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Meine Dokumente

Erwartungen eines Patienten an die elektronische Gesundheitsakte.

Freiwillig auf beiden Seiten: Bevor ich meine Gesundheit einem Arzt anvertraue, möchte ich wissen, ob er mit ELGA arbeitet. Dies muss an seiner Ordinationstüre lesbar sein. Durch „Abstimmung mit den Füßen“ werden die Patienten das System annehmen oder ablehnen, die Ärzte werden sich ihren Kunden anpassen.

Ich erwarte, dass alle mich betreffenden Daten zur Verfügung stehen. Speziell geschützte Daten, die in Computern ohne Internetanbindung schlafen, muss der Arzt meines Vertrauens ebenfalls erhalten. Allerdings sehe ich nicht, wie dies technisch ermöglicht werden kann.
Ärzte mit besonderem Spezialwissen sollten auf Wunsch meines Arztes ebenfalls meine Daten einsehen und beratend zur Verfügung stellen können ohne dass ich diese Ärzte extra besuchen muss.

Alle Informationen für jeden Arzt sofort ersichtlich!

In diesem System sollte es keine handschriftlichen, daher manchmal zweifelhaften Notizen mehr geben. Auch Rezepte sind elektronisch zu erfassen und auf diesem Wege der Apotheke und der Krankenkasse zur Bewilligung und Abrechnung zur Verfügung zu stellen. Der doppelte Weg in die Apotheke, wenn das Medikament nicht lagernd ist, soll durch Vorbereitung meines Bedarfes vermieden werden.

Die gegenseitige Beeinflussung der verschiedensten Medikamente ist durch ein Computerprogramm anzuzeigen, sowohl dem Arzt als auch dem Apotheker. Eine Übergabe von Medikamenten, deren Wirkung sich gegenseitig beeinflusst, ist zu unterlassen. Dies gilt z.B. auch, wenn ein Potenzmittel durch ein blutdrucksenkendes Medikament „wirkungslos“ wird (man fühlt sich dann beim Kauf von teuren
Medikamenten nicht über den Tisch gezogen). Selbstverständlich sind von anderen Ärzten und in anderen Apotheken gekaufte Medikamente ebenfalls anzuzeigen.

Die Technik macht die Behandlung für alle einfacher.

Es ist zu diskutieren, ob diabetesbezogene Medikamente, in deren Beipacktexten zum Beispiel steht: „bei Schwangerschaft abzusetzen“ an Personen, welche schwanger werden können, überhaupt auszugeben sind, oder ob dies durch das Computerprogramm verhindert werden muss. Bei beginnender Schwangerschaft haben Diabetikerinnen viel umfangreichere Sorgen, als sich um eine neue Blutzuckerführung zu kümmern. Mir wichtig wäre auch die Aufnahme des Kriteriums „der Patient hat eine Diabetesschulung erhalten“ als Voraussetzung für gewisse Medikamente oder Messmöglichkeiten.
Da es keine wirkliche Datensicherheit gibt, ist die gesetzliche Bestrafung von Datenmissbrauch sehr streng zu regeln und scharf zu exekutieren.
Wissenschaftliche Arbeit mit meinen Daten ist unter Wahrung meines persönlichen Schutzes zu ermöglichen, ja in Österreich als Forschungsförderung besonders anzustreben.

Foto: © WA Kassin

Dr. Erich Wolfrum
Obmann der „Aktiven Diabetiker Austria“

E-Mail: erich.wolfrum@aktive-diabetiker.at
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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 29.04.2014 - 12:49 Uhr

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