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Fragen und mögliche Antworten

Fragen Sie den Arzt Ihres Vertrauens, ob er mit Ihrer Diabetes-Einstellung zufrieden ist.

Wie gut sind Sie, Herr/Frau Doktor, über Diabetes informiert?
Die Gebietskrankenkassen zahlen relativ viel für gute Diabetes-Behandlung.
TIPP: In den jeweiligen Bundesländern gibt es verschiedene Modellemehr Infos zu Therapie Aktiv finden Sie unter: Externer Linkwww.therapie-aktiv.at

Nehmen Sie an Therapie Aktiv teil?
Falls Ihr Arzt bereits am Therapie Aktiv Programm teilt nimmt – Bravo! Sie sind gut aufgehoben. Falls nicht – warum denn nicht?!
TIPP: Sie können davon ausgehen, wenn Ihr Arzt an dem Programm Therapie Aktiv teil nimmt, ist er sehr gut über Ihre Krankheit informiert.

Sind Sie mit meiner Diabetes-Einstellung zufrieden?
Erbringen Sie Ihrem Arzt einen Nachweis über Ihre Blutzuckerwerte der letzten Tage. Hier ist ein guter Richtwert 4 Tage – 30 Messungen. Ebenso können bzw. sollten Sie die Info zu der zuletzt nachgewiesenen HbA1c – Messung mitbringen.

Was können Sie mir zur Verbesserung raten?
Wenn Ihr Arzt zufrieden ist, wird er es Ihnen lobend mitteilen. Für Verbessungen könnte er folgende Vorschläge erbringen:
- Bitte beachten Sie:

  • richtige Ernährung
  • korrekte Medikamenteinnahme
  • Bewegung / Muskelaufbautraining

TIPP: Hier liegt die Verantwortung in Ihren Händen etwas zu verbessern! Bewegung ist das Um und Auf – gesunde Ernährung sollte mit viel Bewegung „Hand in Hand“ gehen. Wichtig ist auch dass Sie ihre verordneten Medikamente gewissenhaft und nach Anweisung einnehmen.

- Therapie umstellen.

  • ein neues bzw. ein zusätzliches Medikament
  • eine andere Variante der Zuführung des gleichen Medikamentes
  • andere Mengen bzw. andere Zeiten

TIPP: Hier liegt es an Iherm Hausarzt eine gute – neue Einstellung vorzunehmen – auch hier empfehlen wir einen Therapie Aktiv Arzt aufzusuchen.

- Erforschen, ob die angewendete Therapieform für den Patienten gut geeignet ist.

Beispiele z.B.:

  • wenn jemand auf sein Stück Torte nicht verzichten will oder kann

TIPP: Hier ist Disziplin als zusätzliche Form der Therapie ungeeignet.

  • bei täglichem Meeting im Betrieb zwischen 09:00-10:00 Uhr Vormittags

TIPP: Sollten Sie wirklich täglich in der Zeit, wo Sie normalerweise Ihre Medikamente, Ihr Insulin bzw. Ihr Essen zuführen, in einer Besprechung sein, und es ist Ihnen daher nicht möglich vorgeschriebne Zeiten der Zufuhr einzuhalten, besprechen Sie dies umgehend mit Ihrem Arzt um hier eine gute Einstellung zu erwirken.

  • ein Patient der körperlich fit und geistig klar ist, kann sich problemlos 6-8 mal täglich sein Insulin zuführen.
  • bei Patienten die auf Hilfe z.B. 2 x täglich Hausbesuch einer Krankenschwester, angewiesen sind, muss die Insulinzufuhr auf die 2 “Besuche“ der Krankenschwester abgestimmt werden.

TIPP: Ihr Arzt erforscht welche Therapieform geeignet ist – welche Bedürfnisse beachtet werden müssen und was Sie tun können.

- Anreize geben
Bei Patienten, die auf Ihr Stück Torte nicht verzichten können/wollen – für die Torte wird 2 mal wöchentlich ½ Stunde im
Fitnesscenter Sport gemacht.

Tipp: Der Arzt toleriert Ihre kleinen Macken, wenn Sie trotzdem mithelfen und aktiv daran arbeiten, das Stück Torte gut zu verarbeiten.

- Erklären, was geschehen kann, wenn der Zustand nicht verbessert wird

  • die Lebensdauer wird enorm verkürzt
  • die Lebensqualität wird reduziert
  • zusätzliche körperliche Leiden (Herz, Augen, Füße) kommen noch hinzu

TIPP: auch hier, gesunde Ernährung, eine kleine Dosis Sport und etwas Disziplin schenken Ihnen viele Jahre.

- Positives Denken – Wer etwas verändert bekommt auch etwas dafür

  • du bist wieder beweglich
  • du bist besser im Bett
  • du vermeidest Gewichtszunahme
  • du hast viel weniger Hypos

TIPP: Wer etwas verändert, bekommt dafür eine bessere Lebensqualität!

Einzelheiten: Therapie ohne Fremd-Insulin

Fragen nach erster Diagnose:

Was habe ich eigentlich und geht das wieder weg?

  • Nein, du musst akzeptieren damit zu leben.

- Ist Diabetes erblich?

  • Eigentlich ja, beste Einstellung vermittelt sich an die Enkel.

- Ist Diabetes gefährlich oder kann ich es “vergessen”?

  • Äusserst gefährlich, eigentlich sterben wir alle daran, es stellt sich nur die Frage, ob mit 100 oder mit 65 Jahren.

Wie hilft Bewegung?

  • Alle sagen, Bewegung ist 50 % jeder Therapie.

- Warum?
- Was soll ich machen?

  • Glykogenspeicher anlegen!

- Was ist das?
- Aufbau- oder Ausdauertraining?
- Alleine oder mit Gruppe / Familie?

Was bewirken die Medikamente?

- Verbessern, erleichtern sie nur den täglichen Kreislauf?
- Stellen sie dem Körper mehr Insulin zur Verfügung?
- Machen sie das ständig, so dass ich dauernd essen muss?
- Oder nur wenn Essen abzubauen ist?
- Greifen sie in die vielen Strukturen unseres Kreislaufes irgendwie ein, mit anfangs besten Ergebnissen?
- Kennt mein Arzt die Nebenwirkungen?
- Gibt es schon Todesfalluntersuchungen oder ist das Medikament noch zu neu am Markt?
- Passt dieses Medikament zu mir, zu meinen anderen Medikamenten, zu meinem Lebensablauf?

Wann soll bei mir Fremdinsulin-Einsatz beginnen?

TIPP: Ärzte mit guten Erfahrungen und Erfolgen beim Insulineinsatz raten meist zu möglichst frühzeitigem Beginn.

- Kann ich durch frühen Fremdinsulineinsatz meine Bauchspeicheldrüse längerfristig schonen?

Insulin zusätzlich zu anderen Medikamenten?

- Ist dies nur kurzzeitig, über wenige Jahre erfolgreich?
- Muss ich die Essensdisziplin weiterhin so streng beachten?
- Insulin alleine, oder gemischt?
- Ist die zweimalige Insulingabe nur für alte Patienten mit Versorgung durch besuchende Krankenschwestern oder ist sie auch für mich geeignet?
- Wie reagiere ich, wenn ich durch z.B. gebrochene Bein viel weniger Bewegung mache als normal?
- Wie reagiere ich bei Fieber, Schock, etc.?

Insulin Basis und Bolus getrennt, mehrmals täglich gespritzt.

- Wo lerne ich die richtigen Zeitpunkte, die richtige Menge Insulin zum Abdecken von Basis, Essen, Korrektur?
- Ist so eine Insulintherapie auch für mich gut, obwohl ich laut Papier ein Typ 2-Patient bin?

Was mache ich gegen meinen dauernden Hunger, ich werde zu dick?

- Stimmt es, dass Insulin, welches dem Körper ständig angeboten wird, egal, ob Pille oder Basis-Insulin (auch als Teil von Mischinsulin), mich mästet, mich hungrig macht?
- Kann ich durch Therapieumstellung auf Therapie mit Medikamenten, die keinen Insulindruck erzeugen, bzw. durch Reduktion der Insulinbasis das Hungergefühl loswerden, sogar abnehmen?

Blutzuckermessen – wozu, wie oft?

- Halten Sie sich an die Vorgaben der Krankenkassen, die den Meßstreifchenverbrauch einschränken, oder verlangen Sie für mich mehr Meßmöglichkeiten?
- Stimmen Sie der SH-Gruppe zu, welche in der Lernphase für dem „neuen“ Patienten viel mehr Möglichkeiten verlangt, seine Reaktionen durch Messungen zu kontrollieren?
- Genügt es, wenn ich Meßergebnisse in ein Tagebuch schreibe, oder muss ich auf jede Messung entsprechend reagieren (z.B. bei 150 vor dem Frühstück > weniger oder gar nichts essen)?
- Wenn ich keine Möglichkeiten zum Reagieren habe, weil Pille oder Mischinsulin nicht variiert werden kann – wozu soll ich dann überhaupt messen? Genügt der HbA1c bei Ihnen?

Was ist das Ziel der Therapie?

Die Standardantwort wird sein: durch möglichst gute Einstellung ein normales Leben ohne aktuelle, also gerade wirksame Beeinträchtigungen und ohne Gefahren für die Zukunft.
- Was ist bei mir eine gute Einstellung?
- Erreiche ich dies sofort oder durch mehrere Jahre (kleine Löcher in dicke Bretter bohren)?
- Gilt dies nur für den Zucker, oder für alle anderen begleitenden Umstände auch? Ich denke an Gewicht, Fitness, Blutdruck, Fettwerte, etc.

Empfehlen Sie Patienten, zu unserer SH-Gruppe zu gehen?

TIPP: Eine Selbsthilfegruppe kann Ihnen helfen sich verstanden zu fühlen, Sie können sich austauschen und lernen Menschen kennen die Ähnliches erlebt haben.

Bei einigen Fragen gibt es keine vorhersehbaren Antworten, aber fragen Sie trotzdem. Sie werden erkennen, ob und wie weit Ihr Arzt Ihnen helfen kann.

Foto: © WA Kassin

Dr. Erich Wolfrum
Obmann der „Aktiven Diabetiker Austria“

E-Mail: erich.wolfrum@aktive-diabetiker.at
Telefon: 01/587 68 94




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 27.06.2014 - 16:24 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien