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Hilft Politik den Betroffenen?

Werden die Bedürfnisse von Betroffenen würdig vertreten, wenn die Interessen der Selbsthilfe-Dachverbände und Selbsthilfeorganisationen vorwiegend von Beamten repräsentiert werden?

Da es meine Aufgabe ist, unsere vielen Mitglieder in einigen politischen Kreisen zu vertreten, muss ich wohl auch Rückmeldungen aus dieser mühevollen Arbeit an unsere Mitglieder erstellen.

Eine politische Spielwiese ist die ARGE Selbsthilfe deren Aufgabe auf der Homepage Externer Linkwww.selbsthilfe-oesterreich.at folgendermaßen definiert wird:

„Eine starke Stimme für 250.000 Betroffene.
Fast 250.000 Menschen besuchen österreichweit 1.700 Selbsthilfegruppen. Die ARGE Selbsthilfe Österreich sammelt und bündelt die Interessen der Selbsthilfegruppen. So sind wir die gemeinsame starke Stimme der Selbsthilfe im Sozial- und Gesundheitsbereich auf Bundesebene.
Der ARGE Selbsthilfe Österreich gehören themenübergreifende Selbsthilfe-Dachverbände und Kontaktstellen und themenbezogene, bundesweit tätige Selbsthilfeorganisationen an. Dadurch gibt die ARGE Selbsthilfe Österreich einen guten Überblick über die Anliegen und Bedürfnisse der Betroffenen und Angehörigen und stellt gleichzeitig sicher, dass nicht Einzelinteressen, sondern Anliegen von einer breiten Basis (kollektive Interessen) vertreten werden.“

Unter themenübergreifende Selbsthilfe-Organisationen werden die Beamtenrunden verstanden, die sich um das Wohl der nur im jeweiligen Bundesland arbeitenden SH-Gruppen kümmern, wie die Selbsthilfeunterstützungsstelle in Wien oder der Dachverband der Selbsthilfegruppen in Niederösterreich. Themenbezogene Gruppen arbeiten so wie wir als Organisation von Betroffenen in einer bestimmten Situation. Gerne melde ich bei den Sitzungen der ARGE, daß ich mich unwohl fühle, weil mir oder allen Betroffenenvertretern eigentlich Landeschefs oder deren Beauftragte gegenübersitzen.
Die ARGE wurde seinerzeit (vor knapp 15 Jahren) gegründet, da „die Politik“ einen gemeinsamen Ansprechpartner in Sachen Selbsthilfe forderte. Als Hauptaufgabe wurde uns vermittelt, daß die Erschließung von finanziellen Quellen anzustreben ist, daß Patientenorganisationen finanzielle Unterstützung für ihre Arbeit erhalten. Von den Landesdachverbänden werden wir unterstützt, die ARGE war bis heute ohne Erfolg.
Ohne uns nun in die wirklichen Hintergründe der aufreibenden Veränderungen in den Führungsstrukturen zu vertiefen, ergibt sich folgender Ablauf:
Aus dem Vorstand sind ausgeschieden:

  • Mag. Rudolf Stimmeder
  • Sabine Geistlinger
  • Mag. Renate Gamsjäger
  • Paula Koppensteiner

und beide Geschäftsführer wurden ihres Amtes enthoben, bzw. haben gekündigt.

Es ist daher in den Führungsgremien der ARGE – und dies möchte ich kritisch melden – eine eigentlich nicht notwendige Unruhe zu spüren.
Eine grundsätzliche Frage liegt mir am Herzen: ist es in Österreich überhaupt denkmöglich, daß Organisationen, die sich vorwiegend auf Beamtenebene darstellen, wie mit SUS oder den anderen Landesdachverbänden, für ihre Mitglieder finanzielle Unterstützung ermöglichen können? Die Finanzierung von Landesbeamten wird doch im Rahmen des Finanzausgleichs zwischen Bund und Bundesländern geregelt – wo kommen wir Patientenorganisationen in dieser gedachten Struktur vor?

Eine bezüglich Finanzierung zielführende Aufgabe kann ich der ARGE empfehlen: der FOND GESUNDES ÖSTERREICH hat viel Geld für gesundheitsbezogene Aufgaben, in seinen Statuten befindet sich aber das Verbot, Maßnahmen im Bereich von Zweit- oder Dritt-Therapien zu fördern. Eine Primärtherapie wäre, weil sozial positiv, z.B. ein goldenes Klo am Stephansplatz, die Sekundärtherapie Kinderlager für Kinder, die bereits Diabetes haben, darf aber laut Statuten nicht unterstützt werden.

Für uns, für Betroffene aus dem Bereich Diabetes, bleibt in den nächsten Wochen die spannende Aufgabe, zuzusehen, wie sich die ARGE Selbsthilfe Österreich weiterentwickelt.
In unserer Einnahmen – Ausgaben-Rechnung, die in unserer Homepage www.aktive-diabetiker.at nachzulesen ist, werde ich einen eigenen Posten eröffnen: „Einnahmen von der ARGE oder auf Grund ihrer Arbeit“ – vielleicht erleben wir nach knapp 15 Jahren ein kleines Wunder.

Foto: © WA Kassin

Dr. Erich Wolfrum
Obmann der „Aktiven Diabetiker Austria“

E-Mail: erich.wolfrum@aktive-diabetiker.at
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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 26.02.2015 - 14:23 Uhr

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