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Dicker Bauch - hohes Diabetes-Risiko!

Je dicker der Bauch, desto höher das Diabetes-Risiko.
Immer mehr Österreicher haben eine Fettleber und sind so besonders gefährdet!

Ein dicker Bauch ist nicht nur unschön. Er führt mit großer Wahrscheinlichkeit früher oder später auch zu Typ-2-Diabetes. Ernährungsmediziner schlagen Alarm: Hat sich infolge von zu viel Essen und zu wenig Bewegung eine dicke Fettschicht am Bauch gebildet, ähnlich einer Apfelform, sind wahrscheinlich auch die Organe verfettet. Insbesondere Fetteinlagerungen in der Leber gelten als ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Typ-2-Diabetes und vielen weiteren schweren Erkrankungen wie Schlaganfall und Krebs.

Wissenschaftlich erwiesen
Der Bauchumfang ist als Hinweis für das Diabetes-Risiko einer Person wesentlich aussagekräftiger als das Körpergewicht oder der Body Mass-Index (BMI), denn beide lassen keine Rückschlüsse auf die Verteilung des Fettes am und im Körper zu. Doch während das Fett an Schenkeln, Po oder Hüfte zumindest aus medizinischer Sicht kein Problem darstellt, werden übermäßige Fettreserven am bzw. im Bauch mit immer mehr Erkrankungen in Zusammenhang gebracht.

Bauchumfang sagt mehr aus als Body Mass-Index (BMI)!

Achtung vor dem Bauchumfang
Eine Untersuchung aus den USA mit mehr als 27.000 Teilnehmern hat gezeigt, dass das Risiko für das Auftreten eines Typ-2-Diabetes bei Männern mit einem Bauchumfang über 102 cm im Vergleich zu Männern mit einem normalen Bauchumfang (unter 94 cm) um mehr als 400 Prozent erhöht ist. Bei Frauen liegen die Grenzwerte für einen normalen Bauchumfang bei 80, von einem erhöhten Risiko geht man ab 88 cm aus.

Die Tabelle zur Bewertung des Bauchumfangs gibt Aufschluss über die Risikobereiche.

Die Tabelle zur Bewertung des Bauchumfangs gibt Aufschluss über die Risikobereiche.

Was fördert die Entstehung der Fettleber?
Ist die Energiebilanz eines Menschen regelmäßig im Überschuss, das heißt, nimmt er dauerhaft mehr Energie zu sich als er verbraucht, landet der Rest in Form von Fett – nicht nur am Bauch, sondern auch im Bauchraum, in den Organen und vor allem in der Leber. Schon jeder dritte Erwachsene weist gefährliche Fetteinlagerungen in der Leber auf.

Schleichende Gesundheitsgefahr
Viele Patienten mit einer Fettleber wissen jedoch meist gar nichts von ihrer Erkrankung, weil sie nicht weh tut. Oft herrscht auch der Glaube, dass Leberprobleme nur vom Alkohol ausgelöst werden. Doch die Ursache ist oft eine andere: Viele Menschen essen falsch und zu viel, vor allem essen und trinken sie zu viele Kohlenhydrate bei gleichzeitigem Bewegungsmangel. Aktuelle Zahlen belegen die drastische Zunahme dieses Krankheitsbilds: So leiden sieben bis neun von zehn erwachsenen Typ-2-Diabetikern unter einer nichtalkoholischen Fettleber, unter stark übergewichtigen Kindern und Jugendlichen ist es schon jeder Dritte.

Wie viele Kohlenhydrate braucht der Körper eigentlich?
Leider wird allzu oft noch die Botschaft verfolgt, dass Kohlenhydrate einen Großteil der alltäglichen Ernährung ausmachen sollen. Sogar Diabetikern wird dieser Rat noch häufig gegeben, obwohl bekannt ist, dass gerade ihre Erkrankung damit zu tun hat, dass dieser Nährstoff nicht optimal verwertet wird. Kohlenhydrate dienen als unser Erstenergieversorger.

Große Mengen von schnell verwertbaren Kohlenhydraten bauen Fettdepots auf!

Daher soll jeder – und vor allem übergewichtige Personen – den Kohlenhydratkonsum bewusst kontrollieren. Übermäßiger Verzehr von schnell verwertbaren Kohlenhydraten wie Weißbrot (z. B. Butterbrot mit Marmelade), Plunder, gesüßte Getränke und Smoothies, Spaghetti, Pommes erzeugen Hunger und bauen unsere Fettdepots auf!

Der Ausweg aus der „Kohlenhydratfalle“: Neuorientierung für die alltägliche Ernährung
Es geht nicht darum, Kohlenhydrate zu verteufeln, sondern um einen bewussteren Umgang mit den Nährstoffen, die uns fit und leistungsfähig machen. Darum empfehle ich viel Gemüse und Salate in der Kombination mit hochwertigen Eiweißlieferanten wie Fisch, Milchprodukten, Eiern, Fleisch, Nüssen und Hülsenfrüchten – verfeinert mit wertvollen Ölen. Kohlenhydrate sollten bedarfsgerecht reduziert als „Luxus-Beilage“ den Speiseplan ergänzen – und dann Vollkorn und ballaststoffreich den Vorzug geben.

Foto: © Privat

Dr. Karmen Elčić-Mihaljević
Ärztin für Allgemein- und Ernährungsmedizin

1010 Wien, Riemergasse 10/21

Telefon: 0699 / 12 1591 63
E-Mail: dr-kem@chello.at
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Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien