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Das Übel mit dem Schmerz.

Schmerzentstehung, Schmerzfolgen, Schmerzversorgung. Teil 1

Sehr viele Menschen in Österreich leiden unter Schmerzen, die mitunter ihren Lebensalltag bestimmen. Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität und auch die Bewegungsfreiheit, da die Angst vor dem Schmerz sehr groß ist. Somit werden bestimmte Tätigkeiten oder Bewegungen nur so oft als nötig, oder gar nicht mehr durchgeführt, was in Folge zu neuerlichen Problemen führen kann.

Der Schmerz ist eine sehr komplexe höchstpersönliche Sinneswahrnehmung, mit der Eigenschaft eines Warnsignals. Schmerzen zeigen dem Menschen deutlich, dass mit dem Körper etwas nicht in Ordnung ist und sollten immer Ernst genommen werden.

Schmerzen können einerseits von außen hervorgerufen werden:

  • elektrisch durch einen Stromschlag
  • mechanisch z. B. durch eine Schnittverletzung oder einen Nadelstich
  • chemisch durch Verätzungen durch Säuren oder Laugen, oder
  • thermisch durch Erfrierung oder Verbrennung

und andererseits auch in unserem Körper entstehen:

  • Symptome sämtlicher Erkrankungen wie z. B. Krebs
  • Symptome bei viralen und bakteriellen Erkrankungen

Die Stärke des Schmerzes kann von unangenehm bis zu unerträglich reichen.

Akute Schmerzen treten bei einem Knochenbruch, einer Schnittverletzung, Zahnschmerzen und ähnlichem auf, können von einigen Minuten bis zu einigen Tagen und auch Wochen anhalten. Akute Schmerzen vergehen normalerweise sobald die Schmerzursache behoben ist.

Geht der akute Schmerz über zum chronischen Schmerz, hat er die Eigenschaft des Warnsignales verloren. Chronischer Schmerz wird heutzutage als eigenständiges Krankheitsbild, das chronische Schmerzsyndrom, gesehen und behandelt.

Leider werden Schmerzen häufig nicht erfasst und auch nicht ausreichend behandelt. Das kann dazu führen, dass es zu körperlichen sowie seelischen Problemen kommt, die nicht zu unterschätzen sind. Zu diesen Folgen zählen mitunter Depressionen, Schlafstörungen, Ängste, Magengeschwüre und noch viele andere. Auch beruflich kann es für Betroffene zu Problemen kommen. In einer Leistungsgesellschaft wird Leistung gefordert, die mit chronischen Schmerzen und den gesundheitlichen Folgen daraus nicht immer durchführbar ist. Im schlimmsten Fall kann es zum Verlust des Arbeitsplatzes kommen und in Folge zu Geldproblemen. Geldsorgen führen möglicherweise zu Problemen in der Beziehung oder Familie. Manche Menschen isolieren sich, verlieren den Kontakt zu Freunden und Bekannten. Soziale Isolation führt zu einer Verschlechterung des Gesamtzustandes und so weiter und so fort. Die Liste der Folgen ließe sich unendlich fortsetzen.
Das Sprichwort „Schmerzen können in den Wahnsinn führen“ ist also mit Sicherheit nicht unbegründet.

Die Diagnose des chronischen Schmerzes ist eine anspruchsvolle Herausforderung, die immer mit einer genauen Erhebung der Vorgeschichte des Betroffenen beginnen sollte. Weiters besteht sie darin, die Ursache des Schmerzes herauszufinden, um diese, wenn möglich, zu beheben. Auch der Zeitpunkt und die Schmerzstärke müssen erfasst werden, um eine adäquate Therapie gewährleisten zu können und auch überprüfen zu können, ob und wie gut die medizinische Therapie anschlägt.

Für eine medizinische Schmerztherapie hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die sogenannte Pain Ladder (Schmerzstufenshema) mit Experten erstellt. Bei diesem Schema gibt es von Experten eine Vorgabe, wie die medizinische Therapie bei welchen Schmerzen sein sollte.

Die Stärke des Schmerzes wird mit der visuellen analogen Schmerzskala (VAS) erfasst. Dabei wird der Patient gefragt, wie stark er seine Schmerzen einschätzt. Null bedeutet dabei keinen Schmerz und Zehn den stärksten vorstellbaren Schmerz.

Es gibt viele unterschiedliche Skalen, manche sind mit Smileys versehen, andere von Null bis Zehn nummeriert, einige sind auch mit einem Schieber versehen, damit der Patient selbst auf der Skala den Schmerz einstellen kann.
Eine medikamentöse Therapie alleine ist aber bei chronischen Schmerzen meist nicht ausreichend. Es muss die gesamte Komplexität des Schmerzes und die Bedeutung für den Einzelnen beachtet werden und in die Planung der Therapie miteinbezogen werden.

Wenn Sie Schmerzen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Jeder Mensch hat das Recht auf Schmerzfreiheit und in vielen Fällen kann das auch erreicht werden!

Foto: © Privat

Romana Eva Jurkowitsch, BSc

Gesundheits- und Pflegeexpertin, Pflegepädagogin, DGKS

Praxis für Gesundheits- und Pfl egeberatung u. Versorgung chronischer Wunden:

3512 Mautern an der Donau
Roseggerstraße 24/1/10
Telefon: +43 676 / 39 790 54,

E-Mail: romana.jurkowitsch@gmx.at
Web: Externer Linkwww.romanajurkowitsch.net




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 29.10.2015 - 08:54 Uhr

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