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Diabetes im Zentrum

Jeder Mensch mit Diabetes hat das Recht auf kompetente Betreuung!

Was soll das heißen? Natürlich, für den Zuckerkranken selbst steht sein Diabetes im Zentrum. Es ist sein oder ihr Leben, das der Diabetes tagtäglich beeinflusst!

Es gibt aber auch eine Vielzahl von Fachgesellschaften, Vereinen und Institutionen, für die der Diabetes im Zentrum steht – eine davon heißt genau so:* _ „Diabetes im Zentrum“_*.

Als Präsident der ADA war ich am 11. Juni zu einem Diskussionsforum des Vereins „Diabetes im Zentrum“ eingeladen.

Teilnehmer:
Univ.Prof.Dr. Thomas Wascher, DIÖ
Dr. Albert Brugger, Novo Nordisk

Frau Karin Duderstadt, ÖDG
Ursula Frohner, Präsidentin der ÖGKV

Mag. Romana Ruda, Abteilung Versorgungsmanagement der WGKK
Dr. Martin Schaffenrath, HVB
Barbara Semlitsch, Vorsitzende der VOED
Dr. Adalbert Strasser, Präsident der ADA

„Diabetes im Zentrum“ ist eine Veranstaltungsreihe der Diabetes Initiative Österreich (DIÖ). Die Diabetes-Initiative Österreich fördert den Gedankenaustausch zwischen allen Institutionen, welche sich mit dem Themenkreis Diabetes mellitus auseinandersetzen. Auch die Aktiven Diabetiker, als renommierte und allseits anerkannte Selbsthilfegruppe, zählen zu diesem Kreis.

Das Thema lautete:
Jeder Mensch mit Diabetes hat das Recht auf kompetente Betreuung!
Und: Kann unser Gesundheitssystem eine adäquate Versorgung von chronisch kranken Patienten überhaupt gewährleisten?

Wahrlich ein brisantes Thema! Es gibt in Österreich ja über 600.000 betroffene Diabetikerinnen und Diabetiker!

Wie wir alle wissen, ist unser Gesundheitssystem im Umbruch begriffen – täglich können wir darüber hören und lesen. Schlagworte wie „zu teuer“, zu wenig Ärzte, zu wenig geschultes Fachpersonal, Schließung von Abteilungen, Verlagerung ambulanter Leistungen in den niedergelassenen Bereich, Errichtung von Primärversorgungszentren,… diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Eine Frage, die sich aus dem allen ergibt:
Was geschieht für die chronisch kranken Patienten?

Eine chronische Erkrankung, sei es „Rheuma“, sei es „Zucker“, braucht eine andere, persönlichere Betreuung als der Akutfall, wie die akute Blinddarmentzündung oder der Herzinfarkt. Die Akutfälle werden in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern hervorragend versorgt! Bei chronisch Kranken schaut es nicht so gut aus.

Diabetiker sind chronisch Kranke. So ergibt sich für Diabetiker die Frage: was geschieht mit uns, wie und wo werden wir in Zukunft versorgt?

Das also sollte das Thema des Treffens „Diabetes im Zentrum“ sein.
Das interessierte mich als Vertreter von ADA natürlich sehr.

Herr Univ. Prof. Dr. Thomas Wascher, ein anerkannter Diabetologe und als Leiter der Diabetesambulanz im Wiener Hanuschkrankenhaus mit dieser Problematik tagtäglich konfrontiert, war der Diskussionsleiter.
Schon in seiner Eröffnung wies er auf die zunehmend unbefriedigende Situation des chronisch kranken Patienten hin.

Ich war gespannt, wie sich die Diskussion entwickeln würde. Da am Wochenende davor die Gruppenleiterschulung in Schladming stattgefunden hatte, hatte ich noch all die interessanten Gespräche mit unseren Gruppenleitern im Ohr.
Ich konnte über deren Erfahrungen, Ängste, Bedürfnisse aber auch über ihre Wertschätzung für unser Gesundheitssystem berichten und über die Bereitschaft der ADA, jedwede Initiative, welche Diabetikern zugute kommt, zu unterstützen.

Eine Grundforderung aller beteiligten Diskutanten von „Diabetes im Zentrum“ war: endlich die Österreichische Diabetes Strategie umsetzen! Sie würde kurz zusammengefasst eine umfassende Betreuung der Menschen mit Diabetes gewährleisten und auch Aufklärung und Sensibilisierung beinhalten.

Anhand des „diabetischen Fußsyndroms“ wurde besprochen, wie hoch spezialisiert Ärzte, Krankenschwestern, Krankenpfleger, Diabetesberater sein müssen, um Diabetes-Komplikationen gut zu versorgen. Und gute Versorgung muss für jeden Diabetiker erreichbar sein!
Die ADA wird sich in unserem Journal 2019 schwerpunktmäßig mit den Komplikationen rund um Diabetes befassen.

Gefordert wurde weiterhin, die Eigenverantwortung der Betroffenen zu steigern. Betroffene werden aktiv, und gerade bei uns, der ADA – durch Vorträge, Schulungen und INFO TAGE werden wir das unsere dazu tun, die Selbstkompetenz unserer Mitglieder zu steigern.

Bedingt durch derzeitige gesundheits- und sozialpolitische Forderungen haben wir auch andiskutiert, wie wichtig es wäre, den Bereich der Patientenversorgung außerhalb der Spitäler zu fördern. Dazu ist es aber auch erforderlich, die entsprechenden Ressourcen dafür zu schaffen.

Coaching statt Schulung! Statt reiner Informations-Belastung sollte eine angepasste Informations-Vermittlung stattfinden, eine Mikroschulung, welche
auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt wird – Flexibilität sollte starre Strukturen ersetzen – durch die Kooperation aller an Diabetes beteiligter Fachgruppen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Diabetes von niemandem aus diesem Kreis auf die leichte Schulter genommen wird. Gefordert sind nicht nur die, die für die Gesundheitspolitik verantwortlich sind, bzw. die, die für die Umsetzung sorgen, sondern auch wir, die Selbsthilfe, die zunehmend mit eingebunden wird.

Schon wie eingangs erwähnt, wir werden alles unternehmen und unsere Kräfte dahingehend bündeln, Beiträge zu leisten, damit jeder Mensch mit Diabetes das Recht auf kompetente Betreuung hat!

Foto: © Privat

Dr. Adalbert Strasser
ADA Präsident
Facharzt für Chirurgie

1120 Wien, Hetzendorferstrasse 52-54

Web: Externer Linkwww.wundmed.com
E-Mail: Adalbert.strasser@aon.at
Telefon: 01/ 804 70 22



De facto existieren bereits zahlreiche ausgearbeitete Projekte, die einen Beitrag zur kompetenten Betreuung von Menschen mit Diabetes leisten können und die der Umsetzung harren.
Fest steht:
„Bei geeigneter Steuerung der Ressourcen bleibt die Versorgung gewährleistet.“

Mag. Martin Schaffenrath, MBA, MBA, MPA, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger




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Quelle: www.aktive-diabetiker.at © ADA - Aktive Diabetiker Austria - Mittersteig 4/21, A 1050 Wien