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Elke Ederer ist seit 18 Jahren Typ 1 Diabetikerin. Und liebt ihr Leben..

Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!
(Astrid Lindgren)

Am 21. Jänner 1996 schlug die Diagnose Diabetes Typ 1 mit Bomben und Granaten in mein Leben ein. Nachdem der Kinderarzt hinzufügte, dass ich infolge von Diabetes blind werde und mir mit höchster Wahrscheinlichkeit ein Bein amputiert wird, fiel ich in ein tiefes Loch und versuchte diese „blöde Zuckerkrankheit“ zu verdrängen.

In der Öffentlichkeit verheimlichte ich die Krankheit wo und wann es nur ging. Mein Umfeld konnte wenig bis gar nichts damit anfangen – allzu verständlich, da es kaum Aufklärung gab! In der Schule wurde nicht weiter darüber gesprochen und für viele war es auch zu kompliziert, sich damit auseinander zu setzten, ganz nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt…

Ärzte wollte ich damals als Ansprechpersonen nicht annehmen, ich fand zu keinem den „richtigen Draht“. Die Diabetes-Behandlung beharrte – meines Erachtens – nur auf Verbote und Vorschriften, und so versuchte ich, diese Termine immer irgendwie zu umgehen.

Es dauerte, bis ich dann endlich zu dem Internisten Herr Dr. Hessenberger kam. Er war ein herzensguter Mensch und ging vielen Ärzten als positives Beispiel voran. Umso schwerer traf es mich, als er 2009 leider verstarb. Seitdem irr(t)e ich umher auf der Suche nach dem „perfekten Diabetes-Team“. Einen Teil davon habe ich schon gefunden, aber das war alles andere als leicht.

2011 wurde ich dann durch eine – weitere, zweite – chronische Krankheit wachgerüttelt. Das hat mir die Augen geöffnet und ich habe begonnen, Verantwortung für meine Erkrankung(en) zu übernehmen und sie in mein Leben zu integrieren. Hätte ich nicht angefangen umzudenken, würde ich vermutlich noch immer von einigen „Weißkitteln“ hin und her geschupst werden. Die Bezeichnung „Götter in Weiß“ kann ich nur bedingt für voll nehmen.
In Bezug auf meine Krankheiten gab es viele Situationen und Menschen, die mich mit ihrer Ignoranz sprachlos machten. Anfangs knickte mich das sehr, doch mit der Zeit wurde ich dadurch widerstandsfähiger, hartnäckiger und vor allem selbstbewusster!

Es gibt immer wieder Momente, in denen ich meinen Diabetes verfluche, doch ich kann es nun mal nicht ändern. Diabetes Typ 1 bleibt für immer! Ehe ich mir den Kopf über die schlechten Eigenschaften der Krankheit zerbreche, schmiede ich lieber weitere Pläne für mein Leben, das mir noch bevorsteht. Tatsache ist nun mal, dass ich mich (gezwungenermaßen) jeden Tag mit meiner Krankheit auseinandersetzen muss. Ob ich dazu Lust habe oder nicht, es gibt keinen Urlaub vom Diabetes! Mittlerweile bin ich 30 und mein Diabetes 18 – und wir sind ziemlich beste Freunde geworden.
Klar habe ich Angst vor den Konsequenzen, etwaigen Spätfolgen, aber ich kann nur das Mögliche versuchen, sie zu umgehen – und dies sehe ich nun als Motivation.
Ich habe mir in meiner Zeit als Diabetikerin (fast) nie etwas vorschreiben lassen und alles ausprobiert, was der (Diabetes-)Gott verboten hat. – Wenn ich auf die 18-jährige „Karriere“ zurückblicke, würde ich nur eines anders machen und zwar, den Diabetes schon eher als einen Teil von mir anzunehmen. Sonst würde ich alles – jeden Blödsinn – noch einmal so machen – denn genau dieser Lebensstil hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin.

Das Wichtigste auf meinem Weg sind ohne Zweifel alle meine fantastischen Freunde. Es stand nie die Krankheit im Vordergrund, sondern einfach die Zeit, die man miteinander verbringt!

Am 21. Jänner 2014, genau 18 Jahre nach der Diagnose, gründete ich Externer LinkEinfach Zucker, diabetes & ernährung. Was nicht heißen soll, dass Typ 1 Diabetes einfach ist, aber man hat es jetzt „einfach“, ob man will oder nicht. Es ist eine Lebensaufgabe, damit klar zu kommen, und eine Herausforderung, gegen die Eigensinnigkeiten der Krankheit anzukämpfen. Irgendwie ist jeder Tag wie ein kleines Abenteuer… und ich liebe Abenteuer!

Diabetes ist vor allem eine lebendige Krankheit, die ständig neuen Wissensstand und Erkenntnisse fordert. Sich darüber zu informieren, kann das Leben verlängern… und verschönern!

Ich beschäftige mich nun schon Zeit meines Lebens mit Ernährung bzw. Kohlenhydraten: Warum essen wir was wann und wie viel davon!? Was braucht der Körper und wozu eigentlich?!
Anhand meiner Erfahrungen und Erkenntnissen darüber möchte ich andere bereichern und begeistern. Ich biete Menschen, die sich entschieden haben, ein gesundes Leben zu führen, Unterstützung und Hilfe an.

Ernährung wird immer präsent sein, schließlich kann der Mensch nicht ohne Nahrung überleben. Und Diabetes ist eine Krankheit, über die man ständig im Bilde sein sollte. Das funktioniert am besten, wenn man viele wissende und interessierte Menschen um sich hat. Betroffene, Interessierte und Lebenskünstler zusammenzubringen ist eines meiner Ziele von Einfach Zucker.

Ich begrüße jeden ganz herzlich, der mit mir Kontakt aufnehmen möchte – unter Externer Linkwww.einfach-zucker.at und freue mich schon, viele neue Menschen kennen zu lernen.

Elke Ederer




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 30.04.2014 - 12:41 Uhr

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