 80 % der Fälle von Darmkrebs verhindert werden.

Ist Darmkrebs erblich?

Die Antwort könnte von einem Politiker kommen: „ja und nein, kann sein!“ Etwa ein Drittel aller Patienten mit Darmkrebs hat auch einen Familienangehörigen, der ebenfalls von Darmkrebs betroffen ist. Es lohnt sich also, ein bisschen Ahnenforschung zu betreiben: Während im Allgemeinen einer von 50 Menschen im Laufe des Lebens an Darmkrebs erkrankt, weisen Erkrankungsfälle in der engeren Verwandtschaft darauf hin, dass man unter erhöhtem Risiko steht. Ist z.B. ein erstgradig Verwandter (Elternteil, Geschwister) an Darmkrebs erkrankt, so steigt das eigene Risiko auf 1:17. Bei einem betroffenen erstgradig und einem betroffenen zweitgradig Verwandten (Tante, Großeltern) ist das Risiko 1:12; und wenn der betroffene erstgradig Verwandte bereits vor dem 40. Lebensjahr erkrankt ist, steigt das Darmkrebsrisiko auf 1:10.
Ist man nun als Verwandter eines an Darmkrebs Erkrankten seinem Schicksal hilflos ausgeliefert? Nein! Neben Faktoren wie einem gesunden Lebensstil (nicht rauchen, reichlich Obst und Gemüse sowie Bewegung) hilft vor allem eine vorsorgliche Koloskopie dabei, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen. Im Rahmen dieser können nämlich Veränderungen festgestellt werden, die selbst noch kein Krebs sind, aber aus denen Krebs entstehen kann. Solche Polypen können im Rahmen der Darmspiegelung ohne Probleme entfernt werden.

Die „sanfte“ Darmspiegelung – was ist das?

Es gibt wenige Untersuchungen, die in der Bevölkerung einen so schlechten Ruf haben wie die Koloskopie. Dabei handelt es sich um die beste Vorsorgeuntersuchung, die Darmkrebs verhindern und dadurch Leben retten kann!

Die zu Recht beklagten negativen Erfahrungen und Schmerzen wurden meist vor mehr als 10 Jahren gemacht und sind auf die damals fehlenden Möglichkeiten für eine wirksame und patientenschonende Prämedikation (sogenannte „leichte Narkose“), steife unflexiblere Geräte und noch fehlende Übung der Untersucher zurückzuführen.
Das ist jetzt anders! Heute spürt der Patient bei der „sanften Darmspiegelung“ dank Medikamenten (Kurznarkose) die Koloskopie nicht mehr. Und wird dabei ein Darmpolyp entdeckt, kann dieser in den meisten Fällen sofort abgetragen werden – falls Sie sich in die Hände eines Spezialisten begeben haben.
Die unabdingbare Darmreinigung vor der Untersuchung ist allerdings auch bei der „sanften Koloskopie“ notwendig. Dabei müssen am Tag vor der Untersuchung 4 Liter einer speziell zusammengesetzten Spüllösung getrunken werden.

Univ. Prof. Dr. Heinz Hammer
Privatklinik Kastanienhof

A-8052 Graz, Gritzenweg 16

Telefon: 0664 / 410 90 96
Web: Externer Linkwww.kastanienhof.at




zurück zur Übersicht


ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 26.06.2013 - 09:49 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien