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Was ist eigentlich unsere Aufgabe?

Welche Wege wollen wir beschreiten und welche Veränderungen wären nötig?
Vor allem möchten wir gemeinsam mehr für uns Diabetiker erreichen!

Viele fragen mich, fragen uns, warum wir uns diese Arbeit mit so viel Ehrgeiz antun. Es bringt kein Geld, schneidet uns sogar von möglichen Verdienstquellen ab, es kommt aber mit vielen Verpflichtungen in unser Leben. Von allen Seiten dringen Firmen und Geschäftemacher auf uns ein, die uns als Absatzmöglichkeiten ausnützen wollen. Und viele kluge Vortragende wollen uns – meist gegen Gebühr – beibringen, wie wir unsere Arbeit machen sollen. Und bei Diskussionen auf Bezirks-, Landes-, Bundesebenen sollen wir – denn wir sprechen ja für die Patienten – dabei sein, aber uns bitte nur nicht negativ äussern.

Persönlich werden wir schon bereichert: wir „haben eine Aufgabe“, wir treffen nette Persönlichkeiten, die sich langsam zu wirklichen Freunden entwickeln, wir bekommen Einblick in Gesundheitswesen, Therapiemöglichkeiten, Feinheiten bei den Abläufen in Spitälern und beim Besiegen des Zustandes Diabetes. Ich persönlich wäre ohne zweimal wöchentliches Bewegungstraining unglücklich, und die Computerkenntnisse, ohne die wir gar nicht mehr arbeiten können, sind einmalig.
Sachlich ist in meinen Augen am wichtigsten, daß es uns gelingt, möglichst vielen Betroffenen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Hauptsächlich telefonisch – sehen Sie sich nur die Reihe der Telefonnummern am Ende dieses Journales an. Mein letzter Anruf ging um denGrad der Behinderung, Vorlage des Behindertenpasses beim Finanzamt und die Tatsache, daß man 5 Jahre rückwirkend beim richtigen Ausfüllen der Steuererklärung und ab einem bestimmten Grad der Behinderung Geld zurückerhalten kann.

Die größte Aufgabe, die wir erfüllen, und die auch den besten Nutzen für uns Diabetiker bringt, ist die Erschaffung von vielen Möglichkeiten, Kontakt mit anderen Diabetikern zu finden. “Wie hast Du …?” “Was sollte ich …?”, “Wer erklärt mir die Wirkung …?” – Das Rad nicht immer im eigenen Bereich neu erfinden zu müssen, sondern erprobte Lösungen gezeigt zu bekommen, mit gleichfalls Betroffenen sprechen und Erfahrungen austauschen zu können, dies scheint mir bei unserer Tätigkeit als die wichtigste Aufgabe. Und diese Aufgabe finanziert sich sogar von selber, denn den jeweiligen Kaffee, das kleine Nachtmahl lassen wir uns nicht von einer Gemeinschaftskasse bezahlen. Wissenschaftler benennen die Bedeutung dieses Bereiches mit rund 80% der Selbsthilfetätigkeiten.
10 bis 15% unserer Tätigkeiten nehmen die organisatorischen Aufgaben in Beschlag, von der Erstellung des ADA-Journals über die Anschriftenverwaltung, von Buchhaltung bis Reservierung der Räume für monatliche Treffen, von Teilnahme an Seminaren, etc. über die Inhalte unserer Aufgaben. Dieser Bereich ist extrem teuer, wird jedoch von fast niemandem ausreichend unterstützt. Nögus fördert Druckkosten, SUS Wien Portobelastungen, aber sonst herrscht Funkstille. Gemeinsame Gesundheitsziele sollten gefördert werden und wir hatten den Antrag gestellt, eine Zusammenkunft aller unserer Aktiven Mitarbeiter, begleitet von je einem Stellvertreter oder Nachfolger, insgesamt 100 Personen 4 Tage lang in der Jugendherberge von Bad Gastein zu unterstützen – abgelehnt, d.h. es gibt keine Zusammenkunft in Gastein. Förderungen von offizieller Seite sind sehr schwer zu erhalten, Unterstützung durch die Pharmaindustrie zur Zeit überhaupt nicht, denn dagegen sprechen amerikanische Richtlinien.

Fördergelder sind nur sehr schwer zu erhalten.

Verbleibt die Arbeit in der Öffentlichkeit, die Anwesenheit bei Diabetologentreffen, die Teilnahme an sonstigen Veranstaltungen. Da immer bekannter wird, wie bedeutend die Teilnahme der Patienten bei der Entscheidungsfindungen der Politik, in allen Bereichen des Gesundheitswesens ist, häufen sich die Einladungen und wir haben viel zu wenig Personen, die sich auf diesem Gebiet einbringen können. 5% unserer Arbeit sollten dafür mindestens zur Verfügung stehen.
Soviel über uns.
Da wir aber ein schönes Instrument zum Kontakt mit unseren Mitgliedern, aber auch mit Ärzten und sonstigen Patienten haben, nämlich einerseits unser ADA-Journal (8000 Exemplare 6x jährlich) und andererseits unsere Homepage, begleitet von Links zu Facebook und Twitter, bereiten wir jetzt für die nächsten Journale eine besondere Möglichkeit vor:
Experten auf dem Diabetesgebiet, die in ihrem täglichen Leben mit den Schwierigkeiten der Diabetikerführung zu kämpfen haben, werden gebeten, unter der Überschrift

“Veränderungen sind gefragt!”
neue Ideen und Ansätze für eine gute Diabetestherapie zu bringen.

Lesen sie hier die ersten Vorschläge.

Foto: © WA Kassin

Dr. Erich Wolfrum
Obmann der „Aktiven Diabetiker Austria“

E-Mail: erich.wolfrum@aktive-diabetiker.at
Telefon: 01/587 68 94




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 26.02.2015 - 13:54 Uhr

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