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Warum werden Diabetiker immer schöner?

Bezaubernd elegante, schlanke und muskelgestählte Diabetiker überall – was ist passiert?

An dieser Stelle hatte ich bereits einmal über einen diabetischen Freund berichtet, der seiner neuen Geliebten seine Krankheit schamhaft verschwiegen hatte, aus Zusammentreffen unglücklicher Umstände dann in Ihrer Gegenwart hypoglykämisch wurde und als Folge davon für das Mädchen unverständliche Symptome zu zeigen begann, vor denen es sich fürchtete und die es mit Drogen in Zusammenhang brachte. Diabetes hatte ein wahrer Mann nicht zu haben. Das war vor 15 Jahren.

Vor Kurzem suchte ich im Netz ohne viel Hoffnung auf Erfolg unter dem Stichwort „Prominente Diabetiker“. Ich war noch immer der Meinung, dass Prominente ihre vermeintliche Achillesferse nicht preisgeben und mich leere Links angähnen würden. Weit gefehlt.

Gleich auf der ersten Seite die die Suchmaschine ausspuckte war eine ganze Bildergalerie der begehrtesten Hollywoodprotagonisten zu sehen, beginnend beim Gewichtheber Matthias Steiner, über Judy Winter, Udo Walz, Hella von Sinnen bis zu Tom Hanks, Diego Maradona und Halle Berry – ein Bildnis bekannter oder bezaubernd schöner als das andere. Unter den portraitierten Köpfen befinden sich meist – wie wir alle aus Filmen, Zeitungen, Illustrierten und Fernsehen wissen – je nach Geschlecht schlanke, reizvolle, sinnliche oder elegant – muskelgestählte Körper, die pro Film hunderte Millionen der mittlerweile nur mehr mäßig harten US Währung einspielen.
Ich war natürlich verblüfft und kam ins Grübeln: Als allererste Konsequenz aus diesem öffentlichen Überangebot wunderschöner diabetischer Menschen zog ich den sehr befriedigenden Schluss, dass Diabetes (meist vom Typ 2), nicht mehr versteckt zu werden braucht, Diabetiker scheinen eingesehen zu haben, dass sie nicht aussätzig sind.

Ich kann mir vorstellen, dass bei diesem Outing unter anderem auch der berechtigte Stolz der Schauspieler eine Rolle spielt, so erfolgreich un – übergewichtig und un – krank strahlend durchs Leben gehen zu können.
Die Frage erhebt sich: Was können die, was ihr, liebe diabetischen Freunde, nicht könnt? Überlegen wir einmal: Mehr oder weniger massive kosmetische Korrekturen bis hin zu silikonunterstützten Formen wollen wir außer Acht lassen. Die alleine würden auch die betörenden Körper nicht ausmachen. Wir müssen wohl zu dem Schluss kommen, dass die sportlich elegante Abenteurerin, die sich um den sportlich eleganten Abenteurer windet auch tatsächlich Sport betreibt – und nicht zu wenig. Ohne recht ausgedehntem Ausdauersport aber auch ohne ein gerütteltes Maß an Kraftsport kann man nicht so aussehen und auch keine solche Gesundheit ausstrahlen.

Sofort drängt sich mir als nächste Frage auf, was denn diese diabetischen Schauspieler anders machen, als ihre nicht diabetischen Kolleginnen und Kollegen, die es ja auch noch gibt. Die richtige Antwort ist höchstwahrscheinlich: NICHTS
Um nämlich die oben schon sattsam erwähnten Vorbildeigenschaften der gesundheitsstrotzenden Bösewichtvernichterin glaubhaft und damit kassengünstig vorleben zu können, muss man tatsächlich zumindest einen gesundheitsstrotzend wirkenden Körper haben. Dass die Seele öfters aus schierer Überforderung einem Psychiater überantwortet werden muss, liegt am Beruf, an der Lebensweise und an der Konstitution.

Um nicht missverstanden zu werden: Ich will beileibe nicht aus liebenswerten Diabetikern Hollywoodschauspieler züchten (schon aus den Gründen Psychiater und so – siehe oben), aber ich wollte zeigen dass Diabetiker, wenn sie so lange wie möglich gesund bleiben wollen, nichts anders machen müssen, als andere Gesunde auch, die sich im Fitnessstudio oder auf dem Radweg eine sportliche Figur erwerben. Der Unterschied liegt einzig in einem von Außen nicht feststellbaren Gradmesser des sportlichen Erfolges, dem Blutzucker.

Von dieser Warte aus kann der nicht im vollen Umfang gutzuheißende, grassierende Körperkult gerade für Diabetiker ein Gesundbrunnen werden. Ich kenne im Fitnessstudio einige fleißig trainierende, reife weibliche Erscheinungen, die, gerade weil sie keine ungesunde Dürre zur Schau stellen, Männerblicke auf sich lenken. Da könnten ohne weiteres einige erfolgreiche Diabetikerinnen dabei sein.
So schließt sich also der Kreis der Argumentation, den ich mit dem Titel begonnen habe.
Um schön zu sein, müssen Diabetikerinnen und Diabetiker eigentlich nur dasselbe machen, wie nicht – Diabetiker. Weil sie aber Diabetes haben, sollte ihnen der Entschluss es zu tun noch leichter fallen als ihren nicht – diabetischen Sportskollegen und daher sollte a la longue die Anzahl der diabetischen Personen unter den Schönen überwiegen. Logisch?

Man muss nur nicht zu oft auf die „Innere Stimme“ hören, die gerade heute ausnahmsweise den Bogen um das Fitnesscenter empfiehlt und sich somit eher als der so wunderbar starke, schwer überwindliche „Innere Schweinehund“ outet.

Als eine kleine Schweinehundüberwindungshilfe für starknervige empfehle ich die Krankheitsgeschichte eines anderen prominenten Diabetikers, nämlich Heinrichs des Achten von England.

Wir aber sporteln stark und zukunftsfroh so lange, bis auch unser Bildnis neben … und … auf der Internetseite der prominenten Diabetiker erscheint.

Foto: © Privat

Univ.-Prof. Dr. Sepp Porta
Leiter des Instituts für angewandte Stressforschung

8410 Dillach, Johannisweg 13
E-Mail: stresscenter@outlook.de
Web: Externer Linkwww.csa-online.at




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ARTIKEL EMPFEHLEN | ARTIKEL DRUCKEN | Letztes Update: 29.10.2015 - 09:05 Uhr

Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien