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Freude am Sex trotz Diabetes

Sex ist natürlicher Bestandteil unseres Lebens. Sex ist wichtig für die Gesundheit, er erfüllt unseren Wunsch nach Fortpflanzung und macht darüber hinaus auch noch Spaß.

Ein erfülltes Beziehungsleben hat eine Reihe von positiven Effekten: Glückshormone werden frei gesetzt, das Stresshormon (Cortison) wird abgebaut, der Schlaf wird verbessert, die Durchblutung wird gefördert, Sex macht schlank (durchschnittlich 350 kcal werden verbraucht), die Lymphgefäße werden angeregt, Rücken und Beckenboden werden gelockert, Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko werden gesenkt, das Immunsystem wird angeregt (geküsster Mund ist selten wund).

Man sagt: wenn es um Sex geht, reden Männer mit Frauen um mit ihnen zu schlafen. Frauen schlafen mit Männern um mit ihnen zu reden.

Frauen achten auf ihr Körperbild und ihre Schönheit und fühlen sich immer zu dick, sie möchten schlank sein. Männer haben öfters das Gefühl, dass ihr Penis zu klein ist.

40% aller Männer und noch mehr Frauen haben sexuelle Probleme. Betroffen sind Menschen in jedem Lebensalter:

  • es geht um das „erste Mal“ und die erste Beziehung
  • um Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt,
  • es gibt eine Krise in der Lebensmitte, die weiblichen und männlichen Wechseljahre,
  • Sex im Alter ist ein Tabu, darüber wird oft nicht gesprochen.
    Sexualstörungen kann man auf drei Ebenen abklären: auf der körperlichen, psychischen und sozialen Ebene.

Sexualstörungen bei Männern sind:

  • Wenig Lust,
  • Erektionsstörungen,
  • Kein, verzögerter oder vorzeitiger Samenerguss,
  • Erkrankungen und Operationen des Penis oder der Hoden.

Sexualstörungen bei Frauen sind:

  • Verlust des Verlangens,
  • Erregungsstörungen (Scheidentrockenheit),
  • Orgasmusstörungen (schwer oder gar nicht zum Höhepunkt kommen),
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr – Vaginismus.

Sexualität und Diabetes

Zu einem erfüllten Sexualleben brauchen wir funktionsfähige Geschlechtsorgane, gesunde Nerven und intakte Blutgefäße. Patienten mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 haben durch ihre chronische Erkrankung häufig körperliche und psychische Handicaps, die dem Glück im Bett im Wege stehen. Dies betrifft sowohl Männer, als auch Frauen. Viele leiden unter Folgeschäden an Nerven und Gefäßen, die Lustempfinden und Erektionsfähigkeit stören.
Öfters findet man bei Diabetikern das Sexualleben störende Begleitkrankheiten wie Bluthochdruck, Herz- Kreislauf-erkrankungen oder Übergewicht. Viele therapeutisch eingesetzten Medikamente beeinflussen das sexuelle Erleben, z.B. Blutdruckmittel, Betablocker, Cholesterinsenker, aber auch Psychopharmaka gegen Stress, Ängste und Depressionen. Verschlechtert wird die Situation auch durch Alkohol- oder Nikotinkonsum. Gar nicht selten spielen Operationen und deren Komplikationen eine Rolle.
Diabetikerinnen leiden öfters unter Pilzinfektionen im Genitalbereich (besonders nach Antibiotikatherapie), unter Scheidentrockenheit und schmerzhaftem Geschlechtsverkehr.
Mit Hilfe eines einleitenden Fragebogens, des Arztgespräches und der körperlichen Untersuchung wird eine Bestandsaufnahme gemacht und eine Verdachtsdiagnose gestellt. Mit weiteren Untersuchungen z.B. Laborwerten (Blutfettwerte, Blutzuckerspiegel, HbA1c, Nieren- und der Schilddrüsenwerte, Hormone), Abstrichuntersuchungen, Ultraschalluntersuchung, Messung der nächtlichen Erektion (Rigiscan), Messung von Blutfluss und Druck in der Vagina kann der behandelnde Arzt eine Erkrankung im Genitalbereich bzw. eine Sexualstörung feststellen.

10 Tipps für ein glückliches Sexualleben

  1. Den Partner lieben und ihm das auch sagen
  2. Anwärmen durch Laufen, Nordic Walking, Heimtrainer, warmes Bad
  3. Düfte wie Babypuder, Vanille, Zimt, Orange oder Jasmin verwenden
  4. Füße warm halten – Fußmassage beim Partner
  5. Ganzkörper – Massage
  6. Viele Bussis auf den rechten Nackenbereich des Partners geben
  7. die Lippen küssen
  8. die Aufmerksamkeit auf Klitoris und Orgasmus richten
  9. tief Atmen
  10. dem Partner sagen was man möchte und was einem gut tut

Bei der Behandlung sind folgende Faktoren grundsätzlich wichtig:

  • Gute Blutzuckereinstellung,
  • gesunde Ernährung,
  • viel Bewegung (Sport),
  • Abbau von Übergewicht,
  • Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerte verbessern,
  • Zurückhaltung beim Alkoholkonsum (Alkohol schädigt die Nerven),
  • Rauchverzicht (Nikotin verschlechtert die Durchblutung),
  • auch Medikamenten – Nebenwirkungen müssen bedacht werden.

Therapiemöglichkeiten bei Männern:
Tabletten (Viagra, Cialis, Direktan), Mechanische Hilfsmittel (Penisring, Penispumpe), Schwellkörper-Injektion (SKAT), Abgabe von Medikamenten in die Harnröhre (MUSE), Hormonbehandlung (Testogel), Operationen-Schwellkörper-Implantat und Psychotherapie.

Therapiemöglichkeiten bei Frauen:
Gleitmittel (Gleitgel, Deumavan-Pflegecreme), Vaginaltrainer, Dilatoren, Vibratoren, Beckenbodentrainer (Kegel), Hormontherapie (Creme, Tabletten, Pflaster) und Psychotherapie.

Bitte, zögern Sie nicht bei Problemen Ihren Arzt zu fragen. Sie haben ein Recht auf Ihre sexuelle Gesundheit und ein erfülltes Sexualleben und darauf sollte auch bei jeder ärztlichen Behandlung geachtet werden.

Foto: © Privat

Dr. Shashikant Kalsulkar
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Sexualmediziner

8243 Pinggau, Raiffeisenstrasse 15

Telefon: 03339 / 242 110
E-Mail: dr.kalsulkar@gmx.net
Web: Externer Linkwww.sexualmediziner.at




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Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien