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Das Übel mit dem Schmerz.

Schmerzentstehung, Schmerzfolgen, Schmerzversorgung. Teil 2

Im ersten Teil dieser Serie wurde auf die Schmerzentstehung, auf Schmerzfolgen und die Schmerzversorgung im Allgemeinen eingegangen. Der zweite Teil befasst sich nun mit dem sogenannten Wundschmerz, ein häufiger Wegbegleiter von Menschen mit chronischen Wunden.

Der Wundschmerz

Der Schmerz ist ein Signal des Nervensystems, der auf Gefährdungen und Verletzungen aufmerksam macht, um dadurch nachhaltige Schäden zu vermeiden. Bei chronischen Wunden ist diese Warnfunktion des Schmerzes allerdings verloren gegangen. Aufgrund einer ständigen Beschädigung der Haut und des Gewebes, haben Betroffene kontinuierlich (regelmäßig) Schmerzen.

Von allen Beeinträchtigungen, die eine chronische Wunde mit sich bringt, wird von den Betroffenen der Wundschmerz als erheblichste Einschränkung empfunden1. Menschen mit diabetischem Fußsyndrom haben je nach Beteiligung der Nervenfasern heftige oder gar keine Schmerzen2. Bis zu 80 Prozent der Menschen mit einer chronischen Wunde haben einen ständig anhaltenden Wundschmerz. Dieser beeinträchtigt die Betroffenen in ihrer Körperwahrnehmung und mindert häufig auch ihr Selbstwertgefühl1. Ebenso kommt es zu Einschränkungen der Mobilität und zu einer Verringerung der Lebensqualität.

Eingeteilt werden die Schmerzen in drei Arten.

  • Nozizeptiver Schmerz: Schmerz wird durch äußere Reize ausgelöst (mechanisch, thermisch, chemisch);
  • Neuropathischer Schmerz: Schmerz wird durch eine Störung oder Verletzung des peripheren (äußeren) und des zentralen Nervensystems ausgelöst;
  • Psychogener Schmerz: Schmerz wird durch negative Erfahrungen (Schmerzgedächtnis) ausgelöst, wird bei Furcht oder Angst erzeugt3;

Zusätzlich wird bei Wunden zwischen akutem und chronischem Wundschmerz unterschieden.

  • Akute Wundschmerzen äußern sich in Form des nozizeptiven Schmerzes. Die Schmerzen werden also durch äußere Reize hervorgerufen, wie zum Beispiel einer Schädigung oder Verletzung. Die Intensität des hervorgerufenen Schmerzes hängt vom jeweiligen Reiz ab. Der akute Wundschmerz ist klar zu lokalisieren und dient als Warnzeichen und zum Schutz vor Schlimmerem.
  • Chronische Wundschmerzen entstehen nicht vom eigentlich auslösenden Vorfall, sondern existieren unabhängig davon. Der chronische Schmerz hat die Warnfunktion verloren und wird durch ständige Empfindungsstörung zu einer eigenständigen Krankheit. Chronische Schmerzen treten auch in Ruhephasen auf und sind eine Mischform aus nozizeptivem, neuropathischem und psychogenem Schmerz3.

Schmerzursachen

Schmerzen können durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden, deshalb sind schmerzauslösende Krankheitsbilder immer vorrangig zu behandeln und wenn möglich, unbedingt zu beheben!

Schmerzauslösende Faktoren sind zum Beispiel:

  • Infektionen
  • Druck
  • Durchblutungsstörungen
  • Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme)
  • Tumore
  • Wundbehandlungen
  • Kleidung
  • Hohe Mengen des Wundsekretes
  • Entfernung der Wundauflage
  • Nachtruhe
  • Bewegung Kleidung3

Möglichkeiten der Schmerztherapie

Abgesehen von Schmerzmedikamenten gibt es auch alternative Möglichkeiten, Wundschmerzen zu lindern. Natürlich sind auch diese Möglichkeiten nicht bei jeder Wundschmerzproblematik wirksam, aber nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt zumindest wert, ausprobiert zu werden.

Im dritten Teil dieser Serie wird auf die unterschiedlichen Möglichkeiten der Schmerztherapie eingegangen. Angeboten werden diese Maßnahmen in Schmerzambulanzen ebenso wie bei niedergelassenen Einrichtungen.



Foto: © Privat

Romana Eva Jurkowitsch, BSc

Gesundheits- und Pflegeexpertin, Pflegepädagogin, DGKS

Praxis für Gesundheits- und Pfl egeberatung u. Versorgung chronischer Wunden:

3512 Mautern an der Donau
Roseggerstraße 24/1/10
Telefon: +43 676 / 39 790 54,

E-Mail: romana.jurkowitsch@gmx.at
Web: Externer Linkwww.romanajurkowitsch.net

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Literaturverzeichnis

1 K. Protz, H. Braunwarth und J. Osterbrink, „Konsensusdokument. Gemeinsam gegen Wundschmerzen,“ Die Schwester. Der Pfleger., 03 2009.
2 E.-M. Panfil, A. Uschok und B. Osterbrink, „Leben und Alltag von Patienten mit einer chronischen Wunde,“ in Pflege von Menschen mit chronischen Wunden, Bd. 3, Bern, Hans Huber, 2015, pp. 139-158.
3 K. Protz, Moderne Wundversorgung, 6 Hrsg., München: Elsevier GmbH, 2011.
4 N. Nestler und J. Osterbrink, „Schmerztherapie,“ in Pflege von Menschen mit chronischen Wunden, Bd. 3, Bern, Hans Huber, 2015, pp. 357-376.

Lesen Sie hier den 1. Teil zum Thema Schmerzen.




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